ThüringenWer traut sich ans Haus von Goethes Freundin?

Etliche Jahre und einen juristischen Marathon hat es gebraucht, damit das denkmalgeschützte Gebäude wieder der Stadt gehört. Nun sucht Weimar Interessenten für Sanierung und Betrieb.
Weimar (dpa/th) - Die Stadt Weimar sucht Konzepte für die Sanierung und den späteren Betrieb des historischen Hauses der Frau von Stein. Interessenten sind demnach aufgerufen, bis zum 16. März entsprechende Vorschläge einzureichen.
Möglichst kulturelle Nutzung gewünscht
"Ziel ist es, die begonnene, bislang nicht abgeschlossene Sanierung des historischen Gebäudes zügig fortzuführen und das Objekt einer nachhaltigen, denkmalgerechten und möglichst kulturellen Nutzung zuzuführen", fasst die Stadt die Aufgabe zusammen. Für die Sanierung solle ein Erbbaurecht vergeben werden. Aktuell befinde sich das Haus im Wesentlichen im Rohbauzustand.
Das Haus der Frau von Stein war nach jahrelangem Rechtsstreit 2025 wieder in Besitz der Stadt gekommen. Weimar hatte dem früheren Investor das historisch bedeutende Gebäude 2008 verkauft. Doch nachdem dieser vereinbarte Investitionen nicht eingehalten und immer wieder Fristen gerissen hatte, bemühte sich die Stadt juristisch um die Rückübertragung. Seit 2025 ist die Stadt wieder Besitzerin.
Nach Streit mit Vorgänger: "ernsthafte" Interessenten gesucht
Oberbürgermeister Peter Kleine (parteilos) sagte, er hoffe, dass es gelinge, "ernst- und glaubhafte Interessenten" für das Haus zu gewinnen. "Mein Ziel ist es, dass der Stadtrat nach intensiver Diskussion noch vor der Sommerpause eine Entscheidung trifft."
Das Haus der Frau von Stein wurde in den Jahren 1770 bis 1773 erbaut. In dem barocken Gebäude lebte der herzogliche Oberstallmeister Gottlob Ernst Josias Freiherr von Stein und seine Frau Charlotte (1742-1827) - Hofdame von Herzogin Anna Amalia und Freundin von Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832). In den 1990er Jahren nutzte zeitweise das Goethe-Institut das Haus.