Tränen in den Augen: Deutscher Olympionike gewinnt Medaille - und beendet direkt Karriere
Skeleton-Pilot Christopher Grotheer hat gleich nach seinem letzten Rennen bei den Winterspielen das Ende seiner höchst erfolgreichen Karriere verkündet. Der Olympiasieger von 2022 gewann auch im Cortina Sliding Centre noch einmal Medaillen auf der größten Bühne, holte jeweils Bronze im Einzel und im Mixed-Team. "Für mich war es das letzte Rennen. Es ist immer noch hart, das zu sagen, aber das war mein Karriereende", sagte Grotheer in der ARD.
Der 33-Jährige belegte zum Abschluss mit seiner langjährigen Weggefährtin Jacqueline Pfeifer Platz drei hinter den britischen Siegern Tabitha Stoecker/Matt Weston und den Teamkollegen Axel Jungk/Susanne Kreher. "Ich hatte gestern noch die Eingebung: Ich habe mit Jacqueline zusammen angefangen, und jetzt geht es halt zu Ende", sagte Grotheer mit Tränen in den Augen. Der Sportler aus Oberhof war in seiner Skeleton-Karriere ein Spätstarter. Bereits 2012 debütierte er im Weltcup, erst in der zweiten Hälfte seiner Karriere begann er, große Erfolge einzufahren. Neben seinen drei Olympia-Medaillen gewann er seit 2019 insgesamt sieben WM-Titel in Einzel- und Teamwettbewerben.
Von Olympia ausgeschlossener Ukrainer will weiter vor Gericht kämpfen
Der Ukrainer Wladyslaw Heraskewytsch will den juristischen Kampf gegen das IOC nach seinem Ausschluss von den olympischen Skeleton-Wettbewerben fortsetzen. "Ich werde gemeinsam mit meinem Anwaltsteam weiterhin für meine Rechte kämpfen und bin fest davon überzeugt, dass wir diesen Fall vor Gericht bringen werden", sagte der 27-Jährige in einem Video, das er in den sozialen Medien veröffentlichte.
Heraskewytsch war kurz vor dem Start der Skeleton-Rennen disqualifiziert worden, weil er nicht auf seinen vom Internationalen Olympischen Komitee untersagten Helm verzichten wollte. Der Kopfschutz zeigt die Bilder von mehr als 20 Sportlerinnen und Sportlern, die infolge des russischen Angriffskriegs in der Ukraine ums Leben gekommen sind. Heraskewytsch argumentierte, sein Ausschluss spiele der russischen Propaganda in die Hände. Er verwies darauf, dass bei den kommenden Paralympics in Italien Russlands Teilnehmerinnen und Teilnehmer wieder unter eigener Flagge und mit nationalen Symbolen antreten dürfen. Unter den Mitgliedern des russischen Teams seien frühere Militärangehörige, die Ukrainer im Krieg getötet hätten, sagte Heraskewytsch.
Tränen statt Medaillenglanz beim Skispringen
Selina Freitag schüttelte frustriert den Kopf, Fahnenträgerin Katharina Schmid verfolgte das Finale ihres letzten großen Wettkampfs dick eingepackt mit Silber-Glitzer auf der Wange und Tränen in den Augen: In der Windlotterie von Predazzo sind die deutschen Skispringerinnen bei der olympischen Großschanzen-Premiere chancenlos hinterhergeflogen und reisen erstmals ohne Medaille von Winterspielen heim.
