Pläne aus PekingChina erwägt Exportbeschränkungen für moderne Solartechnologie

China erwägt Insidern zufolge, die Ausfuhr moderner Solar-Technologie zu beschränken und so seine Vormachtstellung in diesem Bereich zu sichern.
Dies sagten fünf mit den Vorgängen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Ein solcher Schritt würde sich vor allem gegen die USA richten, wo Unternehmen wie der Elektroautobauer Tesla den Aufbau eigener Solarfabriken planen.
In der chinesischen Solarbranche wächst dem Bericht zufolge die Sorge, dass US-Unternehmer wie Elon Musk die derzeitige Überkapazität in China ausnutzen könnten, um günstig an Ausrüstung und Fachwissen zu gelangen. Im Mittelpunkt der Überlegungen stehe Ausrüstung zur Herstellung hocheffizienter Solarzellen, die auf der sogenannten Heterojunction-Technologie (HJT) basieren. Den Insidern zufolge haben Behördenvertreter bereits Gespräche mit dem Anlagenbauer Suzhou Maxwell Technologies geführt. Die Maßnahme würde die Exportkontrollen auf einen weiteren Technologiebereich ausweiten, in dem China führend ist.
Die möglichen Exportbeschränkungen fallen mit den Vorbereitungen für den Gipfel zwischen den Präsidenten der beiden Länder Xi Jinping und Donald Trump im nächsten Monat in Peking zusammen. Beide Seiten sehen darin eine Chance, die Handelsbeziehungen zu stabilisieren.
Reuters hatte letzten Monat berichtet, dass Tesla den Kauf von Ausrüstung zur Solarmodulherstellung im Wert von 2,9 Milliarden Dollar von chinesischen Zulieferern wie Suzhou Maxwell plant. Suzhou Maxwell beantragte bereits die Exportgenehmigung beim Handelsministerium. Musk erklärte, Solarenergie könne den gesamten Strombedarf der USA decken, und Tesla verfolge das Ziel, bis 2028 eine Solarmodulproduktionskapazität von 100 Gigawatt in den USA aufzubauen.
"Ein Erfolg Teslas bei seinen Bemühungen könnte sich für Chinas weltweit führende Solarmodulhersteller als Albtraum erweisen", hieß es in einer Analyse des auf die chinesische Regierungspolitik spezialisierten Marktforschungsunternehmens Trivium China diesen Monat. Sie würden nicht nur einen wichtigen potenziellen Kunden verlieren, sondern stünden auch vor der Herausforderung, in einer Zeit, in der sie bereits unter enormem finanziellen Druck stünden, hieß es weiter. "Peking wird nicht tatenlos zusehen, wie seine Industrieführer unbeabsichtigt die Industriepolitik rivalisierender Länder unterstützen."