Interne Kritik bei VolkswagenKonzernbetriebsrat beklagt fehlende Transparenz über geplanten Stellenabbau bei VW

Das Top-Management des Autobauers Volkswagen schweigt sich den Arbeitnehmern gegenüber dem Konzernbetriebsrat zufolge weiter über den genauen Umfang des geplanten drastischen Stellenabbaus aus.
Konkrete Ziele eines Stellenabbaus seien in einer Antwort der Unternehmensspitze auf einen detaillierten Fragenkatalog der Arbeitnehmer nicht genannt worden, hieß es in einer internen Mitteilung des Arbeitnehmergremiums an die Belegschaft vom Montag. "In Gremiensitzungen hat der Konzernvorstand allerdings dem Konzernbetriebsausschuss schon mitgeteilt, dass die bisher vereinbarten Stellenreduzierungen seiner Meinung nach nicht ausreichen würden - aber auch dabei gab es keine Aussagen zu Größenordnungen", hieß es weiter.
Das "Manager Magazin" hatte in der vergangenen Woche unter Berufung auf Insider von bis zu 100.000 Stellen berichtet, die in den nächsten Jahren bei dem Unternehmen wegfallen könnten. Das wären doppelt so viele wie bislang vereinbart. Insider hatten gesagt, der kriselnde Autobauer stehe vor dem größten Umbauprogramm seiner fast 90-jährigen Geschichte. Die Produktion von Konzernautos in den Werken Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm stehe auf der Kippe.
Bei Arbeitnehmern und Politik waren die Pläne auf Kritik gestoßen. IG-Metall-Vorsitzende Christiane Benner, VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo und IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger erklärten, die erneuten Medienberichte verunsicherten die Belegschaft. "Angriffe auf das VW-Gesetz, die Mitbestimmung und unsere Standorte sind unverantwortliche Drohungen. Sollten solche Pläne vorangetrieben werden, würden wir sie mit aller Macht verhindern", teilten sie gemeinsam mit.