"Ich habe keine Ahnung, warum es hier nicht läuft. Ich muss irgendwie versuchen, das hinzunehmen", sagte Vizeweltmeisterin Freitag, die beim erneuten Gold der Norwegerin Anna Odine Ström nicht über Platz 17 hinauskam - schon auf der Normalschanze war die Mitfavoritin nur Siebte geworden: "Es ist wirklich hart, nach solchen Vorleistungen ohne Medaille nach Hause zu fahren." Beste Deutsche in einem stark vom Rückenwind beeinflussten Springen war Agnes Reisch auf Platz zehn. Juliane Seyfarth, nach dem ersten Durchgang noch als Neunte aussichtsreichste Deutsche, wurde auf Platz 23 durchgereicht. Freitag war schon im ersten Durchgang chancenlos zurückgefallen, mit einem guten zweiten Sprung gelang ihr immerhin ein versöhnlicher Abschluss - im Gegensatz zu Schmid. Die Rekord-Weltmeisterin erwischte es ganz übel, in ihrem letzten Springen bei einer großen internationalen Meisterschaft schied sie als 42. des ersten Durchgangs aus.
Kuriose Szene: Energie-Trainer Wollitz fällt gegnerischen Funktionär
Trainer Claus-Dieter Wollitz von Energie Cottbus hat Waldhof Mannheims Sportlichen Leiter Gerhard Zuber zu Fall gebracht. Kurz nach dem Schlusspfiff des Spiels der 3. Fußball-Liga war ein Streit entbrannt, ob der letzte Schuss von Cottbus-Profi Tolcay Cigerci die Torlinie überschritten hatte oder nicht. Der Schiedsrichter entschied nicht auf Tor, die Partie endete 1:1, ein kurzer Tumult entstand. Nach Abpfiff kamen sich nicht nur einige Spieler beider Mannschaften sehr nahe, sondern auch die Funktionäre. Wollitz trat dabei aus Versehen dem Mannheimer Zuber auf den Fuß, der daraufhin spektakulär nach hinten fiel. Die Situation beruhigte sich aber schnell.
Wollitz, der gern einen Siegtreffer seiner Mannschaft gesehen hätte, nahm nach dem Schlusspfiff die Schiedsrichter in Schutz und hielt ein Plädoyer für die Unparteiischen. Durch den Videobeweis in den beiden obersten Klassen seien die Schiedsrichter verunsichert, sagte der Trainer bei MagentaSport. Diese Verunsicherung sei auch in der 3. Liga zu spüren, in der aber kein VAR zu Rate gezogen werde.
Herbe Enttäuschung für deutschen Skisprung-Star
Skispringerin Katharina Schmid hat im letzten großen Wettkampf ihrer Karriere eine herbe Enttäuschung erlebt. Die deutsche Fahnenträgerin flog auf der großen Olympiaschanze von Predazzo bei schwierigen Windverhältnissen nur auf 96,5 Metern und verpasste als 42. den zweiten Durchgang klar. Auf Goldkurs liegt Eirin Maria Kvandal vor drei weiteren Norwegerinnen.
Auch die übrigen Deutschen wurden ein Opfer der Bedingungen. Juliane Seyfarth liegt dank ihrer frühen Startnummer als Neunte noch am besten im Rennen. Agnes Reisch folgt auf dem 13. Rang, Vizeweltmeisterin Selina Freitag schaffte als 28. nur mit Mühe den Einzug in den zweiten Durchgang. In Predazzo wird die erste Olympiasiegerin von einer Großschanze gesucht, bislang wurde Gold nur vom kleinen Bakken vergeben.
Superstar äußert scharfe Kritik an Olympia-Organisation
Freestyle-Superstar Eileen Gu hat die Organisatoren der Olympischen Winterspiele wegen Terminüberschneidungen kritisiert. Hintergrund ist die Tatsache, dass sie wegen ihrer Teilnahme am Big-Air-Finale am Montag (ab 19.30 Uhr) das Training in der Halfpipe verpassen wird - Gu startet in gleich drei Wettbewerben.
