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Zehn Jahre nach BrexitDeutschland und Großbritannien wollen Wirtschaftsbeziehungen wieder vertiefen

27.04.2026, 16:22 Uhr
27-04-2026-Berlin-Peter-Kyle-Wirtschaftsminister-von-Grossbritannien-spricht-beim-deutsch-britischen-Wirtschaftsforum-im-Haus-der-Wirtschaft
27.04.2026, Berlin: Peter Kyle, Wirtschaftsminister von Großbritannien, spricht beim deutsch-britischen Wirtschaftsforum im Haus der Wirtschaft. (Foto: dpa)

Knapp zehn Jahre nach der Brexit-Entscheidung werben die Regierungen in London und Berlin für eine wieder engere wirtschaftliche Zusammenarbeit.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sagte am Montag in Berlin, die vielen Krisen der vergangenen Jahre hätten die Illusion erschüttert, dass die globalen Märkte "auf Autopilot" laufen könnten. Es gebe eine neue Realität, die weitgehende Sperrung der für Energielieferungen wichtigen Straße von Hormus sei ein weiteres Beispiel dafür.

Deutschland und Großbritannien verfolgten in vielen Bereichen gleiche Ziele - etwa im Handel oder bei der Entwicklung von Technologien wie einer europäischen Cloud. Die Zusammenarbeit werde sich auch auf kritische Rohstoffe und den Aufbau widerstandsfähiger Lieferketten erstrecken. Ähnlich äußerte sich der britische Wirtschafts- und Handelsminister Peter Kyle in Berlin.

Reiche ergänzte, 2025 seien zwischen Deutschland und Großbritannien Güter im Wert von 118 Milliarden Euro gehandelt worden. Nach dem Brexit-bedingten Rückschritt sei Großbritannien 2025 zum dritten Mal in Folge der neuntwichtigste Handelspartner für Deutschland gewesen. Reiche sprach von einer Stabilisierung.

Im Juni 2016 hatten sich die Briten überraschend für den EU-Austritt ausgesprochen. Nach jahrelangen Scheidungsverhandlungen verließ das Vereinigte Königreich die EU formell am 31. Januar 2020 und den europäischen Binnenmarkt Ende 2020.

Quelle: ntv.de, RTS

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