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Solar im Herbst und WinterKann ein Balkonkraftwerk auch in der dunklen Jahreszeit funktionieren?

16.10.2026, 04:30 Uhr
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Sommer, Sonne, Stromersparnis – aber was passiert mit einem Balkonkraftwerk in der dunklen Jahreszeit? (Foto: IMAGO / epd)

Auch bei wenig Sonne kann ein Balkonkraftwerk immer noch Strom produzieren. Die Erträge fallen im Herbst und Winter aber spürbar geringer aus. Was ist trotzdem möglich?

Wenn die Temperaturen fallen und sich die Sonne kaum noch zeigt, stellt sich für Besitzer eines Balkonkraftwerks eine berechtigte Frage: Funktioniert die kleine Solaranlage unter diesen Bedingungen überhaupt noch? Die kurze Antwort lautet an dieser Stelle: Ja. Denn für die Stromproduktion ist nicht die Wärme entscheidend, sondern ausschließlich das verfügbare Licht. Allerdings gibt es Grenzen und genau die machen sich im Winter besonders bemerkbar.

Funktioniert ein Balkonkraftwerk auch bei Frost und Wolken?

Solarmodule benötigen keine direkte Sonneneinstrahlung, um Strom zu erzeugen. Sie können auch diffuses Tageslicht nutzen, das beispielsweise durch eine geschlossene Wolkendecke dringt. Selbst an einem grauen Dezembertag kann ein Balkonkraftwerk deshalb Strom liefern. Niedrige Temperaturen sind dabei kein Hindernis. Im Gegenteil: Solarzellen arbeiten bei Kälte effizienter als bei hohen Temperaturen. Entscheidend ist also weniger das Thermometer als die Menge des einfallenden Lichts.

Allerdings benötigt auch der Wechselrichter eine gewisse elektrische Leistung, um den erzeugten Gleichstrom in nutzbaren Wechselstrom umzuwandeln. Bei extrem schwachen Lichtverhältnissen, etwa in der Dämmerung oder bei dichter Bewölkung, kann die Einspeisung deshalb vollständig aussetzen. Sobald wieder genügend Energie zur Verfügung steht, nimmt der Wechselrichter seinen Betrieb automatisch auf. Eine besondere Wintereinstellung ist dafür nicht erforderlich.

Was bringt ein Balkonkraftwerk im Winter tatsächlich?

Auch kleine Strommengen können im Haushalt immer noch sinnvoll genutzt werden. Liefert das Balkonkraftwerk beispielsweise nur noch 50 Watt, reicht diese Leistung aus, um zumindest einen Teil der sogenannten Grundlast zu decken. Dazu gehören unter anderem WLAN-Router, Kühlschrank und andere Geräte, die dauerhaft oder regelmäßig Strom benötigen. Der Solarstrom wird dabei automatisch im Haushalt verbraucht und reduziert die benötigte Energie aus dem öffentlichen Netz. Reicht die Leistung nicht aus, kommt der fehlende Strom wie gewohnt aus der Steckdose.

Wie stark die Stromproduktion im Winter wirklich zurückgeht, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Grundsätzlich entsteht der größte Teil des jährlichen Solarertrags zwischen Frühjahr und Spätsommer. Besonders in den Monaten November bis Februar fällt die Stromausbeute dagegen vergleichsweise gering aus. Das wird vor allem durch die kürzeren Tage, niedrige Sonnenstände und die häufig stärkere Bewölkung bedingt. Wie viel Strom ein Balkonkraftwerk tatsächlich produziert, hängt außerdem von der Ausrichtung, dem Neigungswinkel und möglichen Verschattungen ab. Selbst bei günstigen Bedingungen bleiben die Erträge im Winter meist deutlich hinter denen der Sommermonate zurück. Für die Wirtschaftlichkeit ist deshalb weniger die Stromproduktion an einzelnen Wintertagen entscheidend als der Ertrag über das gesamte Jahr.

Welche Balkonkraftwerke eignen sich für den ganzjährigen Einsatz?

