Hoffnung auf DurchbruchDeutsche Industrie setzt auf EU-Indien-Freihandelsabkommen

Die deutsche Industrie hofft auf die Verkündung des seit langem angestrebten Freihandelsabkommens der EU mit Indien.
Dies wäre ein echter Game-Changer, sagte der Außenwirtschaftschef der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Volker Treier, am Montag. "Das Abkommen kann die zum Teil beachtlichen Zollsätze und Handelshürden, die beim Eintritt zum indischen Markt für unsere Unternehmen zu beachten sind, helfen abzubauen." Insbesondere wären signifikante Zollsenkungen für Industrieprodukte für Firmen aus dem Automobil- und Maschinenbau sowie dem Chemiesektor eine wünschenswerte Konjunkturhilfe.
Sollte es nicht in letzter Minute noch Probleme geben, dürfte die Einigung am Dienstag in Neu-Delhi verkündet werden. Dort treffen sich Indiens Regierungschef Narendra Modi mit EU-Ratspräsident Antonio Costa und Kommissionschefin Ursula von der Leyen zum Indien-EU-Gipfel.
Handelsexperte Treier ergänzte, wichtig sei, dass der Marktzugang nicht durch die Hintertür mit bürokratischen Regeln wieder verhindert werde. "Damit die Unternehmen das Abkommen auch nutzen können, darf die Nachweisführung beim Warenursprung keine neuen Dokumentationspflichten enthalten. Aufgrund der Bedeutung des deutsch-indischen Dienstleistungshandels und der vielen deutschen Investitionen im Land sollte sich Indien auch in den Bereichen von Dienstleistung und Tech-Industrie öffnen."
Das deutsch-indische Handelsvolumen betrug 2024 rund 31 Milliarden Euro. Aus Deutschland wurden Waren im Wert von 17 Milliarden Euro nach Indien exportiert, von dort Güter im Wert von 14 Milliarden importiert. In den vergangenen zehn Jahren hat sich das Handelsvolumen fast verdoppelt. In Indien sind etwa 2000 deutsche Unternehmen mit Niederlassungen vertreten, die insgesamt mehr als 500.000 Mitarbeiter beschäftigen. Zu den wichtigsten Exportgütern zählen Maschinen mit einem Anteil von 26 Prozent, darunter Pumpen, Kompressoren sowie Wellen, Kurbeln, Lager, Getriebe und Kupplungen. Daneben sind chemische Erzeugnisse, Flugzeuge, Schiffe sowie Züge aus Deutschland gefragt. Eingeführt werden vor allem pharmazeutische und chemische Produkte sowie Bekleidung.