Einschätzung zur VersorgungslageFriedrich Merz bezeichnet Energieversorgung in Deutschland trotz Iran-Krieg als stabil

Trotz der durch den Iran-Krieg ausgelösten Energiekrise hat Bundeskanzler Friedrich Merz die Versorgungslage in Deutschland als stabil bezeichnet.
"Für den Moment gilt: Die Marktlage ist angespannt, aber die Versorgung in Deutschland ist gesichert", sagte Merz am Sonntagabend bei der Eröffnung der Hannover Messe. "Für den Fall, dass sich die Lage verschärfen sollte, sind wir auf Maßnahmen vorbereitet." Er kündigte an, dass "sehr zeitnah in Berlin eine Sitzung des nationalen Sicherheitsrates" zu diesem Thema einberufen werde.
"Versorgungssicherheit hat für Deutschland höchste Priorität", betonte Merz. Es müsse Verlass darauf sein, "dass die Versorgung mit zentralen Produkten wie etwa Diesel, Benzin, Flugbenzin gesichert bleibt".
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) lädt Vertreterinnen und Vertretern der Branche bereits für Montag zum einem Gespräch über die Versorgung mit Kerosin in Deutschland ein. Teilnehmen werden laut Ministerium Versorger, Flughäfen, Fluggesellschaften und Verbände.
Der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, hatte kürzlich gewarnt, in Europa könnte bereits im Mai Flugzeugbenzin knapp werden. "Wir müssen die Warnungen vor Kerosinknappheit sehr ernst nehmen", hatte Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) am Wochenende dem "Spiegel" gesagt.
Merz hielt in seiner Eröffnungsrede in Hannover ein Plädoyer für den Standort Deutschland. "Als Europas größte Volkswirtschaft und drittgrößte Volkswirtschaft der Welt stellt Deutschland einen unverzichtbaren Markt für jedes Unternehmen dar", sagte Merz. Deutschland sei "das wichtigste Tor zum europäischen Binnenmarkt". Investitionen in Deutschland seien "sicher und sie sind wirtschaftlich attraktiv". Zugleich sei klar: "Es geht noch besser. Und es muss auch noch besser geben."