"Der Mut, als einzige Frau in drei Disziplinen anzutreten, sollte nicht bestraft werden - das Erreichen des Finales in einer Disziplin sollte mich in einer anderen nicht benachteiligen", schrieb die 22-Jährige bei Instagram: "Halfpipe unterscheidet sich von Slopestyle und Big Air und erfordert dementsprechend eigene Trainingszeiten." Sie habe deshalb "um faire Optionen gebeten", etwa "ein gemeinsames Training mit den Snowboardern oder wenigstens eine Stunde Training allein", Erfolg hatte sie damit nicht. Der Internationale Ski- und Snowboardverband erklärte in einer Stellungnahme, man habe sich "nach Kräften" bemüht, den unterschiedlichen Bedürfnissen der Athletinnen und Athleten gerecht zu werden, doch Konflikte seien manchmal unvermeidbar.
Handgranate auf Olympia-Parkplatz entdeckt
Auf einem Parkplatz für die Olympischen Winterspiele in Italien ist eine Handgranate aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden. Der Sprengkörper wurde in der Nähe des Austragungsorts für die Skisprung-Wettbewerbe in Predazzo gefunden, wie die Polizei mitteilte. Normalerweise wird das Parkplatz-Gelände zur Lagerung von Holz genutzt. Die Handgranate sei von Experten entschärft worden. Für die öffentliche Sicherheit habe zu keinem Zeitpunkt Gefahr bestanden, hieß es.
Bitterer Patzer könnte Wölfinnen endgültig den Titel kosten
Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg haben im Titelkampf der Bundesliga möglicherweise entscheidende Punkte liegen lassen. Das Team von Trainer Stephan Lerch kam am 18. Spieltag nicht über ein 1:1 (1:0) gegen Abstiegskandidat SGS Essen hinaus. Damit liegen die Wolfsburgerinnen, die ein Spiel weniger als der FC Bayern absolviert haben, bereits elf Punkte hinter dem Spitzenreiter und Vorjahresmeister aus München zurück. Die Münchnerinnen spielen erst an diesem Montag (18 Uhr) bei Werder Bremen.
Die VfL-Fußballerinnen waren gegen den Abstiegskandidaten zwar durch Kessya Bussy in der 4. Minute in Führung gegangen, kassierten aber kurz nach der Pause den Ausgleich durch Ella Touon (48.). Lerch brachte nach einer guten Stunde unter anderem noch die frühere DFB-Kapitänin Alexandra Popp. Die Gastgeberinnen verpassten aber den Siegtreffer, da Ella Peddemors in der Nachspielzeit noch eine dicke Chance vergab.
Wieso dominieren deutsche Athleten im Bobsport?
WM, EM, Olympische Spiele - Wo die deutsche Bob-Mannschaft antritt, sind Medaillen garantiert. Woher die dramatische Überlegenheit im Vergleich mit anderen Nationen kommt, hat Pilot Felix Lochner im Interview verraten.
Premier-League-Klub verpflichtet schon vierten Trainer
Nottingham Forest hat seinen vierten Trainer in der laufenden Saison der Premier League verpflichtet. Der Portugiese Vitor Pereira übernimmt den Tabellen-17. der englischen Fußball-Meisterschaft als Nachfolger von Sean Dyche. Wie Nottingham Forest mitteilte, unterschrieb der 57-Jährige einen Vertrag bis Sommer 2027. Zuletzt hatte der frühere Profi bis vergangenen November Premier-League-Schlusslicht Wolverhampton Wanderers betreut.
Pereira, der unter anderem auch schon Coach des TSV 1860 München war, ist bereits der vierte Trainer des abstiegsbedrohten Klubs in der aktuellen Spielzeit. Zwei Tage zuvor hatte sich der Verein nach nur 114 Tagen von Dyche getrennt, nachdem es gegen Wolverhampton nur zu einem 0:0 gereicht hatte.
Ganz wilde Gerüchte: Schnappt sich Real Madrid einen Hertha-Spieler?
