Öl stammt offenbar vom Frachter "Minoan Pioneer"Iran fordert Entschädigungszahlen nach Ölverschmutzung in der Straße von Hormus

Nach einer Ölverschmutzung in der Straße von Hormus hat der Iran Entschädigungszahlungen gefordert.
Nach einer Ölverschmutzung in der Straße von Hormus hat der Iran Entschädigungszahlungen gefordert. Der Ölteppich habe die in der Meerenge gelegene iranische Insel Keschm erreicht, erklärte Außenamtssprecher Esmail Baghaei am Donnerstag. "Erste Hinweise deuten auf einen ausländischen Schüttgutfrachter als Quelle hin", fügte er hinzu.
Die auf Schiffsbewegungen spezialisierte Plattform TankerTrackers erklärte, das Öl stamme offenbar von dem Frachter "Minoan Pioneer", der am 3. August in omanischen Gewässern angegriffen worden sei. Nach Einschätzung der Plattform handelte es sich um einen iranischen Angriff. Das ausgetretene Öl sei anschließend über die Meerenge in Richtung Iran getrieben. Nach Angaben der britischen Seefahrtbehörde UKMTO war die "Minoan Pioneer" Anfang August rund 37 Kilometer vor der omanischen Stadt Chasab von einem "unbekannten Geschoss" getroffen worden. Dabei war im Maschinenraum ein Feuer ausgebrochen, ein Besatzungsmitglied wurde vermisst. Wer für den Beschuss verantwortlich war, blieb zunächst unklar.
Auf der Insel Keschm waren nach Angaben des Leiters der regionalen Umweltschutzbehörde rund 32.000 Quadratmeter Küste und 90.000 Quadratmeter Meeresfläche von der Verschmutzung betroffen. Bis Mittwochabend sei das Öl dort nahezu vollständig beseitigt worden. Baghaei erklärte, Ölverschmutzungen hätten in den vergangenen Jahrzehnten Schäden in Höhe von mehreren Billionen Dollar an den iranischen Küsten verursacht. Alle Akteure, die von der Handelsschifffahrt durch die Straße von Hormus profitierten, seien rechtlich und moralisch verpflichtet, Umweltschäden zu beseitigen und dafür aufzukommen.
Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar kontrolliert Teheran weitgehend die für den weltweiten Öl- und Gastransport wichtige Straße von Hormus und blockiert dort Schiffe mit Energieexporten aus mit den USA verbündeten Golfstaaten. Der Iran will von passierenden Schiffen künftig Gebühren erheben und diese nach eigenen Angaben unter anderem zur Finanzierung von Umweltschutzmaßnahmen verwenden. Die USA und mehrere Staaten der Region lehnen solche Gebühren ab.