Mehr Geld für BeschäftigteAmazon erhöht Löhne in deutscher Logistik ab September

Der US-Konzern Amazon will seinen Beschäftigten in der Logistik in Deutschland ab September mehr Lohn zahlen.
Dann würden die Einstiegslöhne für Logistikjobs in Deutschland von derzeit durchschnittlich 16 Euro auf im Mittel 16,66 Euro brutto pro Stunde und mehr steigen, kündigte Amazon am Montag an. An 40 Standorten liege der Einstiegslohn ab September bei mindestens 17,00 Euro. In den vergangenen fünf Jahren seien die Einstiegslöhne damit um rund 29 Prozent gestiegen. Die Erhöhung betreffe 23 Logistikzentren, neun Sortierzentren und mehr als 70 Verteilzentren. Die Gespräche mit den Betriebsräten haben dem Unternehmen zufolge begonnen.
"Mit einem durchschnittlichen Einstiegslohn von 16,66 Euro pro Stunde deutschlandweit und nirgends unter 16,22 Euro investieren wir weiter in wettbewerbsfähige Vergütung und langfristige Karrieremöglichkeiten", erklärte der Deutschland-Chef von Amazon, Rocco Bräuniger. Amazon beschäftigt in Deutschland über 40.000 Menschen, den Löwenanteil davon in der Logistik. Der Konzern baut zudem seine Präsenz in Deutschland weiter aus. Bis Ende 2026 soll ein neues Logistikzentrum in Zweibrücken mit rund 1000 Arbeitsplätzen eröffnen. Auch entstehen im laufenden Jahr fünf neue Verteilzentren.
Amazon liegt in Deutschland seit Jahren mit der Gewerkschaft Verdi im Streit. Verdi fordert, dass der US-Konzern die Flächentarifverträge für den Handel anerkennt und unterstreicht dies immer wieder mit Protesten. "Dass Amazon jährliche Lohnerhöhungen eingeführt hat, ist der Entschlossenheit der Beschäftigten zu verdanken, die seit nunmehr zwölf Jahren für bessere Bezahlung und Arbeitsbedingungen kämpfen", sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Silke Zimmer. "Trotz der Lohnerhöhungen bleibt es dabei: Die Beschäftigten fordern rechtsverbindliche Tarifverträge des Einzel- und Versandhandels und Verhandlungen auf Augenhöhe", unterstrich sie. Amazon betont dagegen immer wieder, Bezahlung, Zusatzleistungen und Karrierechancen in dem Unternehmen seien "exzellent".