Die Transfer-Gerüchte um Kennet Eichhorn von Zweitligist Hertha BSC werden immer wilder. Inzwischen wird der Youngster nicht nur bei den Top-Teams der Bundesliga, sondern auch beim spanischen Rekordmeister Real Madrid gehandelt. Laut dem Portal "fichajes" zeigen die Königlichen großes Interesse am Berliner Eigengewächs. Damit nicht genug: Bei Real Madrid sehe man bei Kennet Eichhorn sogar das Potenzial, in die großen Fußstapfen von Toni Kroos zu treten. Kroos hatte seine so erfolgreiche Karriere nach der Europameisterschaft von 2024 beendet, mit Real gewann er in insgesamt zehn Jahren zahlreiche Titel - allein fünfmal mit den Königlichen die Champions League.
Die Lücke, die Kroos nach seinem Abschied hinterlassen hat, sei noch immer nicht vollends geschlossen, so "fichajes". Daher suche man weiterhin nach einem Spieler mit ähnlichen technischen und taktischen Fähigkeiten. In Kennet Eichhorn von Hertha BSC habe man ein Top-Talent gefunden, das über großes Entwicklungspotenzial verfügt und perspektivisch eine ähnliche Rolle einnehmen könnte. Verlockend aus Sicht von Real Madrid: Die mögliche Ablösesumme in Höhe von zwölf Millionen Euro wäre für den Spanien-Giganten leicht zu stemmen und würde kein allzu großes Risiko darstellen.
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DOSB schlägt Alarm wegen Internet-Hass
Die deutschen Sportlerinnen und Sportler werden bei den Olympischen Winterspielen massiv im Internet angegangen. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat mit Blick auf Hass und Hetze im Netz Alarm geschlagen. "Unsere Befürchtungen, dass sich dieses Thema weiter verschärfen wird, sind leider wahr geworden", sagte Leistungssport-Vorstand und Chef de Mission Olaf Tabor: "Es wurden bislang schon gut 1300 Hasskommentare von der KI herausgefiltert, einige davon werden von der Staatsanwaltschaft untersucht."
Der DOSB setzt wie bei den Sommerspielen 2024 auch bei den Winterspielen auf einen Hatespeech-Filter, um die Athletinnen und Athleten zu schützen. Während den Spielen 2024 in Paris wurden bei einem deutlich größeren deutschen Aufgebot laut DOSB mehr als 61.000 Kommentare erfasst, knapp 4000 davon wurden automatisch ausgeblendet. Das KI-System erkennt Beleidigungen, Drohungen sowie rassistische, sexistische und andere diskriminierende Inhalte in Echtzeit - und zwar in bis zu 30 Sprachen und 25 Kategorien.
"Unangenehme" Sache: Manuel Neuer fällt länger aus - auch fürs Topspiel?
Der FC Bayern München muss einen Ausfall von Kapitän Manuel Neuer im möglicherweise vorentscheidenden Titelduell mit Verfolger Borussia Dortmund einkalkulieren. Der 39 Jahre alte Torhüter hat sich zwei Wochen vor dem Clásico in Dortmund beim Auswärtssieg in Bremen (3:0) einen Muskelfaserriss in der linken Wade zugezogen, wie der Tabellenführer der Fußball-Bundesliga am Tag danach mitteilte.
Man müsse "vorerst" auf Neuer verzichten, berichtete der Rekordmeister. Eine derartige Wadenverletzung ist gewöhnlich nicht nach zwei Wochen auskuriert. "Faserriss in der Wade ist echt unangenehm", kommentierte der ehemalige Bayern-Kapitän Stefan Effenberg im Fußball-Talk "Doppelpass" bei Sport1. Der 57 Jahre alte Ex-Profi rechnet aus eigenen Erfahrungen während seiner Spieler-Karriere mit einer Pause von mindestens zwei bis drei Wochen.
In Bremen wurde Deutschlands Rekordtorwart zur Pause von Jonas Urbig abgelöst.
Däne gelingt kurioses Traumtor gegen die NHL-Stars
Neben Kanada gehört das Eishockey-Team der USA zu den großen Medaillenfavoriten im Olympiaturnier der Herren. Gegen die mit NHL-Stars gespickte Elite-Auswahl gelingt einem DEL-Spieler aus Dänemark ein Traumtor.
