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Geschäft zum Verkauf gestelltBritischer Energiekonzern BP will sich aus der Öl- und Gasförderung zurückziehen

31.07.2026, 18:49 Uhr
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Der britische Mineralöl- und Energiekonzern BP kann seinen Gewinn verdreifachen. (Foto: Caroline Spiezio/AP/dpa)

Der britische Energiekonzern BP will sich aus der Öl- und Gasförderung in der heimischen Nordsee zurückziehen und stellt das Geschäft zum Verkauf.

Der britische Energiekonzern BP will sich aus der Öl- und Gasförderung in der heimischen Nordsee zurückziehen und stellt das Geschäft zum Verkauf. "Da wir unser Portfolio fokussieren und Kapital in unsere renditestärksten Projekte lenken, glauben wir, dass unser Nordsee-Geschäft als Teil eines anderen Unternehmens besser aufgestellt sein wird", erläuterte die neue Chefin Meg O'Neill am Freitag die Beweggründe. Schätzungen von Branchenkennern zufolge könnte der Verkauf mehr als zwei Milliarden Dollar einbringen. Für BP, das früher British Petroleum hieß, endet damit eine Ära: Der Konzern ist seit mehr als sechs Jahrzehnten in der Region aktiv und betreibt dort fünf große Förderzentren.

Mit dem Rückzug folgt BP dem Beispiel einer Reihe anderer Ölriesen: Auch ExxonMobil, Chevron, Shell und TotalEnergies haben ihr Engagement in dem zunehmend erschöpften Fördergebiet in den vergangenen Jahren wegen sinkender Produktionsmengen und hoher Kosten zurückgefahren. Dem Analysehaus Rystad Energy zufolge liegen die Betriebskosten in der britischen Nordsee im Jahr 2026 bei durchschnittlich 25,20 Dollar pro Barrel Öläquivalent, während der weltweite Durchschnitt lediglich 10,60 Dollar beträgt.

Im vergangenen Jahr stammten rund fünf Prozent der weltweiten BP-Förderung aus der britischen Nordsee. Von dem Verkauf sind etwa 1100 Mitarbeiter betroffen. Der Zeitpunkt für den Ausstieg gilt als günstig. Wegen der hohen Öl- und Gaspreise infolge des Iran-Kriegs dürfte es reges Interesse geben. Als wahrscheinlichste Käufer gelten Firmen, die bereits in der Region aktiv sind. Die Rystad-Experten nennen etwa Ithaca Energy, das Joint Venture Neo Next+, an dem TotalEnergies beteiligt ist, oder Adura, ein Gemeinschaftsunternehmen unter anderem von Shell und der norwegischen Equinor. Zudem hatte der britische Premierminister Andy Burnham erst am Vortag einen pragmatischen Ansatz bei der Erschließung der Nordsee-Ressourcen angekündigt. Seine Labour-Partei hat ihr Wahlversprechen, keine neuen Lizenzen mehr zu vergeben, inzwischen aufgeweicht.

BP-Chefin O'Neill, die das Ruder im April übernahm, forciert derweil den Schuldenabbau und die Rückbesinnung auf das klassische Öl- und Gasgeschäft, während Investitionen in erneuerbare Energien zurückgefahren werden. Erst in diesem Monat wurde die Konzernstruktur von drei auf zwei Sparten verschlankt. Zudem plant BP einem internen Schreiben zufolge den Abbau von 700 Arbeitsplätzen.

Quelle: ntv.de, RTS

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