Bundesliga-Klubs sollen vor Anpfiff eine Minute schweigen
Die Deutsche Fußball Liga (DFL) empfiehlt für das kommende Wochenende in der Bundesliga und der 2. Bundesliga anlässlich des Terrorangriffs der Hamas in Israel eine Schweigeminute. Dies teilte der Ligaverband mit. "Nach den verheerenden Geschehnissen" soll auf diese Weise den Opfern in Israel gedacht werden, hieß es in dem Statement. Der blutige Überfall der islamistischen Hamas auf Israel mit mindestens 1300 Toten und die harte israelische Reaktion im Gazastreifen haben den internationalen Sport in Israel stillgelegt. Die Partien von Israels Nationalteam in der laufenden EM-Qualifikation wurden zunächst verschoben.
Auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) empfiehlt vor den Partien in der 3. Liga und in der Bundesliga der Fußballerinnen am kommenden Wochenende eine Schweigeminute. "Der terroristische Anschlag der Hamas auf die israelische Zivilbevölkerung und die verheerende Eskalation im Nahost-Konflikt sorgen auch im deutschen Fußball für tiefe Betroffenheit", hieß es in einer DFB-Mitteilung. Der Verband wolle gemeinsam mit der DFL ein Zeichen setzen.
Trotz Pfeifkonzert: England-Star wirbt kräftig für Saudi-Arabien
Englands Fußball-Nationalspieler Jordan Henderson hat sich gegen die Kritik an seinem Saudi-Arabien-Wechsel gewehrt und befürwortet eine Austragung der WM 2034 in seiner neuen Wahlheimat. "Das sind aufregende Zeiten für sie als Land, und ich glaube, es wird ein besonderes Turnier werden, wenn sie es bekommen", sagte Henderson Reportern vor dem nächsten Qualifikationsspiel gegen Italien am Dienstag (20.45 Uhr). Beim 1:0 im Test gegen Australien war der 33-Jährige von den englischen Fans mit Pfiffen bedacht worden, weil er im Sommer in das umstrittene Land gewechselt war.
Wenn die WM 2034 in Saudi-Arabien ausgetragen würde, hätte Henderson nach derzeitigem Stand keinerlei Sorgen. "Ich bin seit zwei Monaten dort und es gab keine Probleme mit Fans oder ähnlichem. Wenn wir uns Katar ansehen, war es ein gutes Turnier. Ich glaube, dass die Fans das Turnier genossen haben und ich denke, dass es in Saudi-Arabien nicht anders sein wird", sagte Henderson, der für Al-Ettifaq spielt.
"Traumpaar": Matthäus spricht über Kimmich-Zukunft in der Nationalmannschaft
Lothar Matthäus glaubt trotz der zuletzt starken Leistungen von İlkay Gündoğan und Pascal Groß im Mittelfeldzentrum weiter an regelmäßige Einsätze für Joshua Kimmich in der Fußball-Nationalmannschaft. "Ja, es gab ohne Kimmich zwei Siege in Folge, aber wenn er fit ist, wird Nagelsmann ihn spielen lassen", schrieb Matthäus in seiner Kolumne für den TV-Sender Sky über den Profi des FC Bayern. Kimmich hatte beim 3:1 beim Debüt von Bundestrainer Julian Nagelsmann in den USA krank gefehlt, beim 2:1 gegen Frankreich zuvor saß der 28-Jährige angeschlagen auf der Bank.
Im Mittelfeldzentrum stehe Nagelsmann in Kimmich und Gündoğan "ein Traumpaar" zur Verfügung, urteilte Matthäus. "Hier geht es einzig und allein um die Abstimmung und die Disziplin in der Aufgabe." Es müsse klar sein, wer den Ball aus der Verteidigung hole und von wem der erste offensive Impuls ausgehe, forderte der 62-Jährige. Aus Sicht von Matthäus ist auch eine Versetzung von Kimmich in die Abwehrreihe eine Option. "Wir haben keinen gelernten top Rechtsverteidiger und Kimmich spielt auch dort spitze."
