Stärkung der "Einsatzkapazitäten"EU will mit Großbritannien die illegale Migration über den Ärmelkanal bekämpfen

Die EU-Kommission hat Pläne vorgestellt, um die illegale Migration über den Ärmelkanal besser zu kontrollieren
Die EU-Kommission hat Pläne vorgestellt, um die illegale Migration über den Ärmelkanal besser zu kontrollieren. "Wir intensivieren unsere Zusammenarbeit mit dem Vereinigten Königreich, um Schleuser zu bekämpfen, irreguläre Ankünfte zu unterbinden und die Unterstützung für die Mitgliedstaaten zu stärken", erklärte EU-Innenkommissar Magnus Brunner am Dienstag. Der Plan sieht unter anderem eine Stärkung der "Einsatzkapazitäten" an der Grenze vor.
Dazu gehört die Aufstockung eines neuen, von Europol betriebenen Zentrums zur Bekämpfung krimineller Schleusernetzwerke. Auch ein britisch-französisches Informationszentrum in Calais soll verstärkt werden, die europäische Grenzschutzagentur Frontex soll Personal und Ausrüstung entsenden. Die Kommission erklärte, die EU werde ihre "Migrationsdiplomatie" ausbauen und die Zusammenarbeit mit Herkunfts- und Transitländern verstärken. Teil des Plans sind auch "Informationskampagnen der EU und des Vereinigten Königreichs", um potenzielle Migranten von der Einreise abzuschrecken.
Mehr als 41.000 Menschen landeten im vergangenen Jahr an der Südküste Englands - die zweithöchste Jahreszahl seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2018. Frankreich ist seit Langem ein Sprungbrett für Migranten, die den Ärmelkanal überqueren und in Großbritannien ein besseres Leben beginnen wollen. Die Menschen bezahlen Schleusern Tausende von Dollar und steigen häufig in überfüllte Gummiboote, um die gefährliche und mitunter tödliche Überfahrt über eine der meistbefahrenen Schifffahrtsrouten der Welt zu wagen. Die Kommission erklärte, die im Plan vorgesehenen Maßnahmen würden nun gemeinsam mit den Mitgliedstaaten umgesetzt. Es könne jedoch einige Zeit dauern, bis alle vollständig implementiert seien.