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Herbst-Sonne richtig nutzenSo ist das Balkonkraftwerk jetzt richtig ausgerichtet

21.10.2025, 08:00 Uhr
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Weniger Sonne als im Sommer: Die gute Ausrichtung eines Balkonkraftwerks kann sich gerade im Herbst und Winter lohnen. (Foto: IMAGO / Eibner)

Solar-Fans und Balkonkraftwerk-Besitzer aufgemerkt: Mit der richtigen Herbst-Ausrichtung lassen sich auch bei tiefem Sonnenstand optimale Erträge erzielen und Stromkosten senken.

Der Boom bei Balkonkraftwerken hält auch 2026 an: Anfang Oktober waren laut Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur bereits mehr als 1,5 Millionen der steckerfertigen Solaranlagen in Deutschland in Betrieb. Doch mit den kürzeren Tagen und der tiefer stehenden Sonne sinken im Herbst und Winter jetzt die möglichen Stromerträge. Umso wichtiger werden jetzt die richtige Ausrichtung, der Neigungswinkel und ein möglichst schattenfreier Standort der Module. Wir zeigen, wie es geht.

Balkonkraftwerke: Veränderte Bedingungen im Herbst

Mit dem Herbst verändert sich die Sonneneinstrahlung deutlich: Die Tage werden kürzer und die Sonne steht zunehmend tiefer am Himmel. Während sie im Hochsommer mittags in Deutschland Höhenwinkel von etwa 60 bis 65 Grad erreicht, fällt dieser Wert im Herbst spürbar ab. Zur Wintersonnenwende steigt die Sonne je nach Standort sogar auf weniger als 20 Grad über den Horizont. Gleichzeitig verkürzt sich die Zeit zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang erheblich. Für Balkonkraftwerke bedeutet das insgesamt deutlich schlechtere Bedingungen bei der Stromerzeugung.

Zusätzlich schränken häufige Bewölkung, Nebel und längere Schlechtwetterperioden die verfügbare Sonnenenergie ein. Trotzdem können Balkonkraftwerke auch in der dunklen Jahreszeit einen Teil des Strombedarfs decken. Ein Vorteil ist dabei die niedrigere Umgebungstemperatur, denn Solarmodule arbeiten bei Kälte effizienter als bei großer Hitze. Entscheidend bleibt jedoch, möglichst viel von der ohnehin begrenzten Sonneneinstrahlung einzufangen. Mit der richtigen Ausrichtung und einem angepassten Neigungswinkel lassen sich die Erträge gerade im Herbst und Winter unter Umständen deutlich verbessern.

Kleines Kraftwerk XL Quattro: Viel Solarleistung für die dunkle Jahreszeit

Eine besonders gut für die dunklere Jahreszeit geeignete Balkonkraftwerke-Variante ist die Ausführung XL Quattro des deutschen Anbieters Kleines Kraftwerk. Mit gleich vier bifazialen Solarpanels und 2.000 Watt Peak (Wp) Leistung können die PV-Module den 800-Watt-Wechselrichter nämlich auch dann noch mit ausreichend Strom beliefern, wenn die Sonne im Herbst und Winter nicht mehr ihre volle Kraft entfalten kann.

Die Details:

  • Solarmodule: 4× 500 Watt, bifazial

  • Wechselrichter: 800 Watt Hoymiles HiFlow-800-Pro mit WLAN und App

  • Anschluss: 5-Meter-Schuko-Kabel (andere Optionen gegen Aufpreis möglich)

  • Lieferumfang: 4 Solarmodule, Wechselrichter, Schuko-Steckdosenkabel, 2 Verlängerungskabel

  • Halterungen: gegen Aufpreis erhältlich (196 Euro)

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Balkonkraftwerk Quattro mit vier bifazialen Modulen (2.000 Wp+)
509,00 €789,00 €

Hinweis: Die Preise sind volatil und die Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, haben die Händler sie nach Veröffentlichung des Artikels geändert.

Ausrichtung als Effizienz-Stellschraube

Laut Fraunhofer ISE kann die präzise Ausrichtung der Solarpanels nach Süden, kombiniert mit einem Neigungswinkel von 30 bis 40 Grad, den Ertrag des Balkonkraftwerkes deutlich steigern. Die Südausrichtung gewährleistet nämlich gleichmäßige Erträge über den gesamten Tag mit einer maximalen Mittagsproduktion. Dies ist die beste Ausrichtung für ein Balkonkraftwerk, da die Sonne auf diese Weise im Tagesverlauf am gleichmäßigsten und stärksten auf die Solarmodule trifft.

