Fußball-WM 2019

Wieder VAR-Drama bei Fußball-WM England siegt, Kamerun streikt und weint

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Untröstlich: Kameruns Ajara Nchout, nachdem ihr Tor zum 1:2-Anschlusstreffer gegen England per VAR-Korrektur wieder aberkannt worden war.

(Foto: REUTERS)

Englands Fußballerinnen stehen als drittes Team im Viertelfinale der WM in Frankreich. Ihr Weg dorthin ist allerdings beschwerlich, denn ihr Achtelfinale verläuft äußerst turbulent. Aus Protest gegen zwei VAR-Korrekturen streikt Gegner Kamerun gleich zweimal. Auch Tränen fließen beim WM-Chaos.

Englands Fußballerinnen haben bei der Weltmeisterschaft in Frankreich das Viertelfinale erreicht. Der WM-Dritte von 2015 setzte sich in einer kuriosen, phasenweise chaotischen Partie mit 3:0 (2:0) gegen Kamerun durch und kämpft am Donnerstag (21 Uhr) in Le Havre gegen Norwegen um den Einzug ins Halbfinale. Die Norwegerinnen hatten sich am Samstag mit 4:1 im Elfmeterschießen gegen Australien durchgesetzt.

In Valenciennes ging England durch seine Kapitänin Steph Houghton (15.) nach einem indirekten Freistoß am Fünfmeterraum früh in Führung - zuvor hatte Kameruns Torhüterin Anette Ngo Ndom einen Rückpass regelwidrig aufgenommen. Mit ihrem vierten Turniertreffer baute Ellen White (45.+4) die Führung aus, Alex Greenwood sorgte schließlich für die Entscheidung (58.).

Zwischen dem zweiten und dritten Treffer für England stand die Partie jedoch zweimal vor dem Abbruch, weil die Kamerunerinnen die Spielfortsetzung verweigerten. Zunächst protestierte das Team kurz vor dem Pausenpfiff gegen die Anerkennung des 2:0 für England, bei dem die chinesische Schiedsrichterin Liang Qin zunächst auf Abseits entschieden hatte. Eine Fehlentscheidung, die vom deutschen Videoassistenten Bastian Dankert korrigiert wurde - was Kamerun allerdings zunächst nicht akzeptieren wollte. Deshalb versammelte sich das komplette Team inklusive Torhüterin im Mittelkreis und weigerte sich minutenlang zu spielen, ehe schließlich doch wieder gekickt wurde.

Kurz nach dem Anpfiff der zweiten Halbzeit wurde dann per Videobeweis der vermeintliche Anschlusstreffer für Kamerun durch Ajara Nchout wieder aberkannt, weil es in der Entstehung eine hauchdünne Abseitsposition gegeben hatte. Die verhinderte Torschützin Nchout brach auf dem Platz in Tränen aus und protestierte weinend auf dem Spielfeld und bei ihrem Trainer. Sie musste von Teamkolleginnen getröstet werden, ehe es in Valenciennes weitergehen konnte.

Insgesamt gab es bei der Partie in beiden Halbzeiten 18 Minuten Nachspielzeit, ehe Englands Viertelfinaleinzug nach Überlänge schließlich feststand. Das ernüchternde Fazit des englischen Nationaltrainers Phil Neville lautete dementsprechend trotz des Siegs: "Es hat sich nicht wie Fußball angefühlt."

Quelle: n-tv.de, cwo/sid