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Übernahme von "Prognosekosten" 9-Euro-Ticket: Verkehrsverbände fordern mehr Geld vom Bund

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(Foto: picture alliance / SvenSimon)

Für die geplanten 9-Euro-Monatstickets für Busse und Bahnen im Sommer mahnt die Branche stärkere finanzielle Absicherungen der Verkehrsanbieter an. Vom Bund bisher zugesagte 2,5 Milliarden Euro dienten nur dem Ausgleich von Einnahmeausfällen, erklärte der Bundesverband Schienennahverkehr als Organisation der regionalen Verkehrsverbünde in einer Bundestagsanhörung.

Es werde aber auch Mehraufwand im Betrieb entstehen - etwa für zusätzliches Personal und Fahrzeuge. Das werde "ein gigantischer Akt", sagte der stellvertretende Geschäftsführer Robert Dorn. Der Verband der Verkehrsunternehmen erläuterte, es werde mit ungefähr 30 Millionen Nutzern pro Monat für das Sonderticket gerechnet, dies sei aber nur eine Abschätzung. Es wäre gut, wenn der Bund alle Kosten auch für das "Prognoserisiko" übernähme, sagte Geschäftsführer Jan Schilling. Es handele sich um ein großes Experiment. Die Frage sei auch, was danach passiere. Die Tickets seien so unschlagbar günstig, dass es dann natürlich einen Preissprung geben werde. Zugleich stiegen Energiekosten für die Anbieter. Daher seien längere Finanzzusagen für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) nötig.

Die Sondertickets sollen im Juni, Juli und August bundesweit Fahrten im Nah- und Regionalverkehr ermöglichen - für je 9 Euro im Monat, also viel günstiger als normale Monatskarten. Dies ist Teil des Entlastungspakets der Ampel-Koalition wegen der hohen Energiepreise. Zugleich soll es ein Schnupperangebot sein, um Kunden anzulocken.

Bundestag und Bundesrat sollen das Finanzierungsgesetz in dieser Woche beschließen. Aus den Ländern wurden aber erneut Forderungen nach mehr Geld und Warnungen vor einem Scheitern laut. Die Länder wollen, dass der Bund die Regionalisierungsmittel deutlich erhöht, mit denen Länder und Verbünde Verkehrsleistungen bei den Anbietern bestellen. Die Deutsche Bahn hatte den Verkaufsstart für das Ticket für den 23. Mai angekündigt - wenn das Gesetz durchkommt.

Quelle: ntv.de, dpa

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