EnergiewendeFast drei Viertel aller Neubauten in Deutschland haben eine Wärmepumpe

Die Wärmepumpe setzt sich im deutschen Wohnungsneubau immer stärker als Standard durch.
Fast drei Viertel (73,6 Prozent) aller im vergangenen Jahr fertiggestellten Wohngebäude werden primär damit beheizt, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Dagegen verliert die klassische Gasheizung massiv an Bedeutung: Sie wurde nur noch in jedem zehnten Neubau (10,5 Prozent) eingebaut. Insgesamt werden inzwischen knapp vier von fünf neuen Wohngebäuden (78,2 Prozent) primär mit erneuerbaren Energien beheizt.
Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt eine starke Verschiebung: Binnen zehn Jahren hat sich der Anteil der Wärmepumpen in Neubauten mehr als verdoppelt. 2015 lag er noch bei 31,4 Prozent. Damals wurde noch mehr als die Hälfte (51,5 Prozent) der Neubauten mit einer Gasheizung ausgestattet. Der Anteil erneuerbarer Energien als Hauptheizquelle lag 2015 insgesamt bei nur 38,0 Prozent. Neben Wärmepumpen zählen dazu auch Holz, Solarthermie oder Biogas, die aber zusammengenommen kaum ins Gewicht fallen.
Der Trend dürfte sich weiter beschleunigen, wie die Daten zu den Baugenehmigungen für das Jahr 2025 zeigen. Hier sollen sogar 83,0 Prozent der geplanten Wohngebäude hauptsächlich mit Wärmepumpen ausgestattet werden. Der Anteil geplanter Gasheizungen liegt nur noch bei 2,2 Prozent. Besonders beliebt sind Wärmepumpen den Statistikern zufolge in neuen Ein- und Zweifamilienhäusern mit fast 78 Prozent. In Mehrfamilienhäusern liegt ihr Anteil hingegen nur bei rund 53 Prozent.
Ganz anders sieht die Lage jedoch im Gebäudebestand aus. Nach Ergebnissen des Zensus 2022 dominiert dort weiterhin die Gasheizung, mit der mehr als die Hälfte (53,9 Prozent) der bestehenden Wohngebäude beheizt wird. Rund ein Viertel (24,7 Prozent) setzte auf Heizöl. Erneuerbare Energien waren im Bestand mit einem Anteil von 10,2 Prozent noch kaum verbreitet, wobei Wärmepumpen hier nur auf 4,2 Prozent kamen.