Worauf es ankommtDen passenden Laufschuh finden: So klappt es!

Der richtige Laufschuh muss zum eigenen Fuß sowie Trainingspensum passen, ausreichend dämpfen und schützen – da fällt die Wahl nicht leicht. Wir zeigen, worauf Sportler achten sollten, wenn sie neue Laufschuhe kaufen möchten.
Ambitionierte Läufer wissen: Der Laufschuh ist entscheidend für Komfort, Laufleistung und Verletzungsprophylaxe, weshalb neben der Größe und der Passform noch einige weitere Kriterien eine Rolle bei der Auswahl spielen. Wir geben einen kurzen Überblick, auf welche Aspekte Sportler beim Kauf von Laufschuhen achten sollten – und welche Modelle empfehlenswert sind.
Wofür ist der Laufschuh gedacht?
Die Anforderungen, die ein optimaler Laufschuh erfüllen sollte, unterscheiden sich je nach Strecke und Laufgewohnheiten. Daher ist es zunächst ratsam, sich genau zu überlegen, wann und wo der Laufschuh seinen Dienst erfüllen soll. Schon bei der Distanz ergeben sich unterschiedliche Bedürfnisse:
Lange Strecken: Wer viele Kilometer zurücklegt, braucht einen Schuh mit guter Dämpfung, um die Gelenke zu schonen. Atmungsaktives Material hilft, Schwitzen zu vermeiden und über die gesamte Laufzeit ein angenehmes Tragegefühl beizubehalten. Ausreichend Stabilität und eine gewisse Energierückführung durch eine gefederte Zwischensohle können dabei helfen, die Ermüdung zu verzögern.
Etwa der Ultraboost 5 von Adidas ist für Mittelstreckenläufe auf Asphalt ausgelegt, also für bis zu 20 Kilometer. Laut Hersteller bietet der Schuh dank eines Höhenunterschieds (auch als Sprengung bezeichnet) von zehn Millimetern zwischen Rück- und Vorderfuß eine hohe Dämpfung sowie eine hohe Energierückgabe.
Reguläre Passform, unisex, neutrale Pronation (Einwärtsdrehung des Fußes)
Außenmaterial und Futter aus Textil
Außensohle aus Gummi
Sprengung: 10 mm (Rückfußhöhe 31 mm/Vorfußhöhe 21 mm)
Hinweis: Die Preise sind volatil und die Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, haben die Händler sie nach Veröffentlichung des Artikels geändert.
Tipp: Adidas erlaubt bei Performance-Laufschuhen wie den Ultraboosts 5 eine Testphase von 30 Tagen. In dieser Zeit darf damit auch schon gelaufen werden. Egal wie der Zustand des Schuhs am Ende ist, eine Rückgabe mit voller Erstattung ist laut Hersteller möglich. Mehr Infos gibt es auf der Adidas-Website.
Kurze Strecken: Für Sprints und Intervalltrainings sind leichte, dynamische Schuhe mit direktem Bodenkontakt ideal. Hier spielt das Gewicht eine entscheidende Rolle: Je leichter der Schuh, desto weniger Widerstand beim Laufen. Die Sohle sollte flexibel sein, damit sie sich schnellen Bewegungswechseln anpassen kann.
Neben der Distanz ist vor allem der Untergrund entscheidend für die Anforderungen, die ein Laufschuh erfüllen sollte: Straße, Laufbahn und freies Gelände unterscheiden sich immerhin in Oberfläche, Härte und Ebenerdigkeit.
Tartanbahnen, Laufbänder: Hier sind leichte, flexible Schuhe mit guter Traktion gefragt. Die Dämpfung darf etwas geringer ausfallen, da der Untergrund weicher ist.
Wer gelegentlich auf dem Laufband oder in der freien Natur joggt, ist etwa mit dem UA Surge 4 von Under Armour gut bedient. Die gepolsterte Zwischensohle soll auch bei längerem Tragen Komfort gewährleisten, während die Außensohle auf nassem und trockenem Untergrund ausreichend Halt bereitet. Bei Amazon zeigen sich die Kunden zufrieden und bewerten den Laufschuh mit 4,2 von fünf Sternen.
Zwischensohle aus EVA
Gummisohle für Halt auch auf nassem Untergrund
Leichtes, atmungsaktives Mesh-Gewebe
Straßen, Bürgersteige: Asphalt und Beton hingegen erfordern eine gute Dämpfung, um die Gelenke zu schonen. Straßenlaufschuhe mit stabiler Sohle und leichter Federung sind ideal. Wer viele Kilometer auf hartem Untergrund läuft, sollte auf ausreichend Unterstützung für den Fuß achten.
Wald, Park: Unebene Naturwege stellen besondere Anforderungen an den Schuh. Trailrunning-Schuhe mit verstärkter Außensohle, griffigem Profil und zusätzlichem Halt im Mittelfußbereich verhindern Wegrutschen und schützen vor Steinen oder Wurzeln.