Deutscher Curling-Rückschlag: "Da können wir auch Feierabend machen"
Die deutschen Curling-Männer müssen bei den Olympischen Winterspielen um den Einzug ins Halbfinale bangen. Das Team um Skip Marc Muskatewitz kassierte mit der deutlichen 4:9-Pleite gegen den Weltranglistenersten und Weltmeister Großbritannien die dritte Niederlage im fünften Spiel - das erklärte Ziel Top vier rückte damit erst einmal in weite Ferne. In den ersten drei Ends (2:2) spielte das junge deutsche Team gegen den Silbermedaillengewinner von Peking 2022 auf Augenhöhe, leistete sich in der Folge aber zu viele Fehler und lag nach dem siebten End (2:7) bereits aussichtslos zurück. "Da können wir auch Feierabend machen", sagte Muskatewitz nach der Vorentscheidung, zu einer verfrühten Aufgabe kam es aber erst zwei Ends später.
In den abschließenden vier Spielen der Round Robin gegen Peking-Olympiasieger Schweden am Dienstag (14.05 Uhr/ARD und Eurosport) sowie Tschechien, die bislang ungeschlagenen Schweizer und China dürfen sich die Europameister von 2024, die erstmals seit 2014 wieder ein deutsches Curling-Team bei Olympia stellen, nun keinen weiteren Ausrutscher mehr erlauben. Die besten vier Teams ziehen ins Halbfinale ein, am 20. und 21. Februar geht es um die Medaillen.
"Rest der Welt" macht's Team D schwer
Nur 13 Medaillen nach der Hälfte der 116 Entscheidungen - auch wegen wachsender internationaler Konkurrenz: Nach Ansicht von Olaf Tabor, Vorstand Leistungssport beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), hat "der Rest der Welt" der deutschen Olympiamannschaft bei den Winterspielen von Mailand/Cortina "das Leben schwer gemacht". Dies erklärte Tabor in seiner Halbzeitbilanz und fasste zusammen: "Mit der bisherigen Ausbeute muss ich im Moment sehr zufrieden sein."
Die erste Woche habe "Höhen und Tiefen" gehabt, sagte der 55-Jährige: "Das schmerzt uns an bestimmten Stellen, wo wir angesichts der Vorleistung bessere Resultaten erwarten konnten. "In Peking vor vier Jahren war Deutschland zweitstärkste Nation mit zwölfmal Gold und 27 Medaillen insgesamt. Bislang konnte sich das Team D auf die Stärke im Eiskanal verlassen, Stand Sonntagmorgen wurden im Rodeln und Skeleton mehr als zwei Drittel der Medaillen gewonnen, dazu drei von vier Goldmedaillen. Das resümierte auch Tabor: "Wir werden derzeit von den Schlittensportarten getragen", andere Sportarten hätten "ihre Potenziale noch nicht so abgerufen".
Außerhalb des Eiskanals sowie abgesehen vom Skisprung-Olympiasieg von Philipp Raimund sowie den zwei Alpin-Silbermedaillen gelangen an den ersten Wettkampftagen lediglich neun weitere Top-Acht-Ergebnisse.
Deutsche Sensation bahnt sich beim Riesenslalom an
Skirennläuferin Lena Dürr hat völlig überraschend eine große Chance auf eine Medaille im olympischen Riesenslalom. Nach einem ersten Lauf voller Überraschungen liegt die 34 Jahre alte Münchnerin hinter Weltmeisterin und Super-G-Olympiasiegerin Federica Brignone auf Rang zwei. Dürrs Rückstand auf die Italienerin beträgt 0,34 Sekunden. Auf die drittplatzierte Sofia Goggia aus Italien hat sie einen Vorsprung von 0,12 Sekunden.
