Treffen in BrüsselAutobranche fordert weitere Lockerungen bei EU-Emissionsregeln

Die Autobranche macht sich für weitere Zugeständnisse der Europäischen Union bei den Emissionsregeln stark.
Es sei offensichtlich, dass die Vorgaben, die seit 2020 in Kraft seien, mangelhaft seien, sagte Mercedes-Chef Ola Källenius am Mittwoch nach einem Treffen von Branchenvertretern mit EVP-Chef Manfred Weber in Brüssel. Insbesondere hätten sie nicht die Nachfrage nach Elektroautos beflügelt. Die Politik müsse nun pragmatisch sein, man dürfe die Marktkräfte nicht ignorieren, sagte Källenius, der auch Vorsitzender des europäischen Branchenverbandes ACEA ist.
BMW-Chef Oliver Zipse sagte bei seinem letzten Auftritt an der Spitze des Münchner Autobauers auf der Hauptversammlung, die CO2-Vorgaben der Europäischen Union ab 2035 seien zwar gut gedacht, aber schlecht gemacht. "Der aktuelle Vorschlag ist eben nicht technologieoffen. Außerdem ignoriert er die Realität am Markt." Für mehr als 90 Prozent des Fahrzeugvolumens bleibe es bei einem faktischen Verbrennerverbot. Dazu seien strenge Quoten für Firmenflotten geplant. "Nach dem Verbot beim Angebot soll das Verbot bei der Nachfrage kommen. Das nützt weder den Kunden noch der Industrie in Europa."
Die EU-Kommission hatte Ende 2025 vorgeschlagen, dass die CO2-Flottenemissionen für Neuwagen ab 2035 nur noch um 90 Prozent im Vergleich zu 2021 sinken müssen, statt der bisher geplanten 100 Prozent. Damit könnten auch danach noch neue Hybridfahrzeuge zugelassen werden. Allerdings müssen die Autobauer diese Emissionen unter anderem durch den Einsatz von grünem Stahl oder die Beimischung von klimaneutralen Kraftstoffen ausgleichen. Zugleich gelten für Flottenbetreiber, etwa Mietwagenfirmen, schärfere CO2-Regeln.