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Sicherheit in der ArktisGrönland-Streit: Frederiksen will "konstruktiven Dialog" und betont Souveränität Dänemarks

22.01.2026, 09:25 Uhr
Daenemarks-Regierungschefin-Mette-Frederiksen-hat-die-USA-aufgefordert-mit-Drohungen-ueber-eine-Annexion-Groenlands-aufzuhoeren
(Foto: Emil Nicolai Helms/Ritzau Scanpi)

Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen hat für einen "konstruktiven Dialog" mit den Verbündeten über Grönland und die Sicherheit in der Arktis plädiert und zugleich auf die Souveränität ihres Landes gepocht.

"Wir können über alle politischen Aspekte verhandeln: Sicherheit, Investitionen, Wirtschaft", erklärte Frederiksen zudem. "Aber wir können nicht über unsere Souveränität verhandeln", betonte sie. Die dänische Ministerpräsidentin betonte, dass sie ihre Bemühungen während des gesamten Diskussionsprozesses mit der grönländischen Regierung "abgestimmt" habe.

"Wir standen in engem Dialog mit der Nato, und ich selbst habe regelmäßig mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte gesprochen, insbesondere vor und nach seinem Treffen mit Präsident Trump in Davos", erklärte sie. "Das Königreich Dänemark möchte einen konstruktiven Dialog mit seinen Verbündeten über Möglichkeiten zur Stärkung der Sicherheit in der Arktis, einschließlich des amerikanischen Golden Dome, fortsetzen, sofern dies unter Wahrung unserer territorialen Integrität geschieht."

Frederiksen äußerte sich, nachdem US-Präsident Donald Trump offenbar von seiner Drohung Abstand genommen hatte, die autonome dänische Arktisinsel mit Gewalt in Besitz zu nehmen. Der US-Präsident erklärte nach einem Gespräch mit Rutte am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos, er habe mit Rutte einen "Rahmen für ein zukünftiges Abkommen" zu Grönland und der gesamten Arktis vereinbart. "Diese Lösung wird, wenn sie zustande kommt, großartig sein für die Vereinigten Staaten von Amerika und alle Nato-Nationen", schrieb er in seinem Onlinedienst Truth Social. Die Frage der Souveränität Grönlands kam bei seinem Gespräch mit Trump "nicht mehr auf", wie Rutte dem US-Sender Fox News sagte. Der US-Präsident konzentriere sich vielmehr auf den Schutz der "riesigen arktischen Region", sagte der Nato-Generalsekretär. Dort fänden Veränderungen statt, etwa verstärkte Aktivitäten Russlands und Chinas.

Trump hatte wiederholt vollständige Kontrolle über Grönland gefordert und dies in seiner Rede in Davos erneut mit der "nationalen und internationalen Sicherheit" begründet. In seiner Ansprache stellte Trump jedoch erstmals klar, dass er die Arktisinsel nicht mit militärischen Mitteln einnehmen will. Stattdessen wolle er über einen "Kauf" Grönlands sprechen, sagte Trump. Grönland gehört zum Königreich Dänemark, ist aber weitgehend autonom. Dänemark gehört wie die USA zur Nato und ist außerdem Mitglied der Europäischen Union.

Quelle: ntv.de, AFP

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