Nach Makkabi-Kritik: DOSB stellt sich hinter Israel
Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) verurteilt die Terroranschläge der Hamas in Israel und hat der israelischen Gemeinde in Deutschland Unterstützung zugesichert. Der Verband habe "angesichts der schrecklichen, menschenverachtenden Terroranschläge der Hamas in Israel sein Mitgefühl, seine Trauer und seine tiefe Solidarität mit Israel und seinen jüdischen Partnern und Freunden und Freundinnen in Israel und in Deutschland ausgesprochen", hieß es.
"Wir sind im Austausch mit Makkabi Deutschland und dem Zentralrat der Juden in Deutschland zu den antisemitischen Vorfällen der vergangenen Tage", schrieb der DOSB weiter. Man werde diese Gespräche weiter intensiv führen, "um alle erdenklichen Anstrengungen gegen Gewalt und Antisemitismus" zu unternehmen.
Alon Meyer hatte am Sonntag als Präsident des deutsch-jüdischen Sportverbandes Makkabi mangelnde Solidarität vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) und vom DOSB beklagt. "Selbstverständlich vermisse ich dort die uneingeschränkte Solidarität. Die hätte sofort kommen müssen. Zwar gab es bilaterale Gespräche, Telefonanrufe. Aber das reicht meines Erachtens definitiv nicht aus", sagte Meyer dem Deutschlandfunk.
Kuntz-los glücklich: Türkei dankt entlassenem deutschen Trainer
Hand in Hand tanzten die türkischen Nationalspieler nach ihrem EM-Coup in der Kabine, und irgendwie war auch Stefan Kuntz noch mit dabei. "Ich möchte mich ausdrücklich bei Stefan bedanken. Er hat hier gute Arbeit geleistet", sagte Inter-Star Hakan Calhanoglu nach der geglückten Qualifikation für die Fußball-EM 2024 über den im September entlassenen Coach. Mit den warmen Worten an Kuntz war der Ex-Leverkusener allerdings recht alleine.
Denn die türkischen Medien feierten nach dem 4:0 gegen Lettland vor allem den für Kuntz geholten Vincenzo Montella. "Herzlichen Glückwunsch, Mister. Wir fahren nach Deutschland!", schrieb etwa die Zeitung Fanatik und sparte nicht mit einem Seitenhieb an den Ex-Trainer: "Der Wendepunkt war der Abgang von Kuntz. Jetzt sehen wir das wahre Gesicht der türkischen Mannschaft."
Tatsächlich gelang es dem Italiener, in nur zwei Spielen für Aufbruchstimmung zu sorgen. "Vielen Dank nicht nur für das EM-Ticket, sondern auch dafür, dass Sie uns neue Hoffnung gegeben haben", schrieb die Hürriyet. Schon mit dem 1:0 beim WM-Halbfinalisten Kroatien hatte Montella bei seinem Debüt überrascht, der Sieg gegen Lettland brachte nun die insgesamt sechste EM-Teilnahme und die dritte in Folge.
Bei Nagelsmann und DFB passt nicht nur das Hemd
Der erste Auftritt von Neu-DFB-Coach Julian Nagelsmann hinterlässt Eindruck. Nicht nur die Spielidee des 36-Jährigen weckt Hoffnung auf eine Rückkehr zu glorreichem Fußball, auch er selbst setzt einen Akzent - mit seiner Kleiderwahl.
Regelbruch für Machterhalt? IOC-Boss Bach äußert sich vorsichtig
IOC-Präsident Thomas Bach hat sein Zögern in der hochumstrittenen Frage nach einer Verlängerung seines Mandats an der Spitze des Ringekonzerns verteidigt. "Einige Kollegen denken, dass eine Kampagne so früh vor der Wahl (2025 in Athen, d.Red.) die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in Paris stört", sagte Bach nach dem zweiten Teil der 141. IOC-Session in Mumbai. Zudem sei es "eine Frage des Respekts", meinte Bach, "dass Antworten nicht über die Medien, sondern direkt gegeben werden".
Am Sonntag hatten einige Mitglieder Bach aufgefordert, über das Ende seiner Amtszeit 2025 das Internationale Olympische Komitee weiter anzuführen. Dafür muss die Olympische Charta geändert werden, die zwölf Jahre als maximale Amtszeit für den IOC-Präsidenten vorsieht. Die Begrenzung war unter Bachs Vorgänger Jacques Rogge nach zahlreichen Korruptionsskandalen eingeführt worden.
