Kaum genutztDeutschland schöpft Aufnahmeprogramme nach Taliban-Machtübernahme nicht aus

Die deutschen Aufnahmeprogramme für Afghaninnen und Afghanen nach der Machtübernahme der radikalislamischen Taliban in ihrem Heimatland sind einem Medienbericht zufolge bei weitem noch nicht ausgeschöpft worden. Mit dem Bundesaufnahmeprogramm seien im vergangenen Jahr 1078 Menschen aus Afghanistan nach Deutschland gebracht worden, im Jahr 2023 sogar nur 94, berichtete der "Spiegel" am Freitag unter Berufung auf Zahlen der Bundesregierung. Angelegt ist das Programm auf 12.000 Menschen.
Deutschland hatte am Dienstag erneut gefährdete Menschen aus Afghanistan aufgenommen. Ein Charterflugzeug aus Pakistan mit 155 Afghaninnen und Afghanen landete in Berlin. Mehr als die Hälfte von ihnen kam nach Angaben des Innenministeriums über das Bundesaufnahmeprogramm. Die übrigen Passagiere seien über andere Aufnahmeprogramme nach Deutschland eingereist - das Ortskräfteverfahren, die Menschenrechtsliste und das Überbrückungsprogramm.
Wie der "Spiegel" weiter berichtet, wurden nicht nur das Bundesaufnahmeprogramm, sondern auch weitere Programme noch nicht abgearbeitet, etwa das für Ortskräfte. So seien vor dem jüngsten Charterflug zwar 20.698 Ortskräfte inklusive Familienmitgliedern seit 2021 aufgenommen worden, 4131 hingen aber noch mit einer Zusage in der Warteschleife, vor allem in Pakistan. Von den stark gefährdeten Menschen waren 13.842 eingereist, 6476 warteten trotz Zusage weiter.