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Nach Vorfall im LibanonBenjamin Netanjahu verurteilt Schändung eines Kruzifixes durch Soldaten

20.04.2026, 14:28 Uhr
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(Foto: Ronen Zvulun/Pool Reuters/AP/dpa)

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, Außenminister Gideon Saar und das Militär haben die Schändung eines Kruzifixes durch einen israelischen Soldaten im Südlibanon verurteilt.

Ein am Wochenende im Internet aufgetauchtes Foto zeigt, wie ein Soldat mit der stumpfen Seite einer Axt auf ein Kruzifix einschlägt. Netanjahu erklärte am Montag auf X, er sei fassungslos über die Beschädigung des christlichen Symbols. Die Tat widerspreche den jüdischen Werten der Toleranz und werde bestraft. Saar nannte das Verhalten schändlich und bat um Entschuldigung. Das Militär teilte mit, der Vorfall werde untersucht. Der US-Botschafter in Israel, Mike Huckabee, forderte auf X harte und öffentliche Konsequenzen.

Die Nachrichtenagentur Reuters verifizierte den Aufnahmeort des Fotos als Debel. Das christliche Dorf gehört zu den wenigen Orten im Südlibanon, aus denen die Bewohner während der israelischen Offensive gegen die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz nicht geflohen sind. Das Kruzifix war Teil eines kleinen Schreins im Garten einer Familie am Rande des Dorfes, wie der Priester Fadi Falfel sagte. Ein israelischer Soldat habe es zerbrochen und diese schreckliche Entweihung heiliger Symbole begangen. Debel ist eines von Dutzenden Dörfern im Südlibanon, die derzeit unter israelischer Besatzung stehen.

Die Bewohner hätten gehofft, dass die Feuerpause Erleichterung bringen würde, sagte Falfel. Sie seien jedoch weiterhin eingeschlossen. Der Zugang zu einigen Häusern am Ortsrand sei ihnen verwehrt. Das israelische Militär erklärte seinerseits, es arbeite mit Hilfsorganisationen zusammen, um den die Menschen in Debel und anderen Dörfern mit dem Nötigsten zu versorgen. 

Quelle: ntv.de, rts

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