Debatte um ParlamentsjobsGauland schließt Schaden für AfD durch Jobs an Parteifreunde nicht aus

Der AfD-Ehrenvorsitzende und Parteimitgründer Alexander Gauland schließt im Zusammenhang mit Berichten über die Vergabe von Parlamentsjobs an Parteifreunde einen Schaden für die AfD nicht aus, verteidigt diese aber auch gegen Vorwürfe.
"Im Prinzip würde ich Herrn Chrupalla völlig recht geben: Das hat ein Geschmäckle", sagte Gauland dem "Focus". Er schränkte aber ein, die Partei habe es sehr schwer, loyale Mitarbeiter zu bekommen. "Die massive Ausgrenzung der AfD hat dazu geführt, dass es Parteimitglieder schwer haben, wenn sie einen anderen Beruf ergreifen wollen außerhalb der Politik. Das muss man im Blick haben, ehe man ein Verdammungsurteil spricht."
Mit den betroffenen Personen habe er sich nicht befasst. "Ich weiß nicht, ob sie nur über Kreuz eingestellt worden sind, weil es Verwandte waren, oder ob es auch gute und kluge Leute sind." Das müssten der Bundesvorstand und der Landesvorstand Sachsen-Anhalt beurteilen.
Gauland bejahte die Frage, ob eine Partei, die den sogenannten Altparteien vorwerfe, sie machten sich den Staat zur Beute, an sich selbst noch höhere Maßstäbe anlegen müsse und schloss einen Schaden für die AfD nicht aus. "Klar kann eine Partei an so etwas scheitern. Ich weiß allerdings nicht, was größer ist: der Frust über diese Fehler oder der Frust über das totale Politikversagen der anderen."
Der 85-Jährige war bei der letzten Bundestagswahl entgegen früher geäußerten Absichten noch einmal angetreten und vertritt seine Geburtsstadt Chemnitz im Parlament. Er hatte die AfD 2013 gemeinsam mit einer Gruppe um den Wirtschaftsprofessor Bernd Lucke und den konservativen Publizisten Konrad Adam in Reaktion auf die sogenannte Euro-Rettungspolitik gegründet.