Mehr offene BestellungenAuftragsbestand der Industrie in Deutschland steigt

Das Auftragspolster der deutschen Industrie ist im Februar dicker geworden.
Der Bestand an offenen Bestellungen nahm um 1,0 Prozent im Vergleich zum Vormonat zu, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Montag mitteilte. Verglichen mit dem Vorjahresmonat füllten sich die Auftragsbücher noch weit stärker: Hier gab es einen Zuwachs von 7,5 Prozent. Der Anstieg des Auftragsbestands im Februar ist laut Destatis wesentlich auf eine positive Entwicklung in der Automobilindustrie (saison- und kalenderbereinigt +3,8 Prozent zum Vormonat) und im Sonstigen Fahrzeugbau (Flugzeuge, Schiffe, Züge, Militärfahrzeuge; +0,9 Prozent) zurückzuführen. Auch der Anstieg in der Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen (+2,0 Prozent) wirkte positiv auf das Gesamtergebnis.
Die Reichweite des Auftragsbestands stieg im Februar auf den Rekordwert von 8,6 Monaten - das ist der höchste Wert seit Beginn der Statistik 2015. Dieser Wert gibt an, wie viele Monate die Betriebe bei gleichbleibendem Umsatz ohne Neugeschäft theoretisch produzieren müssten, um vorhandene Bestellungen abzuarbeiten.
"Die Auftragsbücher sind gut gefüllt. Entscheidend ist nun, dass Aufträge auch abgearbeitet werden. Das ist der Knackpunkt, da die geopolitische Unsicherheit nicht zu Kapazitätserweiterungen einlädt", sagte der Chefvolkswirt der Privatbank Hauck Aufhäuser Lampe, Alexander Krüger. Der gestiegene Auftragsbestand reiche als Merkmal für eine bevorstehende Konjunkturwende nicht aus.
Die Wirtschaft ist nach Einschätzung der Volkswirte der Bundesbank ohne Schwung ins Jahr gestartet. Nach dem Wachstum von 0,3 Prozent im Schlussvierteljahr 2025 dürfte das Bruttoinlandsprodukt von Januar bis März demnach lediglich stagniert habe. Nach wie vor sei die Kapazitätsauslastung in der Industrie gering, was die privaten Investitionen dämpfe. Der Krieg im Nahen Osten dürfte die privaten Haushalte und die Unternehmen demnach zusätzlich belasten, insbesondere über höhere Energiepreise. Dies trübt laut Bundesbank auch den Ausblick für das zweite Quartal.