Generationenproblem im MittelstandKeine Nachfolger - viele mittelständische Unternehmen denken an Schließung

Immer mehr mittelständische Unternehmen in Deutschland könnten in den kommenden Jahren aufgegeben werden, weil der Chef in Rente geht und es keinen Nachfolger gibt.
Einer Untersuchung der Förderbank KfW zufolge drohen so in den kommenden fünf Jahren jährlich 114.000 Unternehmensstilllegungen. "Es ist essenziell, das Fortbestehen möglichst vieler mittelständischer Unternehmen zu sichern", erklärte KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher. "Wir brauchen daher nachhaltig mehr Gründungsbereitschaft in Deutschland."
Laut KfW waren im vergangenen Jahr 57 Prozent der mittelständischen Unternehmer 55 Jahre oder älter. Das sind drei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr und 27 Prozentpunkte mehr als vor 20 Jahren. Zugleich empfänden viele Unternehmerinnen und Unternehmer "die Suche nach einem passenden Nachfolger als sehr schwierig", erklärte die Förderbank.
Bis Ende 2029 streben deshalb 569.000 Unternehmen keine Fortführung an - das entspricht jährlich rund 114.000 Geschäftsaufgaben. In 545.000 mittelständischen Unternehmen dagegen wird bis Ende 2029 eine Nachfolgeregelung angestrebt.
"Es ist erwiesen, dass Firmenlenker, die bereits einen Nachfolger gefunden haben, wieder stärker in ihre Unternehmen investieren", erklärte Schumacher. "Die Lösung der Nachfolgeproblematik ist daher auch entscheidend, um die Investitionen im Mittelstand anzukurbeln."
Neben der schwierigen Suche nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin machen immer mehr Unternehmer laut KfW die überbordende Bürokratie verantwortlich für die geplante Stilllegung. Ihr Anteil stieg im Vergleich zum Vorjahr um zwölf Prozentpunkte auf 42 Prozent. KfW-Chefvolkswirt Schumacher folgerte: "Der Bürokratieabbau ist ein Baustein, der zu mehr Gründungen führen kann."
Die KfW wertete Befragungen von rund 13.000 Mittelständlern aus. Sie wurden von Februar bis Juni 2025 befragt.