Preis und Leistung im CheckLohnt sich die American Express Gold Card?

Gold ist günstiger als Platin – zumindest bei American Express. Während für die Platinum Card 60 Euro pro Monat fällig werden, kostet die Gold Card 20 Euro monatlich. Für wen rechnet sie sich? Der Check.
Die American Express Gold Card kostet 240 Euro im Jahr und bringt neben dem Membership Rewards Programm mehrere Reise-, Mobilitäts- und Shopping-Extras mit. Aktuell winken Neukunden zudem bis zu 50.000 Membership Rewards Punkte. Auch optisch hat American Express aufgerüstet: Die Gold Card wird mittlerweile aus Metall angeboten und ist wahlweise in Gold oder Roségold erhältlich. Entscheidend für die Kosten-Nutzen-Rechnung ist aber weniger die Optik als die Frage, welche der enthaltenen Extras tatsächlich genutzt werden.
American Express Gold Card: 240 Euro Jahresgebühr für Extras
Mit 240 Euro pro Jahr ist die Gold Card deutlich günstiger als die Platinum Card, gehört aber dennoch nicht zu den erschwinglichen Kreditkarten. Dafür kombiniert American Express das Bezahlen und Punktesammeln mit mehreren Guthaben und einem Versicherungspaket.
Interessant ist die Karte damit vor allem für Menschen, die regelmäßig mit Kreditkarte zahlen, Punkte sammeln möchten und einige der Reise- und Lifestyle-Extras ohnehin nutzen würden. Zu den wichtigsten Leistungen gehören aktuell:
Aktion: Bis zu 50.000 Membership Rewards Punkte als gestaffelter Willkommensbonus (bei Erreichen des Mindestumsatzes)
Teilnahme am Membership Rewards Programm
2 x 40 Euro Lodenfrey-Shoppingguthaben halbjährlich
Monatlich 5 Euro Freenow-Taxiguthaben
2 x 25 Euro Sixt rent-Mietwagenguthaben halbjährlich
Monatlich 20 Euro Sixt+ Auto Abo-Guthaben
Vergünstigter Priority Pass für Airport-Lounges
Versicherungspaket für Reisen und Alltag
Eine Zusatzkarte aus Plastik ohne zusätzliches Kartenentgelt
Hinweis: Die Konditionen von Finanzprodukten können sich schnell ändern. Sollte sich etwa der Bonus von dem hier angegebenen unterscheiden, hat der Anbieter ihn nach Veröffentlichung des Artikels angepasst.
Der aktuelle Willkommensbonus richtet sich an Neukunden, die in den vergangenen 18 Monaten nicht Hauptkarteninhaber einer deutschen American Express Karte waren, und ist an einen Mindestumsatz gekoppelt. Für mindestens 3.000 Euro Kartenumsatz innerhalb der ersten sechs Monate gibt es 20.000 Membership Rewards Punkte. Werden im gleichen Zeitraum weitere 2.000 Euro umgesetzt, kommen 30.000 Punkte hinzu. Insgesamt sind damit bei mindestens 5.000 Euro Umsatz innerhalb von sechs Monaten bis zu 50.000 Punkte möglich. Zudem gelten weitere Bedingungen, unter anderem darf die Karte innerhalb der ersten zwölf Monate nicht gekündigt oder gewechselt werden.
Nur wer ohnehin auf diese Beträge kommt, profitiert vom Willkommensbonus in Form von Punkten. Wer extra Geld ausgibt, nur um den erforderlichen Umsatz zu erreichen, gibt am Ende womöglich mehr aus, als die gesammelten Punkte überhaupt wert sind.
Gold Card: Wiegen die Guthaben die Kosten auf?
Bei der Gold Card lässt sich ein Teil der Jahresgebühr bereits über die verschiedenen Guthaben rechnerisch wieder hereinholen. Allerdings sind diese stärker auf bestimmte Anbieter zugeschnitten als etwa ein frei einsetzbares Reiseguthaben.
