Laut UmfrageGeneration Z meldet sich seltener krank als ältere Berufstätige

Laut einer Umfrage unter Berufstätigen melden sich vor allem junge Menschen der sogenannten Generation Z derzeit seltener krank.
Wie das Jobportal Indeed am Dienstag mitteilte, gab insgesamt jeder Dritte (32,2 Prozent) an, sich in den vergangenen zwölf Monaten seltener krankgemeldet zu haben als im Vorjahr. Bei den 18- bis 27-Jährigen haben demnach mit 44 Prozent deutlich mehr Befragte im vergangenen Jahr weniger häufig krankheitsbedingt gefehlt.
"Bei der Gen Z zeigt sich derzeit ein ausgeprägter Trend, sich seltener krankzumelden", erklärte Indeed-Jobexpertin Stefanie Bickert. Vor allem jüngere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter würden ihr Verhalten aktuell "aus Unsicherheit" anpassen. "Wer am Anfang der Karriere steht, reagiert sensibler auf schwierige Phasen am Arbeitsmarkt und nimmt die eigene Rolle im Unternehmen, zum Beispiel auch aufgrund von befristeten Verträgen, als austauschbarer wahr", erläuterte sie.
Mit wachsender Berufserfahrung und einer stabileren Position im Job falle es leichter, Krankmeldungen als "normalen Teil des Arbeitslebens zu sehen", erklärte Bickert. "Generell sollte es über alle Altersgruppen hinweg ein Warnsignal sein, dass derzeit mehr Menschen trotz Krankheit weiterarbeiten", fügte sie hinzu. "Das mag wie ein besonderer Einsatz wirken, führt aber nur selten zu besseren Leistungen. Im Gegenteil: Wer regelmäßig krank arbeitet, riskiert Fehler und verlängerte Krankheitsverläufe."
Arbeitgeber sollten dafür sorgen, "dass Rücksicht auf die eigene Gesundheit keine Nachteile nach sich zieht", mahnte Bickert. "Wie notwendig das ist, zeigt der Umstand, dass mehr als die Hälfte der Beschäftigten derzeit das Gefühl hat, von ihnen werde erwartet, auch krank zu arbeiten."
Laut der Umfrage berichtet die Hälfte (49,6 Prozent) aller Befragten, heute häufiger krank zu arbeiten als früher. Auch dieser Wert liegt bei der Gen Z mit 63 Prozent deutlich über dem Durchschnitt.
57,3 Prozent der Befragten sagen zudem, das Gefühl zu haben, dass in ihrem Unternehmen erwartet wird, auch im Krankheitsfall zu arbeiten. Gründe sind der Umfrage zufolge neben der Sorge vor einer Entlassung und der Angst, als nicht belastbar wahrgenommen zu werden, auch strukturelle Faktoren in den Unternehmen - etwa eine hohe Arbeitslast oder fehlende Vertretung. 34,8 Prozent führen außerdem Solidarität gegenüber dem eigenen Team als Grund an.