Studie zu FirmenpleitenInsolvenzen in Deutschland steigen 2026 auf 24.650 Fälle – Iran-Krieg treibt globale Pleiten an

Die Folgen des Iran-Kriegs führen einer Studie zufolge in Deutschland und weltweit zu mehr Firmenpleiten.
In der deutschen Wirtschaft dürfte es 2026 nun einen Anstieg um zwei Prozent auf 24.650 Insolvenzen geben, wie am Mittwoch aus einer Analyse des Kreditversicherers Allianz Trade hervorgeht. "Das wäre der höchste Stand seit 14 Jahren", sagte Milo Bogaerts, Chef von Allianz Trade im deutschsprachigen Raum. Vor dem Konflikt im Nahen Osten habe man nur mit plus einem Prozent gerechnet. Schon jetzt habe der Krieg auf Deutschland deutliche Auswirkungen. "Auch der US-Handelskrieg ist längst nicht vorbei." Die Folgen seien nicht nur an der Zapfsäule beim teureren Tanken und bei der Inflation zu spüren. "Der Welthandel, Exporte und die deutsche Wirtschaft wurden erneut ausgebremst."
Dennoch bleiben die Fallzahlen deutlich unter dem Negativrekord während der globalen Finanzkrise mit mehr als 32.000 Pleiten. Für 2027 zeichne sich ein leichter Rückgang um zwei Prozent auf 24.150 Insolvenzen ab, erklärte Bogaerts. In einem Worst-Case-Szenario, dem die Experten eine Wahrscheinlichkeit von 35 Prozent beimessen, verschärft sich der Konflikt und dauert länger. Dann gehe man 2026 von einem doppelt so hohen Insolvenzanstieg um vier Prozent auf 24.994 Fälle aus.
Der vierte Insolvenzanstieg in Folge dürfte sich 2026 erneut über alle deutschen Branchen hinwegziehen. Schon im vergangenen Jahr waren laut Studie sechs Branchen die stärksten Treiber und verzeichneten die höchsten Fallzahlen und zweistellige Zuwächse - insbesondere im Baugewerbe (+10 Prozent), Handel (+15 Prozent), bei freiberuflichen Dienstleistungen (+10 Prozent), im Gastgewerbe (+27 Prozent), bei Verwaltungs- und Unterstützungsdienstleistungen (+12 Prozent) sowie im verarbeitenden Gewerbe (+24 Prozent).