Der Sport-Tag

Der Sport-Tag"Sozusagen Schweigegeld": Ex-Boss sieht beim DFB "aus meiner Sicht alles Fälle von Untreue"

16.10.2023, 09:26 Uhr

Für den früheren Verbandspräsidenten Fritz Keller ist der Deutsche Fußball-Bund bei seiner Krisenbewältigung nicht groß vorangekommen. "Es ist so viel unter den Teppich gekehrt worden in den vergangenen Jahren, es sind immer noch Verfahren anhängig. Ich würde erwarten, dass der DFB die Missstände in seiner internen Revision konsequenter angeht und nicht irgendwie hofft, dass alles unterm Teppich bleibt", sagte Keller, der von 2019 bis 2021 den DFB anführte, der "Frankfurter Rundschau". "Dieser Laden muss aufgeräumt werden. Das ist immer noch nicht ausreichend passiert".

  • Er erwarte mehr Bereitschaft zur Aufklärung, sagte Keller, der den DFB finanziell in einer schwierigen Lage sieht. "Weil man weiß, dass der DFB so löchrig ist wie ein Großsieb, mussten die operativen Fachleute im Finanzbereich, auf die niemand gehört hat und die man loswerden wollte, teuer abgefunden werden. Da wurde sozusagen Schweigegeld bezahlt."

  • Es sei unfassbar, wie viel Geld der DFB alleine für Anwaltskanzleien und dubiose "Aufklärungs"-Firmen ausgegeben habe. "Geld, das für den Fußball ausgegeben werden sollte, nicht für Juristen und Ex-Geheimdienstler. Das sind aus meiner Sicht alles Fälle von Untreue", monierte der 66-Jährige.

  • Keller musste im Mai 2021 zurücktreten, nachdem er den damaligen Vizepräsidenten Rainer Koch während einer DFB-Sitzung mit dem Namen eines NS-Richters bezeichnet hatte. Im März 2022 hat Bernd Neuendorf Kellers Nachfolge angetreten.

Quelle: ntv.de