Auf Rang vier folgen zeitgleich gleich drei Läuferinnen: Sara Hector aus Schweden, Olympiasiegerin vor vier Jahren in Peking, die Norwegerin Thea Louise Stjernesund und die für Albanien startende Italienerin Lara Colturi. Auf dieses Trio hat Dürr einen Vorsprung von 0,40 Sekunden, von der auf Platz sieben im Zwischenklassement platzierten Mikaela Shiffrin (USA), Olympiasiegerin 2018, trennen sie 0,68 Sekunden.
Emma Aicher hat in ihrer schwächsten Disziplin mit einem Rückstand von 1,25 Sekunden auf Brignone praktisch keine Chance mehr im Kampf um die Medaillen. Der zweite, entscheidende Lauf steht um 13.30 Uhr an.
"Die Arme": Biathletin kehrt nach Doping-Schock zurück
Italiens Biathletinnen freuen sich nach der großen Aufregung um eine zwischenzeitliche Doping-Suspendierung auf die Rückkehr von Rebecca Passler. "Die Arme hatte wirklich schwere Tage", sagte Teamkollegin Dorothea Wierer der Nachrichtenagentur Ansa. Am Montag soll Passler in ihrer Heimat Antholz erstmals bei den Olympischen Winterspielen an einem offiziellen Training teilnehmen. Vier Tage vor der Eröffnungsfeier hatte ihr positiver Dopingtest das gesamte Team geschockt.
"Wir freuen uns riesig, sie wieder bei uns zu haben", sagte die ehemalige Gesamtweltcupsiegerin Wierer: "Ihre Rückkehr ist eine wunderbare Nachricht für uns: Wir haben nie an ihr gezweifelt, aber es ist nie schön, wenn solche Dinge über eine Sportlerin geschrieben werden." Das Berufungsgericht von Italiens nationaler Anti-Doping-Behörde Nado hatte zuvor entschieden, dass Passler nun doch bei Olympia starten darf. Zuvor war der Fall von der Ad-hoc-Kammer des Internationalen Sportgerichtshofes Cas in Mailand dorthin verwiesen worden. Die 24-jährige Passler war gegen ihren Olympia-Ausschluss mit einem Antrag vorgegangen und hatte Erfolg.
Offen ist, ob Passler am Mittwoch (14.45 Uhr) in der Frauenstaffel an der Seite der Stars Wierer und Lisa Vittozzi zum Einsatz kommt. Eine Entscheidung darüber soll bis Dienstag fallen.
Horror-Serie, ungewohnte Position: Doch "exzellenter" Woltemade beschenkt sich selbst
Das größte Geschenk machte sich Nick Woltemade selbst. Ein eiskalter Abstauber - und endlich war diese quälend lange Durststrecke von 14 Pflichtspielen ohne Tor vorbei. "Das hat meinen Geburtstag noch schöner gemacht", schrieb Woltemade nach dem 3:1 (0:1)-Sieg mit Newcastle United bei Aston Villa in der 4. Runde des FA Cups bei Instagram.
An seinem 24. Ehrentag agierte der Nationalstürmer in untypischer Rolle als "Nummer 10" im Mittelfeld, doch Woltemade spielte stark auf - und krönte den Abend mit dem so ersehnten Treffer zum Endstand in der 88. Minute. "Ich hatte eine lange Phase, in der ich nicht getroffen und auch nicht gut gespielt habe. Natürlich bin ich glücklich über meine Leistung und mein Tor", sagte Woltemade bei TNT Sports.
Auch Newcastles Teammanager Eddie Howe war angetan. "Ich bin sehr zufrieden mit Nick. Das war eine Rolle, in der er für uns vorher nicht gespielt hat. Ich fand ihn exzellent", sagte der Coach. Mitspieler Sandro Tonali, der in Birmingham doppelt traf (63./76.), fügte an: "Ich freue mich so für diesen großen Mann. Er hat wie ein erfahrener Mittelfeldspieler gespielt." Woltemade wurde vor seinem Wechsel auf die Insel beim VfB Stuttgart jedoch durchaus auch als "Zehner" eingesetzt.
