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Solar-Versprechen geprüftÜber 2.000 Euro im Jahr sparen: Ist das mit der Anker Solarbank 4 Pro wirklich realistisch?

14.10.2026, 09:02 Uhr
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Mit Balkonkraftwerk oder Solaranlage lässt sich mittelfristig ordentlich Geld sparen. Was aber ist dran am 2.000-Euro-Versprechen von Anker? (Foto: IMAGO / Sven Simon)

Anker stellt mit der Solarbank 4 Pro eine jährliche Stromkostenersparnis von bis zu 2.234 Euro in Aussicht. Diese Rechnung geht aber nur unter bestimmten Voraussetzungen auf.

Balkonkraftwerke erzeugen vor allem bei strahlendem Sonnenschein Strom. Im Haushalt steigt der Bedarf aber häufig erst am Abend. Batteriespeicher können überschüssige Energie für später aufbewahren und so den Netzbezug reduzieren. Mit der neuen Solarbank 4 Pro hat Anker ein Bindeglied zwischen Balkonkraftwerk und größeren Solaranlagen im Angebot, da der Speicher für beide Solar-Varianten geeignet ist. In seiner Werbung stellt der Hersteller dabei massive Einsparungen von mehr als 2.200 Euro jährlich in Aussicht. Doch was steckt wirklich hinter dieser Zahl, und unter welchen Bedingungen kann sich der Speicher tatsächlich lohnen?

2.234 Euro im Jahr sparen: So rechnet Anker

Diese Zahl klingt erstmal beeindruckend: Laut Anker sind mit der Solarbank 4 Pro jährliche Einsparungen von bis zu 2.234 Euro möglich. Auch die recht kurze Amortisationszeit von rund drei Jahren dürfte das Interesse vieler Haushalte wecken. Ein Blick in die Fußnoten der Herstellerrechnung zeigt allerdings, dass für diese Werte nicht nur ein Batteriespeicher, sondern auch eine umfangreiche Solaranlage vorausgesetzt wird.

Damit passt auch die angegebene Amortisierung zum Einstiegspreis – für das dem Rechenmodell zugrundeliegende Set-up werden nämlich 6.487 Euro fällig. Das ist wesentlich teurer als ein Balkonkraftwerk mit der Solarbank 4. Die gibt es beim deutschen Anbieter Kleines Kraftwerk nämlich schon für nur 1.899 Euro.

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Hinweis: Die Preise sind volatil und die Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, haben die Händler sie nach Veröffentlichung des Artikels geändert.

Das steckt hinter der Anker-Modellrechnung:

  • Solarmodule: 12 Panels mit jeweils 500 Wp, insgesamt 6.000 Wp

  • Speicherkapazität: 20 kWh durch die Solarbank 4 Pro und 3 Erweiterungsakkus

  • Ausgangsleistung: 2.500 Watt ins Hausnetz

  • Stromverbrauch: 7.000 kWh jährlich

  • Strompreis: 40 Cent pro Kilowattstunde

  • Gesamtkosten: 6.487 Euro laut Anker, einschließlich 499 Euro für Elektriker und Registrierung

Für diese Konfiguration, die einer mittelgroßen Dach-Solaranlage entspricht, setzt Anker einen jährlichen Solarertrag von 6.798 kWh an. Davon gelten zunächst 81 Prozent als im Haushalt nutzbar, was rund 5.506 kWh entspricht. Nach Abzug eines angenommenen AC-Entladeverlusts von acht Prozent verbleiben 5.066 kWh. Hinzu kommen weitere 520 kWh durch eine zusätzliche Nutzung von 30 Prozent des rechnerischen Stromüberschusses. Wie genau der Hersteller diese Nutzung berechnet, wird allerdings nicht erläutert.

