mit Torben SiemerBei Hertha unerwünscht: Union schnappt sich Torwart
Champions-League-Teilnehmer Union Berlin hat Keeper Alexander Schwolow verpflichtet und damit sein Torhüter-Team komplettiert. Das teilte der Fußball-Bundesligist mit. Der 31-Jährige hatte zuletzt beim Stadtrivalen Hertha BSC unter Vertrag gestanden, dort war sein Arbeitspapier nach dem Abstieg der Alten Dame einvernehmlich aufgelöst worden.
"Alex ist ein gestandener Bundesliga-Torwart", sagte Union-Geschäftsführer Oliver Ruhnert: "Trotz seiner zuletzt nicht einfachen Situation war er schnell bereit, die Herausforderung Union anzunehmen, um selbst zu alter Stärke zurückzufinden. Mit der nötigen Geduld sind wir sicher, dass dies gelingen wird und er unsere Optionen erhöht."
Vor seinem Wechsel zur Hertha hatte Schwolow in der Bundesliga für den SC Freiburg zwischen den Pfosten gestanden. In der abgelaufenen Saison war er an Ligakonkurrent Schalke 04 ausgeliehen, mit dem er die Klasse nicht halten konnte. Insgesamt bestritt der gebürtige Wiesbadener bislang 199 Bundesligaspiele.
Magath weist FC Bayern auf "wichtigste Personalie" hin
Der frühere Bayern-Trainer Felix Magath hält die Rückkehr von Manuel Neuer ins Münchner Tor für "noch wichtiger" als den erhofften Königstransfer von Stürmerstar Harry Kane. Neuer sei die "wichtigste Personalie" beim deutschen Fußball-Rekordmeister, sagte Magath bei skysport.de. Der Kapitän "würde den Bayern wieder Stabilität geben, was nicht die Aufgabe eines Harry Kane wäre", meinte Magath: "Kane muss vorne die Tore machen und ist von seinen Mitspielern abhängig, während Neuer als der Mann, der hinten dirigiert und stabilisiert am bedeutendsten für die Mannschaft ist."
Kanes Wechsel zu den Bayern würde Magath trotz der Bedeutung von Neuer liebend gerne sehen. "Ein Mann, der über so lange Zeit so viele Tore für Tottenham geschossen hat, ist natürlich von absolutem internationalem Spitzen-Niveau. (...) Es wäre ein wichtiger Transfer, der die Münchner auch international wieder nach vorne bringen kann."
Russen wieder dabei: Eklat bei Fecht-WM
Der ukrainische Degenfechter Igor Reislin hat bei der WM in Mailand auf eine mögliche Medaille verzichtet, weil er in der K.-o.-Runde nicht zum Kampf gegen den Russen Wadim Anochin antrat. Der Olympia-Dritte von Tokio ging nicht auf die Planche, auf der Anochin vergeblich wartete und stattdessen intensiv mit dem Schiedsrichter sprach. Der Kampf wurde schließlich als "nicht angetreten" zu Gunsten des Russen gewertet.
Mitfavorit Reislin habe eine medizinische Ausnahmegenehmigung vorgelegt, teilte eine Quelle innerhalb des Internationalen Fechtverbandes (FIE) der Nachrichtenagentur AFP mit. Wird diese anerkannt, behält der WM-Dritte von 2022 zumindest die wenigen Punkte für die Olympiaqualifikation, die ihm der Einzug in die Runde der letzten 64 einbrachte.
Bei der WM dürfen Fechterinnen und Fechter aus Russland und Belarus in den Einzelwettbewerben als neutrale Athleten starten. Die ukrainische Regierung hatte ihren Sportlern als Reaktion de facto untersagt, gegen Russen oder Belarussen anzutreten.
