IW-StudieInstitut warnt vor Fachkräftemangel und Wohlstandsverlusten im Osten

Wenige Wochen vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern warnt das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) vor Wohlstandsverlusten im Osten, sollte es nicht gelingen, mehr Arbeitskräfte aus dem Ausland zu gewinnen.
Laut einem am Freitag veröffentlichten Bericht des arbeitgebernahen Instituts leisten Beschäftigte ohne deutschen Pass einen immer wichtigeren Beitrag für die Wirtschaft in Ostdeutschland. Sie glichen den demografiebedingten Schwund an Arbeitskräften zu einem großen Teil aus. Im Jahr 2025 trugen sie rund 68,3 Milliarden Euro oder 10,5 Prozent zur Wertschöpfung in den ostdeutschen Bundesländern bei. Ohne Zuwanderung würde die Zahl der Arbeitskräfte in der Region demnach stark zurückgehen.
Den Forschern zufolge sank die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit deutscher Staatsangehörigkeit in den sechs ostdeutschen Bundesländern zwischen Dezember 2023 und Dezember 2025 um rund 141.000. Dem stand im selben Zeitraum eine Zunahme von 90.000 Beschäftigten ohne deutschen Pass gegenüber. Der Anteil ausländischer Staatsangehöriger an der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in Ostdeutschland stieg entsprechend von 4,8 Prozent im Dezember 2015 auf 13,3 Prozent im Dezember 2025.
Allerdings warnen die Autoren der Studie vor neuen Problemen. So sei seit dem Jahr 2024 eine zunehmende Rückwanderung in jüngere EU-Mitgliedsländer wie Polen zu beobachten. Zudem habe sich der Zuzug von Asylsuchenden aus den wichtigsten Herkunftsländern verlangsamt. Gelinge es nicht, diese Lücken durch gezielte Zuwanderung von Arbeitskräften aus Nicht-EU-Staaten zu schließen, könne dies den Wohlstand und die Versorgung der Bevölkerung gefährden, heißt es in der Studie.