Kurznachrichten

Razzien in mehreren StädtenFestnahmen bei bekannten LGBT-Vereinen in der Türkei

13.09.2026, 14:11 Uhr
image
Türkei, Istanbul: Ein Mann schwenkt eine LGBT+-Fahne, während er an einer Kundgebung anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen teilnimmt. (Foto: dpa)

In der Türkei sind bei landesweiten Razzien gegen mehrere LGBT-Aktivistenvereine 162 Menschen festgenommen worden.

Wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, seien zuvor Ermittlungen wegen "Vereinsgründung zum Begehen einer Straftat, Prostitution, Obszönität" sowie Drogenbesitz eingeleitet worden. Die Gruppe Kaos GL, die sich für die Rechte von Homo- und Bisexuellen, Transmenschen und queeren Personen (LGBTQ) einsetzt, erklärte auf der Plattform X, die Polizei sei in ihre Vereinsräumlichkeiten eingedrungen und habe Mitglieder des Vorstands festgenommen.

In der Erklärung der Staatsanwaltschaft hieß es laut Anadolu, es seien Beweise gefunden worden, wonach durch die Aktivitäten der Vereine Minderjährige in Bezug auf ihre sexuelle Orientierung und ihre Geschlechtsidentität beeinflusst würden. Die Operationen hätten das Ziel, zu verhindern, dass diese Aktivitäten in der Gesellschaft "als normal angesehen werden - zum Wohle der Kinder sowie zum Schutz der Institution der Familie und der gemeinsamen moralischen Werte."

Die Staatsanwaltschaft betitelte die Razzien als "Meine Familie ist in Sicherheit"-Operation. Justizminister Akin Gürlek erklärte laut Anadolu, eine Untersuchung der Finanzberichte der Vereine habe ergeben, dass hohe Geldbeträge von öffentlichen Einrichtungen im Ausland überwiesen wurden. Die Herkunft dieser Geldflüsse werde derzeit untersucht. Die Razzien fanden an 38 Adressen statt, darunter Wohnhäuser, Arbeitsstätten und Vereine. Betroffen waren neben Istanbul unter anderem die Städte Ankara, Izmir und Antalya. Es werde nach weiteren Menschen gefahndet.

Am Samstag wurden außerdem zahlreiche Social-Media-Accounts der Vereine gesperrt, berichtete der Verein für Meinungsfreiheit IFÖD mit Sitz in Istanbul.

Quelle: ntv.de, dpa

Regionales