Vorwürfe an die FIFA: Leere Symbolik statt echter Unterstützung
Interessenvertreter der australischen Ureinwohner werfen der FIFA vor, die Fußball-WM der Frauen nicht ausreichend für die Förderung indigener Organisationen in den Gastgebernationen zu nutzen. Das geht aus einem Brief hervor, der von unterschiedlichen Unterzeichnern an den Weltverband geschickt und von der Organisation "Indigenous Football Australia" (Ifa) an Medien verbreitet wurde.
Die Kritik richtet sich konkret an den von Football Australia vor kurzem herausgebrachten "Legacy '23"-Bericht, in dem Strategien präsentiert werden, mit denen der Frauenfußball auch nach der Weltmeisterschaft weiter gefördert werden soll. In dem Dokument werde zwar der Einfluss indigener Fußballerinnen auf den Sport erwähnt, es sei aber keinerlei finanzielle Förderung für indigene Organisationen darin vorgesehen - so der Hauptkritikpunkt des Beschwerdebriefs.
Zuvor hatte die FIFA Lob bekommen, weil sie während der Weltmeisterschaft der Frauen eine Armbinde mit dem Spruch "United for Indigenous Peoples" für die Spielerinnen zulässt. Auch Darstellungen sowohl australischer und neuseeländischer Ureinwohner sind Teil des Turniers. Die Ifa entgegnet darauf in ihrem Brief: "Ohne Unterstützung für die indigene Gemeinschaft und ihre Programme betrachten wir diese Symbolik als leer."
DFB-Maskottchen löst offenbar Handarbeits-Boom aus
Erst saß er bei Lena Oberdorf vorne in der Trainingsjacke, dann in der Kapuze, später auf der Musikbox: Der von Klara Bühl gehäkelte Koala "Waru" zog beim erfolgreichen WM-Auftakt der deutschen Fußballerinnen die Blicke nur so auf sich. Über den Namen für den putzigen Glücksbringer im Deutschland-Trikot hatten Alexandra Popp und Co. intern abgestimmt. "Der Name bedeutet so ein bisschen Feuer und das passt ganz gut zu uns", hatte Bühl nach der Ankunft in Australien erklärt.
Mit dem tierischen Begleiter hat die Flügelstürmerin vom FC Bayern einen Häkel-Boom ausgelöst. Im Internet kursieren bereits Anleitungen zum Nachmachen - und Glück gebracht hat das Stofftier beim ersten Spiel der Titelmission (6:0 gegen Marokko) offenbar ebenfalls. Ihr Hobby bezeichnete die 22-jährige Bühl als "altmodisch, aber entspannend". Damit ist die Handarbeit für sie der perfekte Ausgleich zum WM-Trubel.
"Unsportliche" positive Emotionen: Zweitliga-Aufsteiger beklagt Strafe
Der VfL Osnabrück hat das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes kritisiert. Die Niedersachsen waren für das Abbrennen von pyrotechnischen Gegenständen, das Abhandenkommen des Trikots von Siegtorschütze Jannes Wulff und eines Platzsturms der Anhänger nach dem Aufstieg zu einer Geldstrafe in Höhe von 9900 Euro verurteilt worden. Der VfL hatte am letzten Spieltag in der Nachspielzeit die Heimpartie gegen die Reserve von Borussia Dortmund mit 2:1 gewonnen und damit den Sprung in die zweite Liga geschafft. Die Jubelfeier "als "Unsportlichkeit der Anhänger" zu werten, wird vom VfL Osnabrück nicht nachvollzogen", teilte der Klub mit.
"Dass die durchweg positiven Emotionen, die sich in einem friedlichen und aufgrund der Sicherheitslage sogar bewusst gesteuerten Platzsturm ausgedrückt haben, als 'unsportliches Verhalten' eingestuft und mit einer Geldstrafe belegt werden, können und dürfen wir nicht einfach unkommentiert hinnehmen", sagte Michael Welling, Geschäftsführer des VfL Osnabrück.
Der VfL sei nach Rücksprache mit seinen Anwälten dazu gezwungen, die Geldstrafe zu akzeptieren. "Eine Anerkenntnis der Berechtigung dieser Strafe ist hiermit keineswegs verbunden."