Deutscher Squash-Chef ist begeistert von Olympia-Chance
Der deutsche Verbandspräsident Michael Gäde hat die Aufnahme seiner Sportart ins Programm der Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles als "Meilenstein in der Squashgeschichte" bezeichnet. "Die Erleichterung ist riesengroß", sagte Gäde nach der Entscheidung der IOC-Mitglieder in Mumbai, "wir standen in der Vergangenheit mehrfach auf der sogenannten Shortlist und waren damit knapp vor dem Ziel, und nun hat der Squashsport es geschafft."
Viermal hatte sich Squash vergeblich beworben, in LA darf sich der rasante Rückschlagsport nun auf der großen Bühne präsentieren. Aus gutem Grund, meint Gäde. "In den letzten Jahren wurde sehr viel an der medialen Darstellung unseres Sports auf vielen verschiedenen Ebenen erfolgreich gearbeitet, es wurden immer mehr qualitativ hochwertige Live-Übertragungen geschaffen", sagte er. Zudem sei "Squash im Austragungsland USA sehr präsent und eine der wachstumsgrößten Sportarten".
Nagelsmann lässt Lahm etwas lang Vermisstes wieder entdecken
Der frühere Fußball-Nationalspieler Philipp Lahm bewertet das Debüt von Bundestrainer Julian Nagelsmann positiv. "Man hat wieder eine Mannschaft gesehen, die leidenschaftlich Fußball gespielt hat", sagte der Turnierdirektor der Heim-EM 2024 über den 3:1-Auswärtssieg gegen die USA. "Man hat gesehen, wie schnell eine Begeisterung überschwappen kann."
Um das nachhaltig zu schaffen, müsse aber die Leistung stimmen, so Lahm weiter. "Wenn man gewinnt, ist das umso besser. Aber in erster Linie muss sich jeder Bürger und jede Bürgerin in der Mannschaft wiederfinden. Jetzt muss ein Kern, ein Gesicht entstehen, um eine erfolgreiche Europameisterschaft zu spielen." Lahm ist der Direktor der EM 2024, für die sich die ersten Nationen neben dem Gastgeber bereits qualifiziert haben.
Daum erklärt Koks-Affäre mit "labiler Lebenssituation"
Christoph Daum blickt im RTL/ntv-Interview zurück auf das wahrscheinlich definierende Ereignis seiner Karriere: die Koks-Affäre. Danach sei ihm "der Boden unter den Füßen weggezogen" worden. Die Konsequenzen akzeptiert der ehemalige Bundesliga-Trainer jedoch bis heute.
Bora-Team holt nach Superstar auch Superstar-Trainer
Der deutsche Rad-Rennstall Bora-hansgrohe hat eineinhalb Wochen nach der Verpflichtung von Giro-Sieger Primoz Roglic auch dessen langjährigen Trainer unter Vertrag genommen. Wie die Raublinger mitteilten, wechselt Marc Lamberts vom niederländischen Spitzenteam Jumbo-Visma zu Bora-hansgrohe. Der Belgier, der seinen ehemaligen Arbeitgeber nach acht Jahren verlässt, gilt als absoluter Radsportfachmann.
"Nachdem wir bei Jumbo-Visma mit dem Gewinn aller drei Grand Tours in diesem Jahr Geschichte geschrieben haben, hatte ich das Gefühl, meine Ziellinie erreicht zu haben", sagte Lamberts. "Deshalb bin ich sehr glücklich, noch einmal neu anzufangen."
Bora-hansgrohe, das 2022 den Gesamtsieg von Jai Hindley beim Giro d'Italia bejubeln durfte, will in den kommenden Jahren bei den großen Landesrundfahrten eine noch größere Rolle spielen. Nach der Verpflichtung von Zeitfahr-Olympiasieger Roglic hofft das Team unter anderem auf einen Coup bei der Tour de France 2024.
