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Stellenabbau bis 2030Arbeitnehmervertreter warnen vor UniCredit-Übernahme der Commerzbank

08.05.2026, 10:14 Uhr
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(Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Arbeitnehmervertreter haben sich hinter die Eigenständigkeits-Strategie der Commerzbank gestellt und vor einer Übernahme durch die italienische UniCredit gewarnt.

Die Commerzbank will bis 2030 weitere 3000 ihrer rund 38.000 Stellen streichen. "Wir haben gesehen, was die Alternative wäre", sagte Konzern-Betriebsratschef Sascha Uebel in einem Interview im Intranet der Bank, das der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag vorlag. "Einsparungen werden unvermeidlich sein – doch sie sind weit weniger schmerzhaft als der Kahlschlag, den wir bei einer Übernahme erwarten müssten."

Der von UniCredit-Chef Andrea Orcel nach einer Übernahme avisierte Abbau von 7000 Arbeitsplätzen in Deutschland wäre wohl nur der Anfang. "Bezieht man mögliche Einschnitte bei unseren Tochtergesellschaften und an den internationalen Standorten ein, wären schnell über 10.000 Arbeitsplätze betroffen", warnte Uebel, der auch stellvertretender Aufsichtsratschef der Bank ist.

Die Gewerkschaft Verdi sähe bei einem Zusammenschluss der Commerzbank mit der UniCredit-Tochter HypoVereinsbank sogar noch mehr Stellen in Gefahr: "Andrea Orcel hat jegliches Vertrauen verspielt. Eine Übernahme würde bei der Commerzbank und der HypoVereinsbank bis zu 15.000 Arbeitsplätze kosten und keinerlei Mehrwert für Kundschaft und Wirtschaft mit sich bringen", sagte Kevin Voß, der die Commerzbank bei Verdi betreut.

Bei der Vereinbarung mit dem Betriebsrat und Verdi seien betriebsbedingte Kündigungen "faktisch ausgeschlossen", sagte Voß. "Für uns ist klar: Niemand darf seinen Job gegen seinen Willen verlieren. Deshalb sind die getroffenen Vereinbarungen wichtig, damit niemand ins Bodenlose fällt." Commerzbank-Personalchefin Sabine Mlnarsky sprach im Intranet von einer "großen Herausforderung" und fügte an: "Durch den Zeithorizont bis 2030 gehen wir davon aus, dass wir über die normale Fluktuation, Eintritte in die Regelrente sowie die Besetzung freier interner Stellen, zum Beispiel durch Qualifizierungen, bereits einen Großteil des Stellenabbaus realisieren können. Darüber hinaus setzen wir weiterhin auf die bewährten Sozialplaninstrumente."

Quelle: ntv.de, rts

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