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AutoVW Beetle: Ein Klassiker kehrt zurück

13.07.2011, 09:05 Uhr

Berlin (dpa-infocom) - Volkswagen frischt die Erinnerungen an den VW Käfer auf. Die Niedersachsen bringen im Oktober den Beetle auf den Markt. Dieser orientiert sich eher am Original als am verspielten New Beetle.

Berlin (dpa-infocom) - Volkswagen frischt die Erinnerungen an den VW Käfer auf. Die Niedersachsen bringen im Oktober den Beetle auf den Markt. Dieser orientiert sich eher am Original als am verspielten New Beetle.

Er war das meistverkaufte Auto seiner Zeit, hat buchstäblich die Welt bewegt und einen festen Platz im kollektiven PS-Gedächtnis: der VW Käfer. Nach mehr als 70 Jahren und über 22 Millionen Exemplaren bringen die Niedersachsen einen neuen Käfer an den Start. Der heißt nur noch Beetle und kostet ab 16 950 Euro. Damit liegt der Preis rund 2000 Euro über einem vergleichbaren Golf.

Mit neuer Form zurück zu den Wurzeln

Technisch hat der Beetle mit dem Käfer nichts mehr gemein. Die Motoren sind keine Boxer mehr, sondern konventionelle Direkteinspritzer. Sie sind nicht mehr luft- sondern wassergekühlt, treiben die Vorderachse an und stecken vorn statt hinten. Zumindest beim Design haben Ahn und Enkel wieder etwas näher zusammen gefunden.

Die Frontscheibe steht steiler als beim New Beetle. Das Dach folgt genau wie beim alten Käfer einem klaren Schwung über den Heckdeckel hinweg nach unten. Vorbei ist die Zeit, in der man zum Zeichnen des Beetle drei Kreisbögen brauchte: Jetzt haben Alt und Neu beinahe die gleiche Silhouette. Dazu sieht der Beetle bulliger und solider aus als bisher. Das Auto ist vier Zentimeter breiter, 15 Zentimeter länger und einen Zentimeter flacher geworden.

Mehr Platz im Innenraum

Vom neuen Format profitiert man vor allem innen. Vorn sitzt man jetzt wieder im Mittelpunkt, weil der endlos lange Vorbau des Armaturenträgers auf weniger als die Hälfte geschrumpft ist. Hinten kann man nach der Kletterpartie um die großen Vordersitze zumindest auf Kurzstrecken auch als Erwachsener ganz leidlich sitzen.

Der Kofferraum fasst nun 310 Liter - immerhin rund ein Drittel mehr als bislang. Dieser Stauraum ist tatsächlich auch gut zu nutzen, weil die weit oben im Dach angeschlagene Heckklappe sehr weit öffnet und man die Ladung nur über eine flache Kante wuchten muss. Außerdem kann man die Rückbank umlegen und hat dann einen 905 Liter fassenden Kofferraum.

Fantasievolles Innenleben mit leichten Macken

Im Prinzip ist der Beetle ein hübsch verpackter Golf, der auch innen ein eigenes Design bekommen hat: Das griffige Lenkrad ist ebenso neu wie die drei unter einem Kreisbogen vereinten Rundinstrumente, die Zusatzanzeigen auf dem Armaturenbrett und die Radios von Musiklegende Fender. Neu und ungewohnt ist auch der Qualitätseindruck - leider. Wo die Niedersachsen sonst schon ihre Kleinwagen möblieren als seien sie Oberklasse, sieht und fühlt man hier ungewöhnlich viel billiges Hartplastik. Da sind die vielen bunten Zierkonsolen oder das zweite Handschuhfach im alten Käfer-Style nur ein schwacher Trost.

War der Käfer früher vor allem preiswert und praktisch, will er jetzt auch sportlich sein. Deshalb bekommt er stärkere Motoren und ein völlig neues Fahrwerk: Mehr Radstand und die größere Spurweite lassen ihn nicht nur kräftiger aussehen, sondern auch besser auf der Straße stehen. Er rollt sauber ab, lässt sich präzise durch die Kurven führen und durch nichts aus der Ruhe bringen.

Bis zu 200 PS unter der Haube

Besonders viel Spaß macht der Beetle als 2.0 TSI mit Doppelkupplungsautomatik. Dann kostet er zwar schon 27 100 Euro, lockt aber mit 147 kW/200 PS, bis zu 280 Newtonmeter maximalem Drehmoment und einem Klang, der beinahe an die alten Heckmotorzeiten erinnert. Der Vierzylinder reagiert aggressiv, verlangt hohe Drehzahlen, beschleunigt den Beetle binnen 7,5 Sekunden auf Tempo 100 und schafft maximal 223 km/h. Damit kann man den Neuzeitkäfer so sportlich bewegen, wie es früher höchstens mit Herbie klappte.

Zugleich lässt sich der Motor aber auch ganz entspannt und gelassen fahren. Dann kommt man dem Normverbrauch von 7,7 Litern (CO2-Ausstoß: 179 g/km) tatsächlich nahe. Was dem Motor fehlt, ist eine Start-Stopp-Automatik. Sie kostet erstens Aufpreis und wird zweitens nur für den jeweils schwächsten Benziner und Diesel angeboten. Die haben beide 77 kW/105 PS und kommen damit auf einen Verbrauch von 5,5 und 4,3 Liter. Das entspricht einem CO2-Ausstoß von 112 und 129 g/km. Außerdem im Angebot: Ein zweiter Diesel mit 103 kW/140 PS und ein dritter Benziner mit 1,4 Litern Hubraum und 118 kW/160 PS.

Fazit: Der hat den Bogen raus

Mit dem Beetle schließt sich bei VW ein Kreis: So wie aus dem Käfer einmal der Golf wurde, wird jetzt aus dem Golf wieder ein Käfer. Natürlich nicht 1:1, aber doch so nah am Original, dass bei den Älteren die Erinnerung sofort wieder da ist. Dabei ist der Beetle gleichzeitig so modern, dass sich auch die Jüngeren von dem Konzept angesprochen fühlen dürften. Dazu gibt's noch ein wenig mehr Alltagstauglichkeit als bisher und viel mehr Fahrspaß. So hat der neue Käfer den Bogen raus.

Quelle: dpa

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