Deutsches Tennis-Talent scheidet in Rumänien chancenlos aus
Tennis-Talent Noma Noha Akugue hat beim WTA-Turnier in Cluj-Napoca Lehrgeld gezahlt. Die 19-Jährige aus Reinbek unterlag der an Position vier gesetzten Spanierin Rebeka Masarova in der ersten Runde des WTA-Turniers in Rumänien 4:6, 0:6. Im zweiten Satz geriet die Außenseiterin vor allem beim zweiten Aufschlag schnell unter Druck und hatte ihrer erfahreneren Gegnerin nur noch wenig entgegenzusetzen. Noha Akugue war in diesem Sommer in Hamburg erstmals auf der Tour groß in Erscheinung getreten. Bei ihrem Heimatturnier erreichte sie sensationell das Finale, unterlag dann aber der Niederländerin Arantxa Rus.
Tanzeinlage von Thomas Müller begeistert Millionen
Thomas Müller hat am Rande der US-Tour der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in einem Tiktok-Video ein unterhaltsames Tänzchen hingelegt. Der Nationalspieler tänzelte mit dem deutschen Social-Media-Star Noel Robinson im Pratt & Whitney Stadium von Hartford auf dem Rasen vor einer Gruppe von Nachwuchskickern. Zum Song "Calm Down" von Rema nimmt Robinson, besser bekannt als "noelgoescrazy", Müller den Ball weg. Danach tänzeln die beiden, der eine geschmeidiger als der andere, vor den sichtlich begeisterten Kindern und lachen sich selbst schlapp. Robinson hat allein auf dem Videoportal Tiktok 36 Millionen Follower, Müller folgen dort 3,8 Millionen Menschen.
Hopp feiert Pikachu-Triumph
Der langjährige deutsche Darts-Primus Max Hopp ist von Senkrechtstarter Ricardo Pietreczko angetan. Pietreczko, Spitzname Pikachu, hatte am Sonntagabend als zweiter deutscher Profi nach Hopp ein Event auf der European Tour gewonnen und dabei auch Peter Wright (Schottland) und Michael van Gerwen (Niederlande) besiegt. "Er hat mich schwer beeindruckt, alleine das Spiel gegen seinen deutschen Kontrahenten Martin Schindler war mit einem Average von 107 eine herausragende Leistung", sagte Hopp. Hopp hatte sich 2018 beim European-Tour-Turnier in Saarbrücken durchgesetzt.
Auch die Leistungen gegen die Ex-Weltmeister Wright und van Gerwen haben Hopp nachhaltig beeindruckt. "100 Prozent Doppelquote im Finale gegen einen zweimaligen Weltmeister, das ist aller Ehren wert. Dieser Erfolg wird ihm und dem deutschen Darts-Sport sehr guttun", sagte Hopp über den 28-Jährigen. Hopp selbst hat seine Tourcard inzwischen verloren und konnte in den vergangenen Jahren nicht an frühere Erfolge anknüpfen. Bei der EM in Dortmund (26. bis 29. Oktober) ist Pietreczko neben WM-Halbfinalist Gabriel Clemens und Martin Schindler als dritter deutscher Vertreter qualifiziert.
"Finde ich klasse": Füllkrug lobt BVB für Rückholaktion
Niclas Füllkrug hat die geplante Rückholaktion der Dortmunder Nationalspieler mit einem Privatjet unmittelbar nach dem zweiten Länderspiel des DFB-Teams gegen Mexiko zum Abschluss der USA-Reise begrüßt. "Ich finde es klasse, dass der BVB das macht. Jeder weiß, dass wir vier Nationalspieler beim BVB eine gewisse Rolle spielen und dort auch gerade einen ganz guten Job machen", sagte der BVB-Angreifer dem "Kicker" (Montag).
Der Anpfiff der Partie gegen Mexiko erfolgt nach deutscher Zeit am Mittwoch um 2 Uhr (ARD/Liveticker auf ntv.de) in Philadelphia. Der BVB eröffnet aber schon am Freitagabend (20.30 Uhr/DAZN) mit dem Heimspiel gegen Werder Bremen den 8. Bundesliga-Spieltag.
Für seine vier Akteure Füllkrug, Mats Hummels, Julian Brandt und Niklas Süle hat die Borussia darum ein Flugzeug gechartert, damit sie schon am Mittwochnachmittag wieder in Dortmund sind. Der DFB-Tross landet dagegen erst am Donnerstagmorgen wieder in Frankfurt.
