Kurznachrichten

Weiterer Anstieg prognostiziert IWH-Institut: Zahl der Insolvenzen im März weiter angestiegen

Die Zahl der Insolvenzen ist laut IWH-Institut im März weiter gestiegen. Es habe vergangenen Monat 775 Firmenpleiten von Personen- und Kapitalgesellschaften in Deutschland gegeben und damit zehn Prozent mehr als im Februar und sogar knapp 30 Prozent mehr als im Januar, teilten die Ökonominnen und Ökonomen aus Halle am Donnerstag mit.

Ein Kugelschreiber liegt auf einem Antrag zur Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Foto: Alexander Heinl/dpa/Illustration

Ein Kugelschreiber liegt auf einem Antrag zur Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Foto: Alexander Heinl/dpa/Illustration

(Foto: Alexander Heinl/dpa/Illustration)

"Auch für die nächsten Monate ist eher mit steigenden Insolvenzzahlen zu rechnen." Vor allem in der Industrie seien seit Jahresbeginn ungewöhnlich viele Jobs betroffen. Die Analyse des IWH zeige, dass in den zehn Prozent der größten Unternehmen, deren Insolvenz im März gemeldet wurde, mehr als 7700 Jobs betroffen waren. Dies liege merklich über dem Durchschnitt von 2021.

"Das Insolvenzgeschehen wird seit mehreren Monaten deutlich stärker vom Verarbeitenden Gewerbe geprägt", erläuterte Insolvenzexperte Steffen Müller, der die IWH-Abteilung Strukturwandel und Produktivität leitet. So entfielen 2021 nur etwa ein Viertel der Jobs bei den zehn Prozent der größten Insolvenzen auf die Industrie, während es Anfang 2022 nun 45 Prozent waren. Arbeitsplatzverluste in der Industrie führten meist zu langanhaltenden Lohn- und Einkommenseinbußen der Beschäftigten. "Industrieunternehmen sind von Lieferkettenproblemen und dem technologisch-ökologischen Strukturwandel besonders betroffen", betonte Müller. Die Folgen des Ukraine-Krieges zeigten sich noch nicht in den Daten. "Aber die gestiegenen Energiekosten infolge des Krieges dürften die Industrie stark belasten."

Quelle: ntv.de, RTS

Regionales
ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen