Tarifstreit im NahverkehrFahrgäste müssen sich im ÖPNV in Deutschland auf neue umfangreiche Streiks einstellen

Im Tarifkonflikt im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) müssen sich Fahrgäste in Deutschland auf neue, umfangreiche Streiks einstellen.
Die Gewerkschaft Verdi ruft für Donnerstag zu ganztägigen Arbeitsniederlegungen in mehreren Bundesländern auf. Betroffen sind nach Angaben vom Montag Bayern, das Saarland, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Hamburg. Dort dürfte der Verkehr in den meisten kommunalen Unternehmen weitgehend zum Erliegen kommen. Ob sich auch Hessen und Bremen an dem Ausstand beteiligen, soll sich nach den dortigen Verhandlungen im Laufe des Montags beziehungsweise am Mittwoch entscheiden. Es ist die dritte bundesweite Streikwelle in der laufenden Tarifrunde.
In dem Konflikt wird über die Arbeitsbedingungen für knapp 100.000 Beschäftigte in rund 150 kommunalen Verkehrsbetrieben verhandelt. Verdi fordert je nach Bundesland unterschiedliche Verbesserungen, um die Angestellten zu entlasten. Dazu zählen etwa eine kürzere Wochenarbeitszeit, längere Ruhezeiten zwischen den Diensten sowie höhere Zuschläge für Schicht-, Nacht- und Wochenendarbeit. In Bayern, Brandenburg, Thüringen, dem Saarland und bei der Hamburger Hochbahn geht es zudem um höhere Löhne und Gehälter. In Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg haben sich die Tarifparteien schon auf einen Abschluss geeinigt.
Die Verhandlungen kämen in vielen Ländern auch im vierten Monat der Tarifrunde nicht voran, erklärte die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Christine Behle. "Die Zeiten seien schwierig, heißt es von den Arbeitgebern. Allerdings können wir uns Zögerlichkeit am Verhandlungstisch nicht leisten, es müssen dringend Lösungen her." Die Gewerkschaft rufe daher gezielt dort zu Streiks auf, wo es für eine Einigung mehr Druck brauche. Die Proteste seien ein Signal für bessere Arbeitsbedingungen. "Aber wir streiken nicht aus Prinzip", sagte Behle. "Wenn es am Verhandlungstisch gut vorangeht, bleiben Streiks aus."