Fußball-WM 2018

Mbappé knackt Rekord Frankreich beendet Perus WM-Traum

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Der jüngste Torschütze in Frankreichs WM-Geschichte - Kylian Mbappé.

(Foto: imago/PanoramiC)

Trotz einer aufopferungsvollen Leistung verliert Peru gegen Frankreich. Während die Équipe Tricolore im Achtelfinale steht, haben die Südamerikaner keine Chance mehr auf die K.o.-Phase. Youngster Mbappé schreibt mit seinem Siegtor zugleich Geschichte.

Mit einem Tor für die Geschichtsbücher hat Jungstar Kylian Mbappé Frankreich ins Achtelfinale der Fußball-WM befördert. Der 19-Jährige von Paris Saint-Germain stieg mit seinem Abstaubertor beim 1:0 (1:0)-Arbeitssieg gegen Peru in Jekaterinburg zum jüngsten Torschützen in Frankreichs langer WM-Geschichte auf. Die Equipe Tricolore ist mit zwei glanzlosen Siegen damit nicht mehr von einem der ersten beiden Plätze zu verdrängen. Gegen Dänemark geht es nun am Dienstag um den Gruppensieg. Peru ist dagegen beim ersten WM-Abenteuer nach 36 Jahren bereits ausgeschieden.

Frankreich - Peru 1:0 (1:0)

Frankreich:  Lloris - Pavard, Varane, Umtiti, Hernandez - Pogba, Kante; Matuidi, Griezmann, Mbappe - Giroud

Peru: Gallese - Advincula, Ramos, Rodríguez, Trauco - Aquino, Yotun; Carrillo, Cueva, Flores - Guerrero

Tore: Mbappe (34.)

Wechsel:  Dembelé für Mbappé (75.), Fekir für Griezmann (80.), N'Zonzi für Pogba (89.) - Farfan für Yotun (46.), Santamaria für Rodriguez (46.), Ruidiaz für Cueva (82.)

Gelbe Karten: Matuidi (16.), Pogba (86.) - Guerrero (23.), Aquino (81.)

Zuschauer: 32.789 (Zentralstadion Jekaterinburg)

Schiedsrichter: Mohammed Abdulla Hassan Mohamed (VAE)

Mbappé war bei seinem Siegtor in der 34. Minute 19 Jahre und 183 Tage alt. Damit übertraf er David Trezeguet, der 1998 gegen Saudi Arabien im Alter von 20 Jahren und 246 Tagen getroffen hatte. Dabei musste Mbappé vor 32.789 Zuschauern den Ball nur über die Linie drücken, nachdem ein Schuss von Olivier Giroud zuvor abgefälscht worden war.

"Wir haben in der zweiten Halbzeit sehr gelitten", bekannte Frankreichs Trainer Didier Deschamps, "Peru hat mit großem Willen gekämpft, wir hatten unsere Probleme. Aber wir sind qualifiziert, das war unser Ziel. Im dritten Spiel ist nun der Gruppensieg das Ziel. Aber zuerst werden wir es genießen, weil wir unsere beiden Spiele gewonnen haben. Das haben nicht alle geschafft."

Nach dem dürftigen 2:1 über Australien zum Start in die Gruppe C nahm Frankreichs Trainer Didier Deschamps zwei personelle Änderungen vor. Davon betroffen waren der ehemalige Dortmunder Ousmane Dembélé und der Bayern-Profi Corentin Tolisso, für die Olivier Giroud und Blaise Matuidi in die Startelf rückten. Beim Gegner stand der einstige Bayern- und HSV-Angreifer Paolo Guerrero diesmal in der Startelf, dessen Dopingsperre kurz vor dem WM ausgesetzt worden war.

Hitzige Atmosphäre bei kühlen Temperaturen

Mindestens 15.000 Fans aus der Heimat machten die Partie für den Underdog aus Peru in der östlichsten WM-Stadt fast zu einem Heimspiel. Diese hitzige Atmosphäre bei kühlen Temperaturen knapp über zehn Grad trug möglicherweise dazu bei, dass die hochgehandelten Franzosen nur schwer in ihr Offensivspiel fanden. Einzig Abwehrspieler Raphael Varane war in der 14. Minute der Führung wirklich nahe.

Die Südamerikaner hielten zunächst mit großem Kampfgeist dagegen und hätten ihren Fans in der 31. Minute fast den ersten WM-Torjubel seit dem 22. Juni 1982 beschert. Doch Guerrero scheiterte an Frankreichs Keeper und Kapitän Hugo Lloris, der sein 100. Länderspiel bestritt. Ausgerechnet der noch vor der WM kritisierte Paul Pogba leitete die Führung der Franzosen mit einer Balleroberung und einem klugen Pass auf Olivier Giroud ein. Den gehaltenen Schuss von Giroud landete bei Mbappé, der aus kurzer Distanz traf.

Doch die tapferen Peruaner leisteten weiter erbitterte Gegenwehr und drängten nach der Halbzeit auf den Ausgleich. So traf Pedro Aquino (50.) mit einem sehenswerten Distanzschuss das Lattenkreuz. In der Schlussphase warf Peru nochmal alles nach vorn. Doch die fehlende Durchschlagskraft wurde dem Team am Ende zum Verhängnis. Perus Coach Ricardo Gareca sprach bei allem Frust über das Aus von einer lehrreichen Erfahrung: "Wir haben alles gegeben. Unsere Erwartungen waren andere, aber ich kann meiner Mannschaft keine Vorwürfe machen. Wir wollen die WM bestmöglich zu Ende bringen. Wir haben sogar das Spiel kontrolliert. Das ist eine nützliche Lektion für uns."

Quelle: n-tv.de, mba/dpa

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