Insgesamt ergeben sich damit 5.586 kWh selbst genutzter Strom aus der PV-Anlage. Multipliziert mit den angenommenen 40 Cent pro Kilowattstunde ergibt das die jährliche Ersparnis von rund 2.234 Euro. Bei den angesetzten Anschaffungskosten wäre das gesamte System so rechnerisch bereits nach 2,9 Jahren amortisiert.

Die Anker Solarbank 4 Pro im Detail

Diese Dimensionierung der Anker-Rechnung ergibt dabei durchaus Sinn. Die Solarbank 4 ist nämlich darauf ausgelegt, ein Bindeglied zwischen typischem Balkonkraftwerk-Akku und echtem Stromspeicher für große Solaranlagen zu sein. Das belegen folgende Leistungsdaten:

  • Speicherkapazität: 5.024 Wh, mit zusätzlichen Akkus auf bis zu 30 kWh erweiterbar

  • Solareingang: bis zu 5.000 Watt mit 4 unabhängigen MPPT-Trackern für unterschiedliche Modulausrichtungen

  • Ausgangsleistung: 800 Watt im Steckersolarbetrieb oder bis zu 2.500 Watt bei fachgerechtem PV-Anlagen-Anschluss

  • Notstrom: Separater Off-Grid-Ausgang mit bis zu 2.500 Watt für direkt angeschlossene Verbraucher

  • Energiemanagement: intelligente Steuerung anhand von Verbrauch, Wettervorhersagen und dynamischen Stromtarifen

  • Haltbarkeit: Lithium-Eisenphosphat-Akku mit laut Hersteller 10.000 Ladezyklen und 10 Jahren Garantie

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Warum die Rechnung für normale Balkonkraftwerke einfach nicht aufgeht

Der entscheidende Unterschied zum Balkonkraftwerk liegt bei Größe und Leistung der Anlage. Für sogenannte Steckersolargeräte mit vereinfachter Anmeldung gelten nämlich strenge Regeln. Maximal 2.000 Wp kombinierte Modulleistung und 800 Watt Wechselrichterleistung sind erlaubt. Alles darüber erfordert fachgerechte Installation und Anmeldung durch einen Profi. Die von Anker kalkulierten 6.000 Wp und 2.500 Watt Ausgangsleistung gehen deutlich darüber hinaus und unterliegen damit einem anderen Regelwerk.

Hinzu kommen weitere Unsicherheiten: Anker legt einen stolzen Ertrag von 1.133 kWh je installiertem kWp und Jahr zugrunde, ohne konkreten Standort oder Ausrichtung der Module zu nennen. Dazu liegt die maximal mögliche PV-Eingangsleistung der Solarbank mit 5.000 Watt unter den von dem Modell kalkulierten 6.000 Wp Modulleistung. Eine solche Überbelegung ist technisch zwar nicht ungewöhnlich, mögliche Ertragsbegrenzungen werden in der Rechnung jedoch nicht ausreichend erläutert. Unklar bleibt zudem, wie die von Anker pauschal berechneten 30 Prozent des Restüberschusses überhaupt genutzt werden sollen.

Selbst der angenommene Strompreis von 40 Cent pro Kilowattstunde liegt klar über dem bisherigen Durchschnitt von 37 Cent pro Kilowattstunde im Jahr 2026, den der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) ermittelt hat. Immerhin: selbst bei diesem Preis ergäben sich unter ansonsten identischen Annahmen noch rund 2.067 Euro im Jahr. Entscheidend bleibt aber: Die ausgewiesene Zahl beschreibt den insgesamt vermiedenen Netzstrombezug durch das gesamte Solarsystem und nicht die Einsparung durch den Speicher alleine.

Was macht die Anker Solarbank 4 Pro trotzdem interessant?

Ankers Modellrechnung zeigt vor allem, welches Einsparpotenzial ein großes, aufeinander abgestimmtes Solarsystem unter sehr günstigen Bedingungen bieten kann. Für klassische Balkonkraftwerke sind die 2.234 Euro dagegen kein realistischer Vergleichswert. Das bedeutet aber nicht, dass die Anschaffung der Solarbank 4 Pro grundsätzlich unwirtschaftlich wäre.