Prominenter Name? Ferrari plant Großangriff mit Großaufgebot
Ferraris neuer Teamchef Frederic Vasseur will die Lücke zur Spitze in der Formel 1 mit einem Großaufgebot zusätzlicher Techniker schließen. Er plane mit bis zu 40 neuen Kräften, sagte Vasseur der italienischen Zeitung "Corriere dello Sport". Darunter soll sich mindestens ein prominenter Techniker befinden, dessen Identität der 55-Jährige aber noch nicht bekannt geben wollte.
"Heute ist unsere einzige Priorität die Entwicklung des Autos", sagte Vasseur, der seit Januar Teamchef der Scuderia ist: "Der SF 23 ist ein Erbe der letzten zehn Jahre. Die Zeiten in der Formel 1 sind lang, ich kann die Mentalität des Teams nicht in sechs Monaten ändern. Ein F1-Team ist wie ein großes Schiff, Kursänderungen erfolgen langsam."
Trotz aller Schwierigkeiten - Ferrari ist in der aktuellen Saison hinter Red Bull, Mercedes und Aston Martin nur vierte Kraft - ist der Franzose überzeugt, auf dem richtigen Weg zu sein. "Erfolg ist das Resultat von Arbeit, nicht von der Geschichte. Der Name Ferrari genügt nicht, um zu gewinnen", sagte er: "Wir schreiten in die richtige Richtung voran. Wir haben wie andere zwei oder drei Teams große Ressourcen, die wir nutzen müssen."
"Schamlos": Tottenham-Besitzer angeklagt
Der Eigentümer von Premier-League-Klub Tottenham Hotspur, Joe Lewis, ist in New York angeklagt worden. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 86 Jahre alten britischen Milliardär "schamlosen Insiderhandel" vor.
"Jahrelang hat Lewis seinen Zugang zu den Vorstandsetagen von Unternehmen missbraucht und wiederholt Insiderinformationen an seine romantischen Partner, seine persönlichen Assistenten, seine privaten Piloten und seine Freunde weitergegeben", sagte US-Staatsanwalt Damian Williams in New York. "Diese Leute haben dann mit den Insiderinformationen gehandelt und Millionen von Dollar an der Börse gemacht", fügte Williams in einem auf Twitter veröffentlichten Video hinzu.
Lewis' Anwalt wies die Vorwürfe US-Medienberichten zufolge zurück. Die Anklage sei eine "ungeheuerliche Fehleinschätzung", sagte Anwalt David Zornow den Berichten zufolge. Lewis sei ein "86-jähriger Mann von tadelloser Integrität und außerordentlicher Leistung". Er sei freiwillig in die USA gekommen, um sich der Anklage zu stellen.
Transfer offenbar unmöglich: Hertha BSC löst Vertrag mit Torhüter auf
Fußball-Zweitligist Hertha BSC und Torwart Alexander Schwolow haben ihren noch bis 2025 laufenden Vertrag vorzeitig aufgelöst. Die Entscheidung sei in beidseitigem Einvernehmen gefallen, teilte der Klub mit. "Wir haben die Situation offen mit Alex besprochen und in den vergangenen Wochen gemeinsam versucht, eine Lösung zu finden. Dies ist uns nun gelungen", sagte Sportdirektor Benjamin Weber.
Der finanziell schwer angeschlagene Hauptstadtklub muss die Personalkosten deutlich senken. Ein Abnehmer für einen Transfer von Schwolow fand sich offenbar nicht. Der heute 31-Jährige war im Sommer 2020 vom SC Freiburg nach Berlin gekommen. In der vergangenen Spielzeit war er an den FC Schalke 04 ausgeliehen.
