"Es geht um die Zukunft"Finnland und Schweden nehmen nach jahrzehntelanger Unterbrechung wieder Bahnverbindung auf

Finnland und Schweden haben nach jahrzehntelanger Unterbrechung wieder eine grenzüberschreitende Bahnverbindung aufgenommen.
Finnland und Schweden haben nach jahrzehntelanger Unterbrechung wieder eine grenzüberschreitende Bahnverbindung aufgenommen. Am Montag startete der erste Zug aus Oulu an der Nordwestküste Finnlands in das schwedische Haparanda, fortan soll die Strecke zweimal täglich bedient werden. Die neue Zugverbindung ermöglicht erstmals seit den 1990er-Jahren eine durchgehende Bahnreise vom Norden Finnlands bis in den Süden Europas.
Von Haparanda aus können Reisende weiter westwärts an die norwegische Küste oder Richtung Süden über Stockholm bis nach Portugal fahren. Allerdings ist ein Umstieg notwendig, weil Finnland noch immer die gleiche Spurbreite wie das benachbarte Russland nutzt - ein Erbe aus dem 19. Jahrhundert, als das skandinavische Land noch Teil des russischen Zarenreichs war. Bahnverbindungen zwischen Finnland und Schweden waren 1988 unterbrochen worden.
Der erste Zug wurde am Montag von einer jubelnden Menge in Haparanda begrüßt, nachdem er die Brücke über den Torne-Fluss an der Grenze überquert hatte. Die Menschen schwenkten finnische und schwedische Fähnchen. "Es geht um Sicherheit, es geht um die Zukunft, es geht um die Wirtschaft", sagte die finnische Verkehrsministerin Lulu Ranne der Nachrichtenagentur AFP. Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern würde beständig wachsen, fügte sie hinzu.
Die Chefin der finnischen Staatsbahn VR, Elisa Markula, erwartet von der neuen Verbindung mehr Passagiere, weil "über Land zu reisen derzeit sehr beliebt" sei. "Zugreisen erleben in ganz Europa eine Renaissance. Auch in Finnland steigen unsere Passagierzahlen stark an", sagte sie.