Wendepunkt beim ÖlverbrauchIEA erwartet weltweiten Rückgang der Ölnachfrage ab 2030

Die weltweite Nachfrage nach Öl dürfte nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) im Jahr 2030 erstmals seit der Coronapandemie wieder leicht zurückgehen. Voraussichtlich werde sich das Wachstum des jährlichen Bedarfs ausgehend von rund 700.000 Barrel pro Tag (bpd) in den Jahren 2025 und 2026 zunächst verlangsamen und 2030 schließlich etwas schrumpfen, erklärte die IEA am Dienstag in ihrer jährlichen Prognose für den Ölmarkt.
Insgesamt wird die Nachfrage der Prognose zufolge von 105,6 Millionen bpd im Jahr 2029 auf 105,5 Millionen bpd im Jahr 2030 sinken. Die Agentur begründete die Entwicklung mit schwächelnden Wirtschaftswachstum, weltweiten Spannungen im Handel, der Zunahme von Elektroautos und der Abkehr von Rohöl zur Energieerzeugung.
Die Nachfrage des größten Ölverbrauchers, der USA, wird den Erwartungen der IEA zufolge in diesem Jahr einen Höchststand erreichen und im Jahr 2026 sinken. Der Verbrauch in China, dem größten Importeur von Rohöl, wird demnach ab 2028 zurückgehen. Auch für den Nahen Osten geht die IEA von einer Spitze im Jahr 2027 und einem Rückgang ab dem darauffolgenden Jahr aus.
Saudi-Arabien werde bis 2030 in absoluten Zahlen "den größten Rückgang der Ölnachfrage aller Länder" verzeichnen, da es Rohöl bei der Energieerzeugung durch Gas und Erneuerbare ersetze, erklärte die IEA weiter.
Angesichts von Lockdowns und geschlossener Grenzen zum Beginn der Coronapandemie im Jahr 2020 brach die Ölnachfrage ein. Sie fiel auf 91,7 Millionen bpd pro Tag, stieg in den nachfolgenden Jahren aber wieder an.