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Bericht der ADLAntisemitische Gewalttaten fordern so viele Tote wie seit 30 Jahren nicht mehr

29.07.2026, 10:47 Uhr
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(Foto: Daniel Reinhardt/dpa)

Die Zahl der bei antisemitischen Gewalttaten getöteten Menschen ist im Jahr 2025 nach Angaben einer US-Organisation in den Ländern mit großen jüdischen Gemeinden auf den höchsten Stand seit 30 Jahren gestiegen.

Insgesamt 20 Menschen seien bei Anschlägen im australischen Sydney, im englischen Manchester sowie in den US-Städten Washington und Boulder getötet worden, erklärte die Anti-Diffamierungs-Liga (ADL) mit Sitz in New York in einem am Mittwoch vorgelegten Bericht.

2025 sei das "tödlichste Jahr in Bezug auf antisemitische Gewalt für die jüdische Diaspora" seit einem Anschlag von 1994 im argentinischen Buenos Aires mit 85 Toten gewesen, erklärte die Organisation. Insgesamt zählte die ADL mehr als 23.000 antisemitische Vorfälle in den sieben Ländern mit den größten jüdischen Gemeinden außerhalb Israels. Dies sind neben Deutschland die USA, Kanada, Frankreich, Großbritannien, Argentinien und Australien.

Im Berichtszeitraum sei die Gesamtzahl antisemitischer Vorfälle in den genannten Ländern im Vergleich zu 2022, dem Jahr vor dem Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023, um 136 Prozent gestiegen. Fälle antisemitischer Gewalttaten hätten in diesem Vergleichszeitraum um 97 zugenommen, erklärte die ADL.

Die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas und ihre Verbündeten hatten mit ihrem Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023 den Krieg im Gazastreifen ausgelöst. Bei Massakern an dem Tag töteten die Islamisten mehr als 1220 Menschen, 251 Opfer verschleppten sie in den Gazastreifen. Israel startete als Reaktion massive Angriffe auf den Gazastreifen. In den zwei sich anschließenden Kriegsjahren wurden nach Hamas-Angaben mehr als 70.000 Menschen im Gazastreifen getötet. Seit Oktober 2025 gilt eine Waffenruhe.

Antisemitismus sei kein "vorübergehendes Strohfeuer", sondern "er ist unsere neue Normalität", erklärte die ADL. Die Organisation rief Regierungen dazu auf, nicht nur auf Angriffe auf Juden zu reagieren, sondern vorbeugend zu handeln. Nötig seien höhere Sicherheitsausgaben, strengere Gesetze und Onlinedienste, "die ihre eigenen Regeln durchsetzen".

Von den von der ADL genannten antisemitischen Anschlägen im Jahr 2025 war der im australischen Sydney derjenige mit den meisten Todesopfern. Ein 24-Jähriger hatte nach Justizangaben am 14. Dezember zusammen mit seinem Vater während einer Zeremonie zum jüdischen Chanukkafest am Bondi Beach in eine Menschenmenge geschossen. 15 Menschen wurden getötet, dutzende weitere wurden verletzt. Die australischen Behörden stufen die Tat als antisemitischen Angriff ein.

Quelle: ntv.de, AFP

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