Empfehlenswert für das Joggen in freiem Gelände ist beispielsweise der Terrex Agravic GTX Trailrunning-Schuh von Adidas. Dank wasserdichter Membran, einer Gummisohle mit tiefem Profil sowie einer gedämpften Zwischensohle sind Outdoor-Läufer laut Hersteller bestens ausgestattet.
Wasserdicht und atmungsaktiv
Sockenähnliche Schaftkonstruktion verhindert das Eindringen von Steinen
Continental-Außensohle mit einer Profiltiefe von 4 bis 5 mm
Sprengung: 8 mm (Rückfußhöhe: 38 mm/Vorfußhöhe: 30 mm)
Das ist beim Material zu beachten
Neben der Sohle spielt auch das Obermaterial des Laufschuhs eine große Rolle, um den perfekten Schuh zu finden. Das Obermaterial bestimmt, wie atmungsaktiv und widerstandsfähig ein Laufschuh ist. Wer auch im Winter und Frühling häufig draußen joggt, kann zu wärmeren Schuhen greifen, die wasserdicht sind. So bleiben die Füße auch bei Regen, in Pfützen und Matsch trocken. Allerdings reduzieren dickere Obermaterialien die Atmungsaktivität. Im Sommer sind daher leichte Mesh-Gewebe empfehlenswert: Sie ermöglichen eine gute Luftzirkulation und verhindern, dass sich Hitze und Schweiß im Schuh stauen.
Bei Amazon sind beispielsweise die Within-Laufschuhe gefragt: Sie haben Bestseller-Status und nach über 19.000 Bewertungen rangieren sie bei 4,3 von fünf Sternen. Die Schuhe haben ein Strickmaterial auf der Oberseite, was sie luftdurchlässig und flexibel macht. Die Einlegesohlen stützen laut Hersteller das Fußgewölbe, lassen sich bei Bedarf aber herausnehmen. Die Schuhe sind vergleichsweise günstig und deshalb eine faire Option für Laufanfänger, die nur kurze Strecken laufen und eine Regelmäßigkeit aufbauen möchten.
Atmungsaktives Mesh-Material
Außensohle aus Gummi
Herausnehmbare Einlegesohlen
Die Dämpfung der Sohle scheint auf dem ersten Blick im Vergleich zu den teureren Modellen relativ gering, sollte für den Einstieg ins Laufen jedoch ausreichen. Bei höherem Trainingsvolumen, längeren Strecken oder auftretenden Schmerzen lohnt sich eventuell ein Upgrade.
Laufschuhe kaufen: So wichtig ist die Sohle
Die Sohle des Schuhs beeinflusst das Laufgefühl maßgeblich – bei speziellen Laufschuhen ebenso wie bei alltäglichen Sneakern oder Winterstiefeln. Bei Laufschuhen sind besonders die Dämpfung und die Federung der Sohle ausschlaggebend, insbesondere für Läufe auf härteren Untergründen wie Asphalt, um die Gelenke zu schonen.
Wer lange Strecken läuft oder schwerer ist, sollte daher auf gut gedämpfte Sohlen setzen. Grundsätzlich gilt: Je höher die Sprengung, desto besser dämpft die Sohle und unterstützt das Abrollen. Gleichzeitig sollte die Sohle flexibel genug sein, um ein natürliches Abrollverhalten zu ermöglichen. Für Leichtathletik- und Sprint-Läufer eignen sich auch Schuhe mit Spikes unter dem Vorderfuß, um besser beschleunigen zu können.
Laufstil und Pronation beim Laufschuh-Kauf beachten
Apropos Abrollverhalten: Jeder Läufer hat ein individuelles Abrollverhalten. Die Pronation beschreibt, wie der Fuß beim Auftreten nach innen einknickt. Eine neutrale Pronation benötigt in der Regel keinen zusätzlichen Halt, während Überpronierer, deren Gelenk stark nach innen einknickt, von stabilisierenden Elementen profitieren. Um herauszufinden, welche Art von Laufschuh sich hier am besten eignet, kann eine professionelle Laufanalyse im Fachhandel oder auf dem Laufband helfen.
So finden Anfänger und Profis den passenden Laufschuh
Laufschuhe sind eine Investition in Komfort und Gesundheit: Laufstil, Untergrund, Strecke und individuelle Vorlieben stellen verschiedene Anforderungen an den Schuh. Die Dämpfung und das Material sind für den Tragekomfort besonders entscheidend, darüber hinaus sollten Läufer auch die Pronation und den Einsatzbereich berücksichtigen. Wer zum ersten Mal Laufschuhe kaufen möchte, kann auch über eine professionelle Laufanalyse herausfinden, welche Schuhe zu den eigenen Bedürfnissen passen.