Zu den regelmäßigen Guthaben gehören unter anderem:
80 Euro Lodenfrey-Shoppingguthaben pro Jahr, aufgeteilt auf zweimal 40 Euro halbjährlich
60 Euro Freenow-Taxiguthaben pro Jahr, verteilt auf monatlich 5 Euro
Bis zu 240 Euro Sixt+ Auto Abo-Guthaben pro Jahr, verteilt auf monatlich 20 Euro
50 Euro Sixt rent-Mietwagenguthaben pro Jahr, aufgeteilt auf 25 Euro halbjährlich
Allein diese Guthaben liegen rechnerisch über dem Kartenentgelt von 240 Euro. Diese Rechnung geht allerdings nur auf, wenn die jeweiligen Dienste und Händler ohnehin genutzt werden. Ein monatliches Sixt+-Guthaben besitzt beispielsweise wenig Gegenwert für jemanden, für den ein Auto-Abo überhaupt nicht infrage kommt oder der dies nur selten nutzen würde.
Die Gold Card ist deshalb kein Selbstläufer. Wer ohnehin Freenow nutzt, gelegentlich einen Mietwagen bucht oder bei Lodenfrey einkauft, kann die Jahresgebühr dadurch leichter ausgleichen. Wer diese Ausgaben regulär nicht hat, spart auch mit den zusätzlichen Guthaben nicht.
Vergünstigter Priority Pass statt integriertem Lounge-Paket
Beim Lounge-Zugang bleibt ein deutlicher Unterschied zur Platinum Card, mit der Vielreisende direkten Zugang zu weltweit mehr als 1.550 Flughafen-Lounges erhalten. Bei der Gold Card ist ein kostenloser Priority Pass nicht enthalten. Karteninhaber können die Mitgliedschaft lediglich zu vergünstigten Konditionen abschließen. Wer mehrmals im Jahr Lounges besuchen möchte, sollte die zusätzlichen Kosten deshalb in die Rechnung einbeziehen.
Reiseversicherungen gehören zum Kartenpaket
Einen wichtigen Teil des Kartenpakets machen hingegen die Versicherungen aus. American Express nennt für die Gold Card unter anderem eine integrierte Reiserücktrittskosten- und Auslandskrankenversicherung. Hinzu kommen weitere Absicherungen wie eine Schlüsselverlustversicherung und ein europaweiter Kfz-Schutzbrief. Welche Versicherungen greifen, hängt von den jeweiligen Bedingungen und teilweise vom Karteneinsatz ab.
Gerade für Reisende können die Policen einen zusätzlichen Gegenwert darstellen. Vor einer Reise lohnt sich dennoch ein genauer Blick in die Versicherungsbedingungen, etwa auf Selbstbehalte, Deckungssummen und Voraussetzungen. Bei einigen Reiseversicherungen ist der Versicherungsschutz an den Einsatz der Gold Card geknüpft.
Membership Rewards: Mit jeder Zahlung Punkte sammeln
Wie die Platinum Card nimmt auch die Gold Card am Membership Rewards Programm teil. Bei qualifizierten Kartenzahlungen werden automatisch Punkte gesammelt, die anschließend unterschiedlich eingesetzt werden können.
Mögliche Einlösungen sind unter anderem:
Übertragung zu Airline- und Hotelprogrammen
Reisebuchungen
Bezahlen ausgewählter Kartentransaktionen mit Punkten
Gutscheine
Spenden
Der tatsächliche Gegenwert eines Punktes ist nicht festgeschrieben, sondern hängt stark davon ab, wie er verwendet wird. Besonders lukrativ kann die Übertragung zu Vielfliegerprogrammen sein. Hier gelten jeweils individuelle Tauschverhältnisse, die auf der Seite von American Express nachgeschaut werden können. Je nach Einlösung lassen sich Membership Rewards Punkte beispielsweise für Prämienflüge oder Upgrades in die Business- oder First Class einsetzen.
