Quote zuletzt bei 81,5 ProzentIWF fordert von Österreich mehr Anstrengungen beim Defizitabbau

Österreich muss nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) mehr tun, um sein Haushaltsdefizit in den kommenden Jahren zu senken.
Nur so könne das Ziel erreicht werden, die Neuverschuldung bis 2028 wieder auf drei Prozent der Wirtschaftsleistung zu drücken, teilte der IWF am Donnerstag nach seinen jährlichen Konsultationen mit. Zwar sei das Vorhaben der Regierung vernünftig, wieder die EU-Defizitgrenze von drei Prozent zu erreichen. "Es scheinen jedoch weitere Maßnahmen erforderlich zu sein", hieß es. Ohne zusätzliche Schritte werde das Defizit bis 2028 voraussichtlich nur auf 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) sinken.
Der IWF rief Österreich außerdem zu mehr Ehrgeiz auf. Um die Schuldenquote von zuletzt 81,5 Prozent auf einen sinkenden Pfad zu bringen, müsse das Defizit bis 2031 auf rund zwei Prozent zurückgehen, sagte IWF-Missionschef Geoff Gottlieb.
Besorgniserregend seien die Ursachen für die Neuverschuldung, die im vergangenen Jahr bei 4,2 Prozent lag. Ein Teil des Anstiegs sei auf die schwache Konjunktur zurückzuführen. "Ein Großteil ist jedoch auf den strukturellen Aufwärtsdruck bei den Ausgaben zurückzuführen, insbesondere in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Sozialleistungen", sagte Gottlieb.
Die moderate wirtschaftliche Erholung des Landes dürfte sich durch den Krieg im Nahen Osten zwar verlangsamen, aber nicht entgleisen, teilte der IWF weiter mit. Der Fonds erwartet, dass das Wirtschaftswachstum bis 2028 auf 1,3 Prozent steigt.