Spezielle Winter-Balkonkraftwerke sind für den Betrieb in der dunklen Jahreszeit nicht notwendig. Wichtiger sind ausreichend Modulfläche, eine geeignete Montage und ein auf die Solarmodule abgestimmter Wechselrichter. Auch moderne Zelltechnologien können den Wirkungsgrad verbessern, gleichen das fehlende Sonnenlicht aber längst nicht aus. Für den unkomplizierten Einstieg kommen beispielsweise Systeme mit 960 Wp Modulleistung infrage.

Kleines Kraftwerk Duo BC: 960 Wp mit moderner Zelltechnologie

Ein Beispiel ist das Duo BC von Kleines Kraftwerk. Das Set kombiniert zwei bifaziale Glas-Glas-Module mit jeweils 480 Wp und einen 800-Watt-Wechselrichter von Hoymiles. Die verwendeten Back-Contact-Solarzellen besitzen ihre elektrischen Kontakte auf der Rückseite, wodurch mehr Fläche auf der Vorderseite für die Lichtaufnahme zur Verfügung steht. Laut Hersteller erreichen die Module dadurch einen Wirkungsgrad von bis zu 23,5 Prozent.

Der Wechselrichter verfügt über zwei unabhängige MPPT-Eingänge und ermöglicht die Überwachung der Erträge per App. Dank der Schutzklasse IP67 ist er für den Außeneinsatz ausgelegt. Mit 960 Wp schöpft das Balkonkraftwerk zudem die nach aktueller Produktnorm zulässige Modulleistung für einen normgerechten Schuko-Anschluss vollständig aus.

  • Modulleistung: 960 Wp aus 2 Solarmodulen

  • Zelltechnologie: Back-Contact, bifazial, Glas-Glas

  • Wechselrichter: Hoymiles HMS-800-2WB mit 800 Watt

  • Ausstattung: 2 MPPT-Eingänge, WLAN und App-Überwachung

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Hinweis: Die Preise sind volatil und die Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, haben die Händler sie nach Veröffentlichung des Artikels geändert.

Bei Amazon: 2.000-Watt-Balkonkraftwerk von Solakon

Deutlich größer fällt das bei Amazon erhältliche 2.000-Wp-Balkonkraftwerk von Solakon aus. Dank vier bifazialer Solarmodule mit jeweils 500 Wp kann das System auch bei schwächerer Sonneneinstrahlung mehr Strom erzeugen, sofern die Module ausreichend Licht erhalten. Zum Set gehört außerdem der All-in-One-Speicher Solakon ONE mit 4,22 kWh Speicherkapazität, bestehend aus einem Hauptgerät und einer Batterieerweiterung. Der integrierte Hybrid-Wechselrichter begrenzt die Einspeiseleistung auf maximal 800 Watt.

Der Speicher ermöglicht es, überschüssigen Solarstrom für die Abend- und Nachtstunden aufzubewahren. Gerade im Winter ist dieser Vorteil allerdings begrenzt, da an trüben Tagen häufig nur wenig Energie zum Speichern übrig bleibt. Seine Stärken spielt das System deshalb hauptsächlich in den ertragreicheren Sommermonaten aus.

  • Modulleistung: 2.000 Wp aus 4 Solarmodulen

  • Zelltechnologie: N-Typ-TOPCon, bifazial

  • Speicher: Solakon ONE mit 4,22 kWh (LiFePO₄)

  • Wechselrichter: integriert, maximal 800 Watt Einspeiseleistung

  • Ausstattung: 4 MPPT-Eingänge, WLAN und App-Steuerung

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Fazit: Auch wenig Winterstrom ist besser als keiner

Ein Balkonkraftwerk kann auch bei Minusgraden und bedecktem Himmel zuverlässig arbeiten, sofern ausreichend Tageslicht vorhanden ist. Die eingespeiste Leistung fällt zwar meist gering aus, kann aber zumindest einen Teil des laufenden Stromverbrauchs decken. Eine Stromversorgung bei Netzausfall ist mit einem gewöhnlichen Balkonkraftwerk dagegen nicht möglich.

Wirtschaftlich entscheidend bleibt ohnehin die gesamte Jahresproduktion. Die vergleichsweise schwachen Wintermonate machen eine Mini-Solaranlage deshalb nicht unrentabel. Sie liefern lediglich einen kleineren Beitrag zu den Einsparungen, die hauptsächlich im Frühjahr und Sommer entstehen.

Quelle: ntv.de