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Vorschlag gegen FachkräftemangelDIW empfiehlt Reform von Ehegattensplitting statt Abschaffung des Teilzeitrechts

26.01.2026, 13:04 Uhr
Duesseldorf-08-04
(Foto: IMAGO/Michael Gstettenbauer)

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) schlägt zur Bekämpfung des Fachkräftemangels statt einer Abschaffung des Rechts auf Teilzeit eine Reform von Ehegattensplitting und Minijobs vor.

Damit reagierte das Institut am Montag auf einen Vorschlag aus dem Wirtschaftsflügel der CDU. "Die Abschaffung des Rechtsanspruchs auf Teilzeit würde den Fachkräftemangel in Deutschland nicht lösen", sagte Katharina Wrohlich vom DIW. Unterstützung kam dagegen vom arbeigebernahen Institut der Wirtschaft (IW) in Köln. Deren Arbeitsmarktexperte Holger Schäfer erklärte, der Rechtsanspruch sei ein überflüssiger Anachronismus aus einer Zeit der Massenarbeitslosigkeit.

Das DIW dagegen argumentierte, das Steuersystem setze falsche Anreize für mehr Teilzeit. Es belohne vor allem die Konstellation, in der ein Partner in Vollzeit und der andere, meist die Frau, in einem Minijob arbeite. Reformen beim Ehegattensplitting und bei den Minijobs könnten dagegen die finanziellen Anreize für Mehrarbeit speziell für verheiratete Frauen erhöhen. Dies würde aus Sicht des DIW eine gleichmäßigere Aufteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit fördern und die ökonomische Eigenständigkeit von Frauen stärken. Zudem müsse die Kinderbetreuung ausgebaut werden.

IW-Experte Schäfer bezeichnete dagegen den CDU-Vorschlag als richtig. Angesichts des Fachkräftemangels sei die Verhandlungsmacht der Beschäftigten auch ohne gesetzlichen Anspruch stark genug. Schäfer räumte jedoch ein, dass die Abschaffung allein nicht ausreiche. Auch er nannte einen Ausbau der Kinderbetreuung und eine spürbare Senkung der Abgabenlast als Bedingung, damit sich Mehrarbeit für Beschäftigte lohne.

Quelle: ntv.de, rts

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