Ronaldo-Tattoo sorgt für Ärger bei WM
Argentiniens Fußball-Nationalspielerin Yamila Rodriguez hat über Anfeindungen im Internet wegen ihres Tattoos von Cristiano Ronaldo berichtet. "Bitte, es ist genug; es geht mir nicht gut", schrieb Rodriguez bei Twitter. Bei der Weltmeisterschaft in Australien und Neuseeland hatte auch international für Aufsehen gesorgt, dass auf ihrem linken Bein das Gesicht des Portugiesen Ronaldo zu sehen ist - dem langjährigen Rivalen ihres Landsmanns Lionel Messi.
"In welchem Moment habe ich gesagt, dass ich Anti-Messi bin? Kann man nicht ein Idol haben oder einen Spieler, der einem gefällt?", schrieb Rodriguez zu einem Foto, auf dem Ronaldo den Arm um Messi legt, weiter. Messi sei der große Kapitän der Nationalmannschaft, aber dass sie sage, ihre Inspiration und ihr Idol sei Ronaldo, solle nicht heißen, dass sie Messi hasse. Über dem Tattoo von Ronaldo, das sich Rodriguez im Jahr 2019 hatte stechen lassen, ist eine Abbildung der argentinischen Legende Diego Maradona zu sehen.
Kimmich ist heiß auf hochkarätiges Testspiel
Viel Zeit zum Ausruhen blieb den weit gereisten Bayern-Stars nicht. Nachdem der Asien-Tross des deutschen Fußball-Rekordmeisters nach über zwölf Stunden Flug in Japan gelandet war, bat Trainer Thomas Tuchel seine Spieler am Nachmittag gleich erstmals auf den Platz. Bei 36 Grad Außentemperatur schüttelten die Profis im Nationalstadion von Tokio ihre müden Beine aus - doch nicht alle ließen sich die Reisestrapazen anmerken.
"Ich bin bereit, durchzuziehen", versprach Joshua Kimmich zum Start der Asienreise mit einem Lächeln - und erteilte Gerüchten über einen möglichen Abschied aus München eine klare Absage. "Transferperiode ist Transferperiode", zitierte der Mittelfeldstar zunächst schmunzelnd seinen Trainer, ehe er bestimmt betonte: "Ich bin mir sehr sicher, dass ich in der neuen Saison beim FC Bayern spielen werde."
Nach der weitgehend enttäuschenden vergangenen Saison wird auch Kimmich etwas gut machen wollen. Ein erster Gradmesser wartet bereits heute (12.30 Uhr MESZ/live und exklusiv bei RTL), wenn die Bayern in Tokio auf Manchester City und Ex-Trainer Pep Guardiola treffen. Das Spiel gegen den Champions-League-Sieger sei "extrem wichtig für unsere Entwicklung", betonte Kimmich.
Jan Ullrich meldet sich zu Wort
Der einzige deutsche Tour-de-France-Sieger Jan Ullrich sieht in Jonas Vingegaard einen würdigen Gesamtsieger der kürzlich beendeten 110. Frankreich-Rundfahrt. "Er hat kaum eine Schwäche gezeigt, ich würde sogar sagen: gar keine", sagte Ullrich der "Sport Bild".
Der Däne Vingegaard habe jeden Angriff seines slowenischen Rivalen Tadej Pogacar abgewehrt und jede hektische Situation gemeistert: "Dazu kommt, dass sein Team eine starke Taktik verfolgt hat. Wie auf der Etappe nach Courchevel, als ihm gleich zwei Fahrer am letzten Berg geholfen haben. Fabelhaft." Vingegaard hatte die Tour am vergangenen Sonntag in Paris mit einem Vorsprung von 7:29 Minuten auf den zweimaligen Champion Pogacar beendet.
Nicht nur von den Leistungen der beiden Star-Fahrer Vingegaard und Pogacar war Ullrich angetan. "Das Niveau im Fahrerfeld ist nochmals krass gestiegen. Wenn Topfahrer wie Wout van Aert oder Mathieu van der Poel keine Etappe gewinnen konnten, dann weißt du, dass es auf absolute Kleinigkeiten und letztendlich die perfekte Tagesform ankommt."