Megablock haut St. Brown den Weg in die Endzone frei
Die Detroit Lions mit dem Deutsch-Amerikaner Amon-Ra St. Brown sind auf Play-Off-Kurs. Gegen die Bucaneers lassen sie keinen Zweifel an ihren Ambitionen aufkommen und halten Tampa Bay erfolgreich von der Endzone fern. Am Ende spricht das Scoreboard eine deutliche Sprache.
Zweitpopulärste Sportart der Welt feiert nach 128 Jahren Comeback bei Olympia
Cricket hat die letzte Hürde auf dem Weg zur Rückkehr ins olympische Programm bei den Sommerspielen 2028 in Los Angeles überwunden. Die Aufnahme der nach Fußball weltweit populärsten Sportart in den Wettkampfplan erhielt in Mumbai bei zwei Gegenstimmen die Zustimmung der Generalversammlung des Internationalen Olympischen Komitees. Auch Baseball und Softball, Lacrosse, Flag Football und Squash werden wie von den Organisatoren vorgeschlagen 2028 dabei sein.
Vor dem Hintergrund der IOC-Session in Indien erhielt das Comeback von Cricket besondere Aufmerksamkeit. Mit der Aufnahme der Sportart wollen die Olympia-Macher auch für mehr Interesse auf dem wirtschaftlich attraktiven Markt im bevölkerungsreichsten Land der Erde sorgen. Bei Olympia wurde Cricket nur 1900 in Paris gespielt.
"Sozusagen Schweigegeld": Ex-Boss sieht beim DFB "aus meiner Sicht alles Fälle von Untreue"
Für den früheren Verbandspräsidenten Fritz Keller ist der Deutsche Fußball-Bund bei seiner Krisenbewältigung nicht groß vorangekommen. "Es ist so viel unter den Teppich gekehrt worden in den vergangenen Jahren, es sind immer noch Verfahren anhängig. Ich würde erwarten, dass der DFB die Missstände in seiner internen Revision konsequenter angeht und nicht irgendwie hofft, dass alles unterm Teppich bleibt", sagte Keller, der von 2019 bis 2021 den DFB anführte, der "Frankfurter Rundschau". "Dieser Laden muss aufgeräumt werden. Das ist immer noch nicht ausreichend passiert".
Er erwarte mehr Bereitschaft zur Aufklärung, sagte Keller, der den DFB finanziell in einer schwierigen Lage sieht. "Weil man weiß, dass der DFB so löchrig ist wie ein Großsieb, mussten die operativen Fachleute im Finanzbereich, auf die niemand gehört hat und die man loswerden wollte, teuer abgefunden werden. Da wurde sozusagen Schweigegeld bezahlt."
Es sei unfassbar, wie viel Geld der DFB alleine für Anwaltskanzleien und dubiose "Aufklärungs"-Firmen ausgegeben habe. "Geld, das für den Fußball ausgegeben werden sollte, nicht für Juristen und Ex-Geheimdienstler. Das sind aus meiner Sicht alles Fälle von Untreue", monierte der 66-Jährige.
Keller musste im Mai 2021 zurücktreten, nachdem er den damaligen Vizepräsidenten Rainer Koch während einer DFB-Sitzung mit dem Namen eines NS-Richters bezeichnet hatte. Im März 2022 hat Bernd Neuendorf Kellers Nachfolge angetreten.
Das gab's noch nie: Olympische Spiele lagern Sportarten aus
Bei den Olympischen Winterspielen 2026 werden die Wettbewerbe für Bob, Rodeln und Skeleton außerhalb Italiens stattfinden. Das gab Giovanni Malago als Organisationschef der Spiele in Mailand und Cortina d'Ampezzo auf der IOC-Session im indischen Mumbai bekannt. Österreich hat den Veranstaltern bereits die Nutzung seiner Bahn in Innsbruck angeboten. Damit finden erstmals in der 102-jährigen Geschichte der Winterspiele Wettbewerbe außerhalb des Gastgeberlandes statt.
