AutoMit Geduld und ohne Spucke - Autoaufkleber entfernen
Losheim am See (dpa/tmn) - Autoaufkleber sind schnell angebracht. Sie wieder loszuwerden, kann dagegen sehr mühsam sein. Beim Entfernen der Klebebildchen ist Vorsicht geboten - sonst riskieren Autobesitzer Schäden am Lack oder Schlimmeres.
Losheim am See (dpa/tmn) - Autoaufkleber sind schnell angebracht. Sie wieder loszuwerden, kann dagegen sehr mühsam sein. Beim Entfernen der Klebebildchen ist Vorsicht geboten - sonst riskieren Autobesitzer Schäden am Lack oder Schlimmeres.
Aufkleber mit Sprüchen wie «Alt, aber bezahlt», «Nicht hupen, Fahrer träumt vom FC Bayern» oder Erinnerungen an einen Ferienausflug haften auf vielen Autos. Sind die Klebebildchen irgendwann verblasst oder die einst lustigen Sprüche nach einiger Zeit eher peinlich, ist es meist nicht leicht, die Sticker vom Wagen herunterzubekommen, ohne Schaden anzurichten.
Am häufigsten haften Autoaufkleber in Kofferraumnähe auf dem Lack. Eine Möglichkeit sei es, so platzierte Sticker mit einem Heißluftföhn geschmeidig zu machen und langsam abzuziehen, erklärt Thomas Schuster von der Sachverständigenorganisation KÜS. Doch Vorsicht: Bei Temperaturen von über 100 Grad Celsius könnte der Lack beschädigt werden, weshalb nur mit viel Abstand zum Auto geföhnt werden dürfe.
Arnulf Thiemel vom ADAC hält Heißluft zum Aufweichen eines Aufklebers für sehr riskant. «Man kann nicht abschätzen, wie heiß der Lack wird.» Der Grat zwischen dem Lösen des Aufklebers und des Lacks sei schmal, warnt er und empfiehlt, das Auto lieber für mehrere Stunden in die Sonne zu stellen, um den Lack aufzuheizen.
Rückstände eines abgezogenen Aufklebers lassen sich mit Klebstoffentfernern aus dem Fachhandel beseitigen. Dabei sollten laut Schuster nur acetonfreie Mittel mit dem Aufdruck «Für Lacke geeignet» verwendet und vorher an einer unauffälligen Stelle getestet werden.
Vor dem Einsatz von Chemie können Autobesitzer versuchen, Sticker mit Wasser, Autoshampoo oder Spülmittel anzulösen oder aufzuweichen, rät Thiemel. «Von scharfen Haushaltsputzmitteln wie Essigreiniger ist aber abzuraten, sie können Kunststoffteile und den Lack angreifen.»
Sind Sticker und Kleberreste vom Wagen entfernt, kann es trotzdem noch eine Enttäuschung geben: Wenn ein Aufkleber den Lack jahrelang vor UV-Licht und anderen Umwelteinflüssen geschützt hat, ist die Farbe an dieser Stelle sehr wahrscheinlich weniger verblasst als am übrigen Fahrzeug. In diesem Fall empfiehlt Michael Müller von der Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ), das betroffene Blech großflächig mit hochwertiger Politur aufzufrischen, um harte Farbübergänge abzuschwächen, und danach mit Wachs zu versiegeln. Komplett wegpolieren lasse sich solch ein Fleck jedoch meist nicht.
Leichter haben es Autobesitzer, wenn Aufkleber auf einer Glasscheibe haften. Thiemel rät auch hier, Glas und Kunststoffsticker schonend im Sonnenlicht aufzuheizen statt mit Heißluft. «Die Scheibe könnte sonst springen.» Anschließend sollten Fahrzeughalter versuchen, den Aufkleber an einer Seite vorsichtig mit einem Holz- oder Kunststoffspatel anzuheben und abzuziehen. Klebstoffreste lassen sich mit einem mit Spiritus getränkten Küchentuch vom Glas abreiben.
Besonders heikel - da sind sich die Experten einig - ist das Entfernen von Aufklebern auf Kunststoffoberflächen im Wagen. Auch dafür sollte das Auto laut Thiemel vorher einige Stunden in der Sonne stehen, damit sich das Interieur etwas aufheizt. Lässt sich der Aufkleber dann nicht auf Anhieb mit einem Holzschaber lösen, rät er von Experimenten ab und empfiehlt einen Werkstattbesuch. Denn beschädigte Kunststoffteile im Wagen können in der Regel nicht repariert, sondern nur ausgetauscht werden. Und das ist teuer.
Eine Gefahr sind Sticker auf Abdeckungen der Airbags: «Dort dürfen keine Aufkleber angebracht werden», erläutert Thiemel. Sie könnten die Funktion beeinflussen. Hartnäckig haftende Sticker auf Airbagabdeckungen seien ein Fall für den Fachmann, da beim Entfernen der Airbag beschädigt oder sogar ausgelöst werden könne.