Studie des WSI-Instituts Große Mehrheit der Beschäftigten in Deutschland will Feierabend ab 18:00 Uhr

Die große Mehrheit der Beschäftigten in Deutschland will laut einer Studie des gewerkschaftsnahen WSI-Instituts spätestens ab 18.00 Uhr Feierabend haben. Wenn sie die Wahl hätten, entschieden sich nur gut drei Prozent für einen späteren Feierabend, erklärte das Forschungsinstitut der Hans-Böckler-Stiftung am Mittwoch. Vor allem Arbeitgeberverbände fordern eine Aufweichung des Arbeitszeitgesetzes. Sie argumentieren, die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben falle leichter, wenn Beschäftigte ihre Tätigkeit über den Tag verteilen und am Abend am Schreibtisch sitzen könnten, etwa wenn Kinder schliefen.
"Mit realen Arbeitszeitwünschen hat das aber kaum etwas zu tun", widersprach nun das WSI. Dies habe eine Auswertung der Daten von über 2300 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ergeben, die im November 2022 an einer Befragung teilgenommen hätten. Demnach möchte der größte Teil je nach Arbeitsbeginn zwischen 14.00 und 17.00 Uhr Feierabend machen. Frauen wollten rund eine Stunde früher aufhören als Männer. Ansonsten seien die Muster ähnlich, auch bei Eltern und Kinderlosen. Den Wunsch, auch nach 18.00 Uhr zu arbeiten, hätten nur 3,4 Prozent aller Befragten geäußert. Dass Abendarbeit deutlich häufiger vorkomme, habe nichts mit Interessen von Beschäftigten zu tun, sondern verschärfe in vielen Fällen Vereinbarkeitskonflikte.