Hintergrund für die Verlegung ist die Entscheidung, dass die Pläne zum Neubau der abgerissenen Eugenio-Monti-Bahn in Cortina aufgegeben wurden, nachdem sich kein Unternehmen auf die Ausschreibung beworben hat. Es gab auch wachsenden Widerstand wegen der finanziellen und ökologischen Auswirkungen. Erst vor zwei Tagen habe die italienische Regierung die Organisatoren darüber informiert, dass sie das Projekt in Cortina nicht weiterführen und stattdessen eine nachhaltige Option in Betracht ziehen sollten, sagte Malago: "Wir arbeiten bereits daran, gemeinsam mit dem IOC und den internationalen Verbänden alle möglichen Lösungen und Alternativen zu prüfen."
Stützles Senators starten stark in die Saison
Eishockey-Youngster Tim Stützle (21) darf sich mit den Ottawa Senators über einen erfolgreichen Saisonstart in der NHL freuen. Die Senators feierten ein 5:2 gegen Tampa Bay Lightning, es war der zweite Sieg im dritten Spiel. Erst am Samstag hatten die Kanadier das gleiche Ergebnis gegen die Philadelphia Flyers eingefahren.
Gegen Tampa gelang Stützle nun sein zweiter Saisontreffer, der Stürmer traf in der Schlussphase ins leere Tor. Mit gut 22 Minuten bekam er die meiste Eiszeit aller Senators-Angreifer. In der vergangenen Spielzeit hatte Ottawa beim Kampf um die Play-offs keine Rolle gespielt. "Wir haben als Team schon viel Prügel kassiert", sagte Senators-Coach D.J. Smith: "Als junge Spieler müssen sie sich entwickeln und mussten dabei oft verlieren. Wir wissen, wie schwierig es ist, hier zu gewinnen und dass wir um jeden Inch kämpfen müssen." Erneut stach Stützles Teamkollege Brady Tkachuk (24) heraus, der wie schon am Samstag doppelt traf und zudem einen Assist beisteuerte.
Abwehrsorgen ade? Bedient sich der FC Bayern bei RB Leipzig?
Wildert der FC Bayern bei RB Leipzig? Laut dem Portal "fichajes.net" haben die Münchner Castello Lukeba ins Visier genommen. Demnach beobachtet der deutsche Rekordmeister, den angesichts der dünnen Personaldecke weiter Abwehrsorgen plagen, den 20 Jahren alten Innenverteidiger ganz genau, und ist bereit, tief in die Tasche zu greifen. Der Franzose war erst im Sommer für 30 Millionen Euro von Olympique Lyon nach Leipzig gewechselt. Dort ist sein Vertrag noch bis 2028 datiert. In der laufenden Länderspielphase war er erstmals für die A-Nationalmannschaft nominiert worden, blieb gegen die Niederlande aber zuletzt noch ohne Einsatz. Sein Marktwert liegt bei 25 Millionen Euro, Tendenz stark steigend.
Holstein Kiel begrüßt 100.000 neue "Mitarbeitende" für Biodiversität
Gleich 100.000 neue "Mitarbeitende" konnte Fußball-Zweitligist Holstein Kiel in diesem Jahr auf dem bewaldeten Trainingsgelände in Kiel-Projensdorf begrüßen. Die Norddeutschen leisteten durch zwei Bienenvölker "einen kleinen Beitrag zur Biodiversität", schrieb der KSV Holstein in einer Pressemitteilung.
Bienen sind bekanntlich überlebenswichtig für das Ökosystem, sie bestäuben 80 Prozent aller Kultur- und Wildpflanzen und sichern auch die Artenvielfalt und Ernte. "Nach dem Umzug aus dem Winterlager haben die Bienen ein bis zwei Tage gebraucht, um die neue Umgebung auszukundschaften und sich zu akklimatisieren. Aber seitdem fühlen sie sich hier heimisch", sagte Utha Bonowsky von der Stadt-Imkerei Kieler Honig über die Ankunft der Bienen auf dem Vereinsgelände von Holstein. Knapp drei Monate später entnahm die Imkerin die Waben, um den Honig schleudern zu können, der übrigens nicht für den Verkauf, sondern für die Mitarbeitenden des Vereins bestimmt ist.
