IAB-ArbeitsmarktbarometerDemografischer Wandel belastet Arbeitsmarkt – Beschäftigungsaussichten trüben sich ein

Die Folgen des demografischen Wandels mit der zunehmenden Alterung der Bevölkerung schlagen immer stärker auf den deutschen Arbeitsmarkt durch und trüben die Aussichten.
Das Arbeitsmarktbarometer des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) stagnierte im Juni bei 99,6 Punkten und damit unter der neutralen Marke von 100 Zählern, wie das Institut am Freitag in Nürnberg mitteilte. Die Komponente zur Vorhersage der Beschäftigung fiel dabei erstmals seit der Corona-Pandemie mit 99,9 Punkten in den negativen Bereich. Die Aussichten für die Arbeitslosigkeit hellten sich dagegen leicht auf, die entsprechende Komponente stieg auf 99,3 Punkte.
"Die demografische Schrumpfung ist endgültig am Arbeitsmarkt angekommen: Die Beschäftigung sinkt, während die Zunahme der Arbeitslosigkeit zu einem Ende kommt", sagte Enzo Weber, Leiter des IAB-Forschungsbereichs "Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen". Hinzu komme die jahrelange Wirtschaftsschwäche. "Die wirtschaftlichen Folgen der geopolitischen Konflikte sowie die rückläufige Migration und das schrumpfende Arbeitskräftepotenzial setzen die Beschäftigung von verschiedenen Seiten unter Druck."
Der Frühindikator basiert auf einer monatlichen Umfrage der Bundesagentur für Arbeit (BA) unter allen lokalen Arbeitsagenturen. Am kommenden Mittwoch legt die BA die Arbeitsmarktbilanz für Juni vor. Nach einer sehr schwachen Frühjahrsbelebung war die Arbeitslosenzahl im Mai erstmals seit Dezember wieder knapp unter die Drei-Millionen-Marke gefallen.