Der Neigungswinkel beeinflusst, wie senkrecht das Sonnenlicht auf die Moduloberfläche trifft. Je direkter die Einstrahlung, desto höher der Ertrag. Im Jahresverlauf variiert der optimale Winkel erheblich. Während im Sommer flachere Neigungen von 25 bis 35 Grad ideal sind, kann im Winter ein steilerer Winkel der Panels zwischen 50 und 60 Grad die Ausbeute erheblich verbessern. Wer nicht jahreszeitlich anpassen möchte, kann einen Kompromisswinkel um 35 Grad wählen, der ganzjährig akzeptable Erträge liefert.

Neigungswinkel saisonal anpassen: Mehr Solar-Ertrag im Herbst

Wer jedoch bereit ist, die Neigung saisonal anzupassen, kann die Jahresproduktion deutlich erhöhen. Die optimale Herbst-Einstellung liegt zwischen den Sommer- und Winterwerten. Für Oktober und November empfehlen sich Neigungswinkel zwischen 45 und 50 Grad. Diese Einstellung berücksichtigt den bereits deutlich gesunkenen Sonnenstand, ohne die gelegentlichen sonnigen Herbsttage mit noch höherem Sonnenstand zu vernachlässigen.

Die praktische Umsetzung erfordert bei verstellbaren Systemen nur wenige Minuten Zeitaufwand. Wichtig ist dabei, dass die Befestigung nach der Anpassung auch weiterhin sicher ist, damit etwaige Herbststürme die Module nicht beschädigen. Wer schon mal am Balkonkraftwerk schraubt, sollte die Gelegenheit nutzen, um die Module zu reinigen, da Staub, Pollen und Laub die Leistung beeinträchtigen können.

Effizienz-Tipp: Verschattung im Herbst vermeiden

Mit dem niedrigeren Sonnenstand nimmt die Gefahr der Verschattung durch Gebäude, Bäume oder Balkone zu. Selbst teilweise verschattete Module verlieren dabei erheblich an Leistung. Bei seriell verschalteten Modulen kann die Verschattung eines einzigen Elements die Gesamtleistung der Anlage drastisch reduzieren. Im Herbst sollte daher besonders auf potenzielle Schattenquellen geachtet werden. Eine Beobachtung der Anlage zu verschiedenen Tageszeiten zeigt, wann und wo Verschattungen auftreten.

Es geht aber auch andersherum: Laubbäume, die im Sommer noch belaubt waren und Schatten warfen, können im Herbst nach dem Laubfall plötzlich freie Sicht auf die Sonne ermöglichen. Umgekehrt werfen Nachbargebäude in der tief stehenden Sonne längere Schatten. Eine minimale Verschiebung der Module kann bereits ausreichen, um kritische Verschattungen zu vermeiden. Bei unvermeidbarer Teilverschattung helfen Module mit Bypass-Dioden, die Verluste zu minimieren. Die Überprüfung und gegebenenfalls Neupositionierung im Herbst sichert optimale Erträge für die gesamte dunkle Jahreszeit.

2.000 Wp mit vier Modulen: Leistungsstarkes Komplett-Set mit EcoFlow-Wechselrichter (800 W)

Sunniva kombiniert bei diesem über Amazon erhältlichen Komplett-Set vier bifaziale 500-Wp-Module mit einem EcoFlow-Mikrowechselrichter mit 800 Watt Einspeiseleistung, inklusive Bluetooth- und WiFi-Monitoring. Auf diese Weise bleibt die Einspeisung im Rahmen der gesetzlichen Regelungen für die einfache Anmeldung, zugleich ermöglichen Reserven stabile Erträge bei schwächerem Licht. Kleiner Nachteil: Befestigungsmaterial ist auch bei diesem Balkonkraftwerk nicht enthalten und muss separat bestellt werden.

Die Details:

  • Solarmodule: 4× 500 Wp, bifazial, Full Black

  • Wechselrichter: EcoFlow Stream, 800 Watt, Monitoring via Bluetooth/Wi-Fi

  • Anschluss: 5-Meter-Steckdosenkabel (Schuko)

  • Lieferumfang: 4 Solarmodule, Wechselrichter, 5-Meter-Kabel

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Fazit: Gerade im Herbst lohnt sich die richtige Ausrichtung

Auch wenn Balkonkraftwerke im Herbst und Winter deutlich weniger Strom erzeugen als im Sommer, lässt sich mit einigen einfachen Maßnahmen das Beste aus der verfügbaren Sonnenenergie herausholen. Ein steilerer Neigungswinkel, möglichst wenig Verschattung und saubere Module können die Erträge verbessern. Besonders bei Anlagen mit verstellbaren Halterungen lohnt sich deshalb eine Anpassung an den niedrigeren Sonnenstand. Wunder sind allerdings nicht zu erwarten: Die kürzeren Tage und häufigere Bewölkung begrenzen die Stromproduktion selbst bei optimaler Ausrichtung. Dennoch kann ein Balkonkraftwerk auch in der dunklen Jahreszeit einen Beitrag zur Stromversorgung leisten.

Quelle: ntv.de