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ThüringenWo überschuldete Familien in Thüringen Hilfe erhalten

13.08.2026, 08:40 Uhr
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Wenn sich unbezahlte Rechnungen sammeln oder die Stromabschaltung droht, ist die Not groß. Thüringer können sich in solchen Fällen Hilfe und Beratung holen. So ist die Lage bei der Insolvenzberatung.

Erfurt (dpa/th) - Die Zahl der Thüringer, die auf unbezahlten Rechnungen sitzen und denen die Überschuldung droht, ist gestiegen. Tausende von ihnen holen sich Hilfe - vor allem bei den 24 staatliche geförderten Insolvenzberatungsstellen im Freistaat. Allein im vergangenen Jahr führten die Fachleute etwa 11.000 Beratungsgespräche mit Menschen in finanzieller Not - im Schnitt 460 pro Beratungsstelle, teilte das Thüringer Justiz- und Verbraucherschutzministerium auf Anfrage in Erfurt mit.

Eine Million Euro mehr für Beratungsstellen

Hilfsangebote gibt es flächendeckend in Thüringen in allen größeren Städten - von Bad Salzungen über Eisenach, Erfurt, Mühlhausen und Saalfeld bis Greiz. Sie seien von großem Wert, weil sie Menschen in einer schwierigen Lage neue Perspektiven vermittelten, erklärte Verbraucherschutzministerin Beate Meißner (CDU). Es gehe dabei nicht nur um Hilfe für überschuldete Menschen, sondern für ihr gesamtes Umfeld - oft seien auch Kinder betroffen.

Sie setze bewusst Schwerpunkte in der Fläche und dort, wo staatliche Hilfe direkt bei den Menschen ankomme, so Meißner. "Deshalb haben wir den Fördertitel für 2026 und 2027 um mehr als eine Million Euro aufgestockt."

Der Andrang ist groß. Grundsätzlich könne der Bedarf gedeckt werden, so das Ministerium. Allerdings müssen sich überschuldete Haushalte in Geduld üben: Die durchschnittliche Wartezeit auf eine Verbraucherinsolvenzberatung habe im vergangenen Jahr bei fünf Wochen gelegen, hieß es aus dem Ministerium.

Offene Rechnungen von im Schnitt 57.000 Euro

Allerdings bestehen große regionale Unterschiede bei den Beratungsstellen, die in der Regel von Wohlfahrtsverbänden oder wie in Jena oder dem Landratsamt Schmalkalden-Meiningen von kommunalen Stellen betrieben werden. In einer Großstadt wie Erfurt gibt es etwa drei Beratungsstellen.

Bei Akutfällen werden nach Angaben von Fachleuten auch kurzfristige Notfalltermine vergeben, wenn das möglich ist. Bundesweit ist im Schnitt von einer Wartezeit von acht bis zwölf Wochen die Rede.

In Thüringen werde regelmäßig eine Schuldnerberatung der Verbraucherinsolvenzberatung vorangestellt. Die Finanzierung der Beratungsstellen sei im vergangenen Jahr überarbeitet, die Grundausstattung an Personal sei etwas erhöht worden.

Die schwache Konjunktur und der angespannte Arbeitsmarkt hinterlassen in Thüringen Spuren: Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen stieg im vergangenen Jahr nach Zahlen des Statistischem Landesamtes um sieben Prozent. Insgesamt wurden 1.530 Verbraucherinsolvenzverfahren beantragt. Im Schnitt standen Privatpersonen mit rund 57.000 Euro bei ihren Gläubigern in der Kreide. Zahlen für die Entwicklung in diesem Jahr liegen noch nicht vor.

Quelle: dpa

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