American Express Gold Card: Welche Zusatzkosten fallen an?
Neben den monatlich 20 Euro Kartenentgelt sollten mögliche Gebühren bei der Nutzung der American Express Gold Card nicht vergessen werden. Bargeldabhebungen kosten vier Prozent des abgehobenen Betrags, mindestens jedoch fünf Euro. Bei Umsätzen in Fremdwährungen berechnet American Express zusätzlich zwei Prozent auf den Fremdwährungsumsatz.
Für Bargeldabhebungen und Zahlungen in Fremdwährungen gehört die Gold Card damit nicht zu den günstigsten Reisekreditkarten. Wer häufig außerhalb des Euroraums unterwegs ist, sollte dies bei der Kartenwahl beachten oder zusätzlich auf eine Visa- oder Mastercard ohne Fremdwährungs- beziehungsweise Abhebegebühren setzen, wenn auf die Leistungen der Gold Card nicht verzichtet werden möchte.
Auch bei der Akzeptanz kann eine zweite Karte sinnvoll sein. American Express wird zwar bei vielen großen Händlern, Onlineshops, Hotels und Restaurants akzeptiert, Visa und Mastercard sind insbesondere bei kleineren Händlern aber stärker verbreitet.
Fazit: Für wen lohnt sich die American Express Gold Card?
Mit 240 Euro Jahresgebühr ist die American Express Gold Card kein Schnäppchen, auch wenn sie deutlich günstiger ist als die Platin-Variante. Im Gegenzug fällt der Mindestumsatz für den maximalen aktuellen Willkommensbonus mit insgesamt 5.000 Euro innerhalb von sechs Monaten deutlich niedriger aus als bei dieser und ist sicher für einige realistischer zu erreichen. Dazu kommen Versicherungen und mehrere Guthaben.
Ob die Rechnung langfristig aufgeht, entscheidet sich vor allem an deren Nutzung. Besonders die Freenow-, Lodenfrey- und Sixt-Guthaben besitzen nur dann einen echten Gegenwert, wenn entsprechende Ausgaben ohnehin geplant sind. Wer diese Angebote regelmäßig nutzt, kann einen Teil des Kartenentgelts rechnerisch ausgleichen.
Alternative: Miles & More Gold Credit Card
Wer statt Membership Rewards Punkten lieber direkt Miles-&-More-Meilen sammelt, kann die Miles & More Gold Credit Card als Alternative ins Auge fassen. Die Karte kostet 11,50 Euro pro Monat und damit 138 Euro im Jahr. Pro zwei Euro Kartenumsatz wird eine Meile gesammelt. Zusätzlich gehören ein Versicherungspaket und der Marriott Bonvoy Silver Elite Status zum Kartenpaket.
Noch bis zum 31. August 2026 gibt es bei einem Neuantrag ein Willkommenspaket aus 4.000 Meilen, 40 Points und einem 100-Euro-Lufthansa-Gutschein.
Leistungen im Überblick:
11,50 Euro Kartenentgelt pro Monat
Aktuell: 100-Euro-Lufthansa-Gutschein, 4.000 Meilen und 40 Points Willkommensbonus
Eine Meile je zwei Euro Kartenumsatz
Versicherungspaket
Marriott Bonvoy Silver Elite Status
Welche Karte besser passt, hängt damit auch vom bevorzugten Bonusprogramm ab. Die American Express Gold Card bietet mit dem Membership Rewards Programm mehr Möglichkeiten beim Transfer zu unterschiedlichen Partnerprogrammen und kombiniert diese mit mehreren Guthaben. Die Miles & More Gold Credit Card ist dagegen stärker auf das Lufthansa-Ökosystem zugeschnitten und kostet mit 138 Euro pro Jahr deutlich weniger. Als Mastercard dürfte die Miles-&-More-Karte zudem in mehr Läden einsetzbar sein als die American Express Gold Card.