Die besondere Olympia-Geschichte der Hannelore Paepcke
Hannelore Paepcke lebt seit 1956 olympische Erinnerungen: 33 Spiele, unzählige Reisen. Eine Zufallsbegegnung führt sie nun nach Cortina und direkt zu ihrem Lieblingsathleten - ein Fan trifft auf sein Idol.
F1-Guru räumt zahlreiche Probleme am neuen Auto ein
Aston Martin hat einen katastrophalen Test-Auftakt in Bahrain erwischt. In der Formel-1-Nahrungskette liegen die Briten derzeit ganz weit hinten. Der neue AMR26 des ambitionierten Teams hat an den ersten Testtagen in Barcelona und Bahrain zahlreiche Schwächen offenbart. Die Spitze, so rechnete Lance Stroll in der vergangenen Woche vor, sei bis zu viereinhalb Sekunden weit weg. "Sky Sports"-Insider Ted Kravitz berichtete nun, dass Teamchef und F1-Ikone Adrian Newey angesichts der brisanten Lage vor versammelter Mannschaft das Wort ergriff - und dabei offen und ehrlich zugab, dass durchaus viele Fehler begangen wurden
"Er hat [in Bahrain] ein Debrief-Meeting gehalten und war dabei sehr direkt und auch positiv", schilderte der langjährige Boxengassen-Reporter. Kravitz weiter: "Aus dem Team sagen sie, er hat gesagt: 'Ich weiß, dass es im Moment nicht funktioniert. Teilweise liegt es am Honda-Motor, ein bisschen ist es die Gearbox, ein bisschen ist es die Aerodynamik, ein bisschen sind es die Reifen. Es ist ein bisschen was von allem.'" Aus der Ruhe bringen lässt sich zumindest Newey davon aber nicht, ist Kravitz überzeugt: "Adrian Newey ist sehr positiv, wenn es darum geht, einen Weg aus diesem Schlamassel zu finden. Im Moment steckt Aston Martin aber in einem Loch." Bis zum Saisonstart bleibt nicht mehr viel Zeit, am 8. März steht das erste Rennen an.
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"Nachfrage höher als erwartet": Olympia-Organisatoren versprechen Kondom-Nachschub
Die Organisatoren der Olympischen Winterspiele in Italien haben Nachschub bei den Gratis-Kondomen für die Athletinnen und Athleten versprochen. "Wir können bestätigen, dass die Versorgung mit Kondomen in den olympischen Dörfern zeitweise aufgebraucht war, weil die Nachfrage höher als erwartet war", teilte das Organisationskomitee auf dpa-Anfrage mit. Nachschub sei unterwegs und werde bis morgen über die Dörfer verteilt. Zunächst hatte die Nachrichtenagentur AP darüber berichtet.
Ein Bericht, dass die Kondome in den olympischen Dörfern ausgegangen seien, hatte nicht nur für Gesprächsstoff bei den Athletinnen und Athleten gesorgt. "Das Klischee ist, dass der Valentinstag im olympischen Dorf im vollen Gange ist", sagte Mark Adams, Sprecher des Internationalen Olympischen Komitees, am Wochenende mit einem Augenzwinkern. "10.000 wurden benutzt, 2.800 Athleten - man kann es sich ausrechnen."
Blitz-Fauxpas tut deutschem Olympioniken "extrem weh"
Mit 0,71 Sekunden Rückstand auf den Bronzerang war Fabian Gratz im olympischen Riesenslalom in den zweiten Durchgang gestartet - doch bereits nach wenigen Augenblicken waren alle Restchancen durch einen Fahrfehler dahin. "Du fokussierst dich so lange und dann ist es so schnell vorbei, das tut extrem weh", sagte der 28-Jährige sichtlich enttäuscht - "vor allem dann, wenn sich das Rennen Olympia nennt".
Als Zehnter des ersten Durchgangs hatte sich Gratz zuvor auf der Pista Stelvio in Bormio eine ordentliche Ausgangsposition erarbeitet, im zweiten Lauf versuchte der deutsche Skirennläufer dann, "eine direktere Linie zu wählen. Vielleicht bin ich es zu direkt angegangen." Ob er auch morgen beim Slalom (10.00 Uhr/13.30 Uhr, ZDF und Eurosport) an den Start gehen wird, konnte Gratz am Samstag noch nicht sagen: "Ich werde mit den Trainern sprechen, was unser Plan ist", erklärte er, "dann schauen wir mal, ob ich am Montag da bin."
"Wir haben gelitten": Bundesliga-Trainer ist "extrem sauer"
Eugen Polanski war nach der Fortsetzung der Talfahrt von Borussia Mönchengladbach komplett bedient. "Ich bin extrem sauer, weil diese Niederlage extrem unnötig und vermeidbar war", haderte der Coach nach dem 0:3 (0:2) bei Eintracht Frankfurt: "Es ist im Spiel grundsätzlich alles aufgegangen, wie wir es wollten und machen ein gutes Auswärtsspiel. Aber wir belohnen uns nicht, weil wir in beiden Sechzehnern schlechter sind als der Gegner."
Das sei dann schon auch "eine Frage der Qualität", so Polanski nach dem sechsten Spiel ohne Sieg nacheinander: "Wir haben gelitten, weil viel mehr drin war." Natürlich sei die Tabellensituation bei nur drei Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz "gefährlich. Aber wir wollen auf uns gucken. Das muss ich der Mannschaft vorwerfen, dass wir Punkte liefern müssen und ein Tor mehr schießen als der Gegner. Der Matchplan ist offensiv wie defensiv voll aufgegangen - und dann muss man sich mal belohnen."
Es sei "unverständlich, dass wir mit so viel Aufwand und so vielen Möglichkeiten es nicht schaffen, ein Tor zu erzielen", ergänzte Sportchef Rouven Schröder: "Jemand, der das Spiel nicht gesehen hat, der würde sagen: 'Abgewatscht, klar verloren'. Im Endeffekt waren es aber 20:12 Torschüsse, mehr Ballbesitz, eine engagierte Leistung bis zum Schluss." Das Team habe "viel investiert und nichts bekommen", brachte es Mittelfeldspieler Jens Castrop auf den Punkt.
"Schlimmer als zuletzt": Liga-Boss ist schwer genervt vom absichtlichen Verlieren
Um absichtliches Verlieren zu verhindern, will die NBA ihr Regelwerk anpassen. "Sehen wir ein Verhalten, dass schlimmer ist in diesem Jahr, als wir es zuletzt gesehen haben? Ja, aus meiner Sicht schon", sagte NBA-Boss Adam Silver bei einer Pressekonferenz am Rande des All-Star-Wochenendes im Großraum Los Angeles. Die beste Basketball-Liga der Welt hatte zuletzt schon eine halbe Million US-Dollar Strafe an die Utah Jazz und 100 000 US-Dollar an die Indiana Pacers verteilt, weil die Teams gesunde Spieler nicht eingesetzt hatten. Zur Debatte stehe, dass Mannschaften zukünftig auch ihre Rechte auf der Talentbörse verlieren, sagte Silver.
In der NBA dürfen - wie im US-Sport üblich - die schlechtesten Teams einer Saison beim sogenannten Draft früher aus dem Pool an Nachwuchskräften auswählen, als die besseren Mannschaften. So will die Liga Chancengleichheit erhalten und verhindern, dass einzelne Teams auf Dauer keine Chance haben, vorne mitzuspielen - und umgekehrt, Seriensieger die Ausnahme bleiben. Das führt dazu, dass Mannschaften früher oder später in einer Saison lieber verlieren, um in der Tabelle nach unten zu rutschen, als auf einem Platz im Mittelfeld zu landen.