Makkabi-Kapitän fürchtet weitere Spiele unter Polizeischutz
Kapitän Doron Bruck von Makkabi Berlin rechnet damit, auch die nächsten Fußballspiele unter Polizeischutz zu bestreiten. "Ich glaube, es wird leider zur Normalität. Man guckt schon nochmal ein bisschen mehr um sich, weil es eine andere Qualität hat, was gerade in Israel passiert. Deswegen bin ich auch hier in Deutschland alarmiert", sagte der 28-Jährige nach dem Sieg im Berliner Landespokal gegen Berolina Stralau.
Nach der Eskalation des Nahost-Konflikts hatte die Berliner Polizei Schutzmaßnahmen ergriffen, um rund um das Spiel des jüdischen Vereins für Sicherheit zu sorgen. Aus Angst vor antisemitischen Anfeindungen standen am Sonntag zwei Streifenwagen über die gesamte Spieldauer vor dem Eingang. Die Taschen der Zuschauer wurden kontrolliert. Für Bruck, der selbst Jude ist, sind das keine neuen Erfahrungen. "Es ist fast wie Alltag für uns. Das gab es schon bei Spielen in meiner Kindheit oder in den letzten Jahren bei Makkabi Berlin", sagte er über den Polizeischutz. Angst verspüre er daher nicht. "Es ist eher ein Gefühl von Sicherheit und eine Wertschätzung, dass wir vom deutschen Staat geschützt werden."
Manuel Neuer darf am Samstag wieder spielen
Manuel Neuer vom FC Bayern könnte einem Medienbericht zufolge schon am kommenden Wochenende ins Tor der Münchner zurückkehren. Wie der "Kicker" berichtet, soll es von den Ärzten und dem Trainerteam laut jetzigem Zustand womöglich die Freigabe für einen Einsatz im Auswärtsspiel am Samstag (18:30 Uhr/Sky) beim 1. FSV Mainz 05 geben. Wann der 37-Jährige erstmals nach monatelanger Verletzungspause wieder für den deutschen Fußball-Rekordmeister auf dem Feld stehen wird, soll Neuer letztendlich aber ganz alleine entscheiden dürfen. Am 21. Oktober sind die Münchner in Mainz zu Gast, drei Tage später geht es in der Champions League bei Galatasaray Istanbul weiter. Das nächste Heimspiel steht am 28. Oktober gegen Darmstadt 98 an. Der TV-Sender "Sky" hatte bereits berichtet, Neuer wolle spätestens gegen Darmstadt wieder im Tor und dann auch direkt in der Startelf stehen. Nationalkeeper Neuer hat seit seinem Beinbruch im Dezember nicht mehr für den Klub gespielt.
Rapinoe muss Karriereende wegen Blitz-Doppelpack verschieben
Fußball-Star Megan Rapinoe hat ihre Karriere um mindestens ein weiteres Spiel verlängert und ihren Club OL Reign mit zwei Toren in die Playoffs der NWSL geschossen. Beim 3:0 (0:0) gegen die Chicago Red Stars erzielte die 38-Jährige binnen einer Minute zwei nahezu identische Tore, als der Ball jeweils aus halblinker Position über den Innenpfosten den Weg ins Netz fand. In der nordamerikanischen Profi-Liga belegte OL Reign durch den Sieg Rang vier in der Tabelle und machte den Einzug in die Playoffs perfekt. Am Freitag trifft die Mannschaft in Seattle in der ersten Runde auf Angel City FC aus Los Angeles.
"Das ist großartig, dass wir nach Hause kommen und zu Hause spielen können", sagte Rapinoe dem TV-Sender CBS. "Das war eine ziemliche Achterbahn der Gefühle, von womöglich qualifizieren wir uns nicht hin zu wir haben jetzt Heimrecht in der ersten Runde." Rapinoe beendet ihre Karriere mit dem Ende dieser Saison, theoretisch hätte sie gegen Chicago zum letzten Mal als Profi auf dem Platz stehen können. Vor drei Wochen hatte sich Rapinoe bereits mit einem letzten Einsatz von der Nationalmannschaft verabschiedet.