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Warnung der Vereinten NationenExtreme Hitze bringt Agrar- und Ernährungssysteme weltweit an den Rand des Zusammenbruchs

22.04.2026, 16:14 Uhr
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(Foto: picture alliance / CHROMORANGE)

Extreme Hitze bringt Agrar- und Ernährungssysteme nach UN-Angaben weltweit an den Rand des Zusammenbruchs.

Die Lebensgrundlage und Gesundheit von mehr als einer Milliarde Menschen seien bedroht, wie aus einem Bericht der UN-Ernährungsorganisation (FAO) und der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) hervorgeht. Hitzewellen würden häufiger, intensiver und länger, was Ernten, Viehbestände, Fischerei und Wälder schädige. "Extreme Hitze schreibt die Regeln dafür neu, was Landwirte, Fischer und Förster kultivieren können und wann", sagte der Leiter der FAO-Abteilung für Klimawandel, Kaveh Zahedi, der Nachrichtenagentur Reuters. In einigen Fällen bestimme sie sogar darüber, ob sie überhaupt noch arbeiten könnten.

Dem Bericht zufolge sinkt der Anbauerfolg der meisten wichtigen Nutzpflanzen, sobald die Temperaturen 30 Grad Celsius übersteigen. Laut Zahedi verringert jeder Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur um ein Grad die Erträge der vier wichtigsten Agrarprodukte - Mais, Reis, Soja und Weizen - um etwa sechs Prozent. Als Beispiel nannte er Marokko, wo auf sechs Jahre Dürre beispiellose Hitzewellen folgten. Dies habe zu einem Rückgang der Getreideernte um mehr als 40 Prozent geführt und die Oliven- sowie Zitrusernte stark reduziert. Auch die Meere sind betroffen: Im Jahr 2024 erlebten 91 Prozent der Ozeane mindestens eine marine Hitzewelle, was den Sauerstoffgehalt im Wasser verringert und damit Fischbestände bedroht.

Angesichts der sich beschleunigenden Erderwärmung - 2025 zählte zu den drei heißesten jemals gemessenen Jahren - forderten FAO und WMO bessere Frühwarnsysteme. Wenn Landwirte rechtzeitig Wetterdaten erhielten, könnten sie Aussaat und Ernte anpassen, erklärte Zahedi. Der Bericht betonte jedoch, dass Anpassung allein nicht ausreiche. Die einzige dauerhafte Lösung für die wachsende Bedrohung durch extreme Hitze seien ehrgeizige und koordinierte Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels. 

Quelle: ntv.de, rts

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