Tatsächlich bietet das Gerät einige technische Eigenschaften, die den All-in-One-Speicher für Balkonkraftwerke und Solaranlagen interessant machen. Die hohe Basiskapazität, mehrere unabhängige Solareingänge und die Möglichkeit zur späteren Erweiterung sprechen vor allem Haushalte an, die ihre Eigenversorgung langfristig ausbauen möchten.

Besonders interessant ist das Zusammenspiel aus Speicher und intelligenter Verbrauchssteuerung. Mit einem kompatiblen Smart Meter lässt sich die Energieabgabe an den tatsächlichen Bedarf anpassen. Auch die Nutzung günstiger Tarifzeiten ist vorgesehen, wobei mögliche Einsparungen von den Preisunterschieden und den Speicherverlusten abhängen. Chip.de lobte im eigenen Test die Ausstattung und die smarte Steuerung, bemängelte aber unter anderem einen teilweise hohen Standby-Stromverbrauch.

Für wen lohnt sich die Solarbank 4 Pro wirklich?

Ihre Stärken spielt die Solarbank 4 Pro vor allem dort aus, wo viel Solarstrom erzeugt und regelmäßig verbraucht wird. Für Haushalte mit mehreren Solarmodulen und großem Strombedarf kann die hohe Speicherkapazität sinnvoll sein. Das gilt insbesondere, wenn ein Ausbau der Anlage geplant ist oder zusätzliche Verbraucher wie Wärmepumpe und Elektroauto den Strombedarf erhöhen. Auch die Möglichkeit, über einen fachgerecht installierten Anschluss bis zu 2.500 Watt ins Hausnetz abzugeben, erweitert die Einsatzmöglichkeiten gegenüber gewöhnlichen Balkonkraftwerken. Eine entsprechend große Solaranlage und ein passendes Verbrauchsprofil bleiben dabei allerdings Voraussetzung für wirklich hohe Einsparungen.

Für kleinere Balkonkraftwerke ist die Solarbank dagegen häufig überdimensioniert. Schon die Basiskapazität von rund fünf kWh fällt für eine Anlage mit zwei Modulen vergleichsweise groß aus. Die HTW Berlin empfiehlt als Faustregel maximal 1,5 kWh nutzbare Speicherkapazität je kWp PV-Leistung und zusätzlich eine Begrenzung anhand des Jahresstromverbrauchs. Größere Reserven erhöhten darüber hinaus nicht automatisch die Stromkostenersparnis.

Für ein gewöhnliches Balkonkraftwerk mit wenigen Modulen können kleinere Speicher deshalb die wirtschaftlichere Lösung sein – etwa der Vorgänger Anker Solix Solarbank 2 mit zwei 500-Wp-Modulen. Dieses Set gib es derzeit bei Amazon für rund 760 Euro.

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Fazit: Leistungsstarker Speicher, aber optimistische Sparversprechen

Die von Anker in Aussicht gestellten 2.234 Euro jährliche Stromkostenersparnis sind nicht völlig aus der Luft gegriffen, aber ein sehr optimistischer Modellwert für eine große Solaranlage. Auf den klassischen Balkonkraftwerk-Betrieb lässt sich diese Summe nicht einfach übertragen. Die Solarbank 4 Pro bleibt dennoch ein interessantes Speichersystem für größere Installationen: Hohe Kapazität, leistungsfähige Anschlüsse und intelligentes Energiemanagement bieten zahlreiche Möglichkeiten, mehr selbst erzeugten Strom zu nutzen. Ob sich die Investition rechnet, hängt letztlich von der Größe der Anlage, dem tatsächlichen Verbrauch und den Gesamtkosten ab – nicht von der maximal beworbenen Ersparnis.

Quelle: ntv.de