Olympische Winterspiele in ItalienSo schlägt sich Deutschland bei Olympia

Bei den Olympischen Winterspielen geht es nicht nur ums Dabeisein: Mit Kraft, Eleganz und Konzentration kämpft das deutsche Team im sportlichen Wettstreit der Nationen um Medaillen. Wie schneidet der deutsche Leistungssport in Mailand und Cortina bisher ab? Ein Blick auf die laufend aktualisierte Übersicht.
Deutschland tritt bei den Olympischen Winterspielen mit großen Ambitionen an: Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) schickt insgesamt 185 Athletinnen und Athleten nach Italien, um im friedlichen Wettstreit der Nationen die bestmögliche Platzierung zu holen.
Ziel sei es, unter die besten drei Nationen zu kommen, hatte DOSB-Missionschef Olaf Tabor im Vorfeld des sportlichen Großereignisses erklärt. Wie schneidet Deutschland bisher bei Olympia ab?
Hinweis: Daten und Infografiken werden laufend aktualisiert.
Schafft es Deutschland in der Olympia-Gesamtbilanz bis in die Top drei? Im Zeitraum vom 6. bis 22. Februar ringen insgesamt 86 Frauen und 99 Männer aus dem deutschen Spitzensport in 15 verschiedenen Wintersportarten darum, an den verschiedenen Austragungsstätten in Mailand und Cortina d'Ampezzo so viele Medaillen wie möglich zu holen.
Die vorab ausgerufenen Zielvorgaben sind ehrgeizig, wirken aber nicht unrealistisch: "Wir sind und bleiben eine Sportnation", betonte Tabor bei der Vorstellung der deutschen Delegation. Er sehe großes Potenzial in der deutschen Mannschaft und hoffe auf eine ähnliche Ausbeute wie vor vier Jahren. In Peking hatte Team Deutschland insgesamt 27 Medaillen geholt; zwölfmal Gold, zehnmal Silber und fünfmal Bronze. Wie schon 2018 in Pyeongchang waren sie im Medaillenspiegel damit Zweiter hinter Norwegen geworden.
Was läuft wann? Der Olympia-Zeitplan
Besonders große Hoffnungen ruhen wie gewohnt auf den Bob- und Rodelstars. In diesen Sportarten ist Deutschland traditionell stark vertreten. "Wir gehen davon aus, dass wir in Cortina die eine oder andere Medaille gewinnen und die Eisbahn für uns eine goldene Eisbahn werden könnte", sagte Tabor.
Auch in der Nordischen Kombination gehören die Deutschen zu den Favoriten. Zudem hoffe er auf die eine oder andere Überraschung, meinte Tabor, der beim DOSB dem Leistungssport vorsteht. Vor Beginn der Winterspiele verwies er auf das grandiose Comeback von Top-Snowboarderin Ramona Hofmeister, die sich vor Olympia nach monatelanger Verletzungspause mit gleich zwei Weltcup-Siegen im Parallel-Riesenslalom zurückmelden konnte.
Winterspiele 2026: Der komplette Medaillenspiegel
Zumindest im Snowboarden erfüllte sich die deutsche Medaillenhoffnung bisher nicht: Ein Sturz im Parallel-Riesenslalom kostete Hofmeister alle Chancen auf einen Sieg bei den Olympischen Winterspielen in Italien. Die 29-Jährige schied überraschend im Viertelfinale aus.
Den zahlenmäßig größten Block stellt Eishockey mit insgesamt 48 Olympioniken bei Männern und Frauen. Die überwiegende Mehrheit der deutschen Teilnehmer nimmt zum ersten Mal an Olympia teil: 112 der 185 Sportlerinnen und Sportler sind zum ersten Mal dabei. Eigene Olympia-Erfahrungen im Team bringen 73 Teilnehmer aus Deutschland mit: 39 Prozent der deutschen Abordnung waren schon mindestens einmal bei Olympia am Start.
Neun prominente Spitzensportler aus Deutschland können sogar bereits auf drei Olympia-Teilnahmen zurückblicken: Tobias Artl, Tobias Wendl und Toni Eggert (jeweils Rennrodeln), Francesco Friedrich und Thorsten Margis (beide Bob), Katharina Schmid (Skispringen), Franziska Preuß (Biathlon), Sabrina Cakmakli (Ski Freestyle) und Stefan Baumeister (Snowboard).
Für drei weitere Top-Athleten ist es sogar die fünfte Olympia-Teilnahme: Felix Loch (Rennrodeln), Johannes Rydzek (Nordische Kombination) und Patrick Beckert (Eisschnelllauf).
Die Rodel-Doppelsitzer Arlt/Wendl sind dank des Erfolgs in der Team-Staffel nun die erfolgreichsten deutschen Winter-Olympioniken überhaupt. Sie alle holten sieben Goldmedaillen und einmal Bronze. Im ewigen Ranking für Winter-Olympia bedeutet das Platz 5.
Die jüngste Athletin heißt Mathilda Heine: Die im Februar 2009 geborene Eishockey-Spielerin war zum Start der Spiele gerade einmal 16 Jahre, 11 Monate, 2 Wochen und 5 Tage alt. Am 18. Februar feiert sie während Olympia ihren 17. Geburtstag. Die Ehre des ältesten Athleten aus Deutschland wird diesmal Moritz Müller zuteil: Der 1986 geborene Sportler spielt wie Heine Eishockey. Zum Olympia-Auftakt in Italien war er laut Verband 39 Jahre, 2 Monate, 2 Wochen und 4 Tage alt.