Nächster Patzer für WeltverbandFIFA lobt geschönte TV-Quoten beim WM-Eröffnungsspiel

Die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar wird offenbar nicht in allen Teilen der Welt so kritisch gesehen wie in Deutschland. Der Weltverband FIFA veröffentlichte am Donnerstag Mediendaten aus verschiedenen Ländern, die zum Beispiel für Brasilien, Frankreich und Großbritannien teils deutlich höhere Fernseh-Einschaltquoten während des Eröffnungsspiels auswiesen als noch bei der WM 2018 in Russland.
So hätten beim französischen Sender TF1 5,05 Millionen TV-Zuschauer das erste Spiel dieses Turniers gesehen. Vor vier Jahren waren es nur 3,83 Millionen.
Allerdings unterschlug die FIFA in ihrer Mitteilung auch einige zur Einordnung wichtige Informationen. So fand das Eröffnungsspiel der WM 2018 an einem Donnerstag um 17.00 Uhr statt. Die erste Partie in Katar wurde dagegen an einem Sonntag zur gleichen Zeit angepfiffen, wenn ohnehin mehr Menschen vor dem Fernseher sitzen.
Auch verkündete der Weltverband, dass die Einschaltquote in Ecuador beim Eröffnungsspiel 2022 um 109 Prozent über den besten Werten der beiden vergangenen Weltmeisterschaften lag. Allerdings war das südamerikanische Land diesmal auch der Auftaktgegner von Gastgeber Katar, während es bei der WM 2018 gar nicht mitspielte.
In Deutschland brach die Einschaltquote beim ersten deutschen WM-Spiel im Vergleich zu 2018 am Mittwoch dramatisch ein. Bei der 1:2-Niederlage gegen Japan schalteten im Schnitt 9,230 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer ein, wie die AGF Videoforschung am Donnerstag errechnete. Bei der Weltmeisterschaft vor vier Jahren hatten ARD und ZDF in den drei Gruppenspielen der deutschen Mannschaft im Schnitt jeweils mehr als 25 Millionen Menschen erreicht. Diese Vergleichszahlen wurden in der